eic kyf msh nnz uhz tv nt
Mo, 06:25 Uhr
05.03.2012

Foto-Dokumente gesucht

Für eine mittelfristig geplante Ausstellung gegen eine mögliche Ausweitung des Gipsabbaus im Naturpark Südharz sucht Bodo Schwarzberg aussagekräftige Fotos, die zum Beispiel den Kohnstein, den Hagen- bzw. Hocheberg (Steinbruch "Hohe Schleife"), das Gebiet des jüngst unter fragwürdigen Umständen erweiterten Steinbruchs Rüsselsee, den Kalkberg bei Krimderode oder den Alten Stolberg bei Rottleberode vor seiner Zerstörung zeigen....


Fotos gesucht (Foto: B. Schwarzberg) Fotos gesucht (Foto: B. Schwarzberg)
Ein Exemplar des in Thüringen stark gefährdeten Eiszeitrelikts Alpen-Gänsekresse (Arabis alpina). Mehrere Botaniker von der Martin-Universität Halle und aus dem Kreis Nordhausen bemühten sich zwischen 1967 und 1981 um die Rettung der Sippe für die DDR und vor dem Gipsabbau. Heute verfügt sie im Landkreis über ein natürliches und über ein 1969 zur Bestandsicherung angesalbtes Vorkommen. Durch Pflegemaßnahmen haben sich beide zwischenzeitlich eingebrochenen Bestände wieder erholt. (Foto: Schwarzberg)

Je lückenloser die Zerstörung der Gipsberge dokumentiert werden kann, um so höher die Aussagekraft. Auch eventuell vorhandene Dokumente oder Zeitungsausschnitte würden eine derartige Ausstellung aufwerten.

Es geht darum, zu zeigen, was bereits verloren gegangen ist, und was droht, verloren zu gehen, wenn die Gipsindustrie ihre Ziele in unserem Naturpark umsetzen kann. Da sich solche Abbauprozesse über relativ lange Zeiträume abspielen, sind vielen Menschen die mit ihnen einhergehenden Verluste an Arten und Landschaft gar nicht bewusst. Auch ein Achtungszeichen an die Verantwortlichen in Stadt und Kreis soll mit der geplanten Ausstellung gesetzt werden, ihre nach außen gezeigte Einvernehmlichkeit gegen "Neuverritzung" auch dann zu vertreten, wenn sich bei ihnen Geschäftsführer der Gipswerke zum vertraulichen Gespräch einladen.

Ihre ablehnende Haltung gegenüber Gipsabbau könnte sie zum Beispiel damit untermauern, dass sie für die Ausstellung eventuell vorhandenes Material zur Verfügung stellt.

Vertrauen ist gut, Nachhaken aber besser: Schließlich hat die Lokalpoliitik kurz nach der Wende nicht unwesentlich fördernd auf die Bestrebungen der Gipsindustrie eingewirkt. Wann und wo die geplante Ausstellung gezeigt wird, ist momentan ungeklärt. Jetzt beginnt erst einmal die Sammelphase und es muss sich zeigen, wie viel und was für Material zusammenkommt.

Gezeigt werden soll dann z.B. ein für DDR-Verhältnisse ausgesprochen kritischer Bericht über die Vernichtung des Flächennaturdenkmals "Alpen-Gänsekresse" durch das damals bei Ellrich abbauende Werk Ellrich des VEB Harzer Gipswerke Rottleberode im Jahre 1979. Der einzige natürliche Bestand der Art in der damaligen DDR war einfach mit Abraum zugeschüttet worden. Zwar erhielt der verantwortliche staatliche Leiter damals vom Rat des Kreises eine so genannte "Ordnungsstrafmaßnahme", aber die im Südharz als Eiszeitrelikt geltende Sippe konnte dadurch natürlich nicht zurückgeholt werden.

Im Mai 1980 entdeckte Kurt Reinhardt dann glücklicherweise ein neues Vorkommen im Landkreis Nordhausen, das bis heute besteht. Aber auch aktuelle Fotos, die die Landschaftszerstörung emotional und aussagekräftig dokumentieren, sind willkommen.

Literatur: ELMER, W. (1980): Naturdenkmal Alpengänsekresse zerstört!. Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen 17 (3): 80.

Meine Postanschrift:
Bodo Schwarzberg
Bäckerstraße 1
99734 Nordhausen
bodo_schwarzberg@yahoo.de.

Bodo Schwarzberg, Mitglied im BUND
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare
Eva-Magdalena
05.03.2012, 16:55 Uhr
Evolution
Ich kann Herrn Bodo Schwarzberg nicht verstehen. Wenn seine Alpenkresse wie Mammuts verschwinden, ist das normal. Will er alles Alte aus der Eiszeit bewahren und Neues nicht zu lassen? Dürfen sich neue Arten nicht ansiedeln? Was geschieht mit den vielen Solarparks? Werden diese auch dokumentiert? Dokumentiert er auch den Wohnungsbau - der viele Ackerflächen vernichtet hat - wie in Nordhausen Ost?
Ich lebe gern im 21. Jahrhundert mit Heizung, warmen Wasser, verputzten Wänden und nicht mehr in Höhlen.

Ich freue mich über die Dorferneuerungsprogramme, die das Leben lebenswert machen. Eine sachliche Dokumentation würde ich mir auch anschauen.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)