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Sa, 09:31 Uhr
18.10.2003

Westniveau ?

Jürgen Hohberg Sollstedt( nnz). In Westdeutschland dauert es schon mal zwanzig Jahre vom Planfeststellungsverfahren bis zum Bau einer Autobahn wie der A38. Soll in Sollstedt etwa Westniveau erreicht werden, fragte gestern abend Bürgermeister Jürgen Hohberg.


Kalihalden, Senkungsgebiete auf Grund des Bergbaus, Naturschutz in den Bleicheröder Bergen - es war wirklich nicht leicht, eine geeignete Strecke für die Autobahn A 38 zu finden. Aber rechtfertigen diese Schwierigkeiten auch eine Bauverzögerung von zwei Jahren? Eigentlich sollte die Strecke Breitenworbis-Bleicherode schon 2005 befahrbar sein, nun wird es wohl 2007. Hoffentlich 2007, meint Sollstedts Bürgermeister Jürgen Hohberg. Ganz traut er auch diesem Datum nicht. Eine Reihe wissender Vertreter aus der Politik hatte er zu der Einwohnerversammlung in den Festsaal eingeladen.

Manfred Grund, CDU-Abgeordneter des Wahlkreises und parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU Fraktion im Bundestag, hatte am 15. Oktober dort in einer Fragestunde Informationen über den Autobahnbau eingeholt. Jetzt erstattete er Bericht. Angelika Mertens, parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Verkehr, Bau und Wohnungswesen, versicherte ihm, daß es kein finanzielles Problem sei den Bau noch 2004 zu beginnen. Aber erst müsse Baurecht erlangt werden, was mit dem Abschluß des Planfeststellungsverfahrens erreicht sei. Sie ginge außerdem davon aus, daß wenn vom 11. 11 - 9. 12. die Pläne ausliegen, sehr zügig gearbeitet werden könnte.

Manfred Grund erkundigte sich auch nach Entlastungen für die Anwohner. Frau Mertens äußerte zwar Verständnis für die Probleme der Bürger, könne aber bei einer Straße, die nach der ihr vorliegenden Zählung täglich nur von 10.000 Autos befahren würde, keine Erleichterungen verschaffen. Das Bundesministerium nahm die Menschen jedoch so ernst, daß sie einen Vertreter zur Versammlung schickte.

Michael Herborn, Referatsleiter für Bundesfernstraßenbau in Sachsen, Sachsen- Anhalt und Thüringen, wies zuerst darauf hin, daß ein kleines Bundesland wie Thüringen an der Spitze der Mittelzuweisungen stehe. Beim Bau einer Autobahn ginge es jedoch zuerst um die Entlastung der großen Städte wie Nordhausen oder Sangerhausen, dieses sei auch schon erreicht. Die Maßnahmen des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit, zu dem die A38 gehört, genössen nach wie vor höchste Priorität, deshalb seien die meisten Abschnitte auch 2005 fertiggestellt, einige östliche wie dieser um Sollstedt jedoch erst 2007. Das sei im Vergleich zum Straßenbau in Westdeutschland immer noch eine Spitzenleistung. Daß das die politischen Vertreter des Ortes anders sehen ist verständlich.

Nach einem langen, den Streckenverlauf und die Schallschutzmaßnahmen erklärenden Vortrag von DEGES Abteilungsleiter Waldemar Labusga, konnte sich Jürgen Hohberg kaum noch auf dem Stuhl halten. Er wollte ein Zugeständnis an seine Bürger. Wenigstens auf 2007 solle man sich doch festlegen.

Joachim Wintjen Der Bereichsleiter der DEGES, Joachim Wintjen, ließ sich letztlich darauf ein. Er versprach 2007. Noch viel wichtiger war jedoch, daß er zusagte, bereits 2004 mit dem Bau zu beginnen. Noch gibt es Fördermittel von der EU, die nach 2004/05 auslaufen sollen. Ohne Zutun der Bürger sei aber der Termin nicht einzuhalten. Während des Planfeststellungsverfahrens könne gern konstruktive Kritik geäußert werden, aber wenn der Streckenverlauf noch einmal geändert werden müsse, dann wird es nichts mit 2004.

Das Schlußwort hatte Roland Richwien, seines Zeichens Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Infrastruktur. Er riet den Anwohnern sich für diesen Streckenverlauf einzusetzen. Wenn der feststünde, dann sei es durchaus möglich, Brücken oder Tunnelbauwerke mittels einer Plangenehmigung vorzuziehen und damit ein Zeichen für die Region zu setzen.

Die Bürger zeigten reges Interesse an dieser Einwohnerversammlung und stellten im Anschluß an die Reden ihre Fragen. Daß die Autobahn kommen muß, darin scheinen sie sich alle einig zu sein.
Autor: wf

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