Di, 13:13 Uhr
14.02.2012
Eiszapfen am Bart: 100 km bei -20°C
Diese Tour bereicherte den Erfahrungsschatz auch der altgedienten Langstreckenwanderer unter uns: Das Besondere: Die Kälte trieb uns stellenweise mehr voran als unser eigentliches Ziel. Dies führte dazu, dass wir auf der mittlerweile zum 13. Mal unter die Füße genommenen Route von Halle nach Nordhausen (bzw. umgekehrt) fast stets schneller waren, als dies im vorgesehenen Zeitplan stand. Aber ganz der Reihe nach...
Fünf Teilnehmer gingen am vergangenen Sonnabend um 11 Uhr am S-Bahnhof Halle-Nietleben an den Start, passierten das malerische Salzatal zwischen Köllme und Langenbogen mit seinem jetzt im Winterschlaf verharrenden Weinanbaugebiet und erreichten nach ca. 18 Kilometern bei Seeburg den Süßen See (-5 °C). Das ca. 7 Kilometer lange Gewässer fanden wir auf seiner gesamten Fläche zugefroren vor. Zahlreiche Menschen nutzten dieses seltene Ereignis zum Schlittschuhlaufen oder wenigstens doch zu einem Spaziergang über das Eis.
Nach der obligatorischen Bause im Strandhotel Aseleben, starteten wir gegen 16 Uhr in Richtung Eisnacht. Rechts von uns der erstarrte Süße See und vor uns eine tiefstehende kalte Sonne (siehe Fotos), die trotz aller aufkommenden Romantik nichts Gutes erahnen ließ (siehe Fotos).
Wie ich später im Internet herausfand, befand sich über dem Mansfelder Land in der Nacht vom 11. zum 12.02. unter Einschluss von Halle eine Kältelinse mit Temperaturen zwischen -18 und -20C. Gegen 18 Uhr wanderten wir etwa am Rand dieser Tiefkühltruhe. Während das Thermometer in Aseleben noch wohltuende -7 °C zeigte, sollte sich das auf den nächsten 30 Kilometern drastisch ändern.
Passend zum Thema ist der berühmte Rastplatz bei Unterrißdorf, an dem Martin Luther am 28. Januar 1546 fror auf letzter Fahrt und den wir auf unserer Langstreckenwanderung passierten.
In Eisleben empfing uns das noch etwas ferne Läuten der Kirchenglocken und wir erreichten gegen 18:15 den Marktplatz. Dort gibt es einen Bankraum mit Fußbodenheizung – eine Exklusivität, die mir von keinem anderen Hunderter bekannt ist. Für eine viertel Stunde lümmelten wir auf dem Marmor herum, was die eintretenden Bankkunden mit etwas kritischen Blicken beantworteten. Aber wir trösteten uns damit, dass sie unseren Anblick ja nur für wenige Minuten würden ertragen müssen.
Vorbei an den Kupferschieferhalden nördlich von Eisleben, erreichten wir sodann gegen 19:30 das tief im Tal liegende Hergisdorf, an das sich der bei uns Wanderern nicht sehr beliebte 4 Kilometer lange und stetig ansteigende, steinige Feldweg hinauf zu den ersten Ausläufern des Harzwaldes anschließt.
Nicht sehr beliebt ist der Abschnitt zum einen auf Grund der dort gnadenlos zuschlagenden kalten Ostwinde und zum Zweiten hatten wir Bedenken, dass dieser Weg wie schon 2010 zugeweht sein würde. Beides traf glücklicherweise nicht zu. Er war immerhin mäßig gut zu begehen. Nur stellenweise versanken wir in kleineren Schneewehen.
Durch das zunächst relativ flache Terrain der östlichsten Harzausläufer und nach einem 3 km langen Abstieg erreichten wir gegen 22:30 zeitlplangerecht den Harzer Erlebnishof in Grillenberg. Dort zeigte das Thermometer bereits -17° (siehe Fotos) und wir freuten uns darauf, in der Wärme des sehr empfehlenswerten, wunderschön gelegenen Hauses, die eisige Feuchtigkeit aus unseren Jacken zu bekommen. Einer unserer Teilnehmer aus Nordthüringen entschied sich hier, also nach 51 Kilometern, bereits für das Aushändigen der Urkunde und ließ sich ein bestimmt wunderbar warmes Federbett im Hause zuweisen.
Nach einem ausgiebigen Abendbrot begaben wir uns verbliebene vier dann in die kalten, flachen Täler des Südharz-Vorlandes und damit in eine zumindest für mich spannende Auseinandersetzung zwischen Organismus und Frost. Den Start in Grillenberg hatten wir von den geplanten 0:00 auf 0:30 nach hinten verschoben, wohlahnend, dass wir kältebedingt schneller vorankommen mussten, als in früheren Jahren. Andererseits durften wir auch keinesfalls zu früh am Ort des Frühstückes am Uftrunger Thyrafuchs erscheinen, um nicht bei den recht tiefen Temperaturen warten zu müssen. – Eine sinnvolle Entscheidung, wie sich herausstellen sollte.
Kurz nach Wettelrode passierten wir wie immer das Straßenkreuz für den Unfalltod einer jungen Frau, das mich immer wegen des gepflegten Zustandes der gesamten Anlage, vor allem aber wegen des seit dem Unfall im Jahre 2005 stets brennenden Grablichtes berührt. Auch am vergangenen Wochenende brannte trotz der widrigen Bedingungen eine kleine Flamme im Schnee. Die Verunglückte war eine in der Region bekannte Triathletin, die auf ihrer Spur von einem entgegenkommenden Fahrzeug erfasst worden war (siehe Foto).
Kältebedingt wanderten wir meist mit 6 statt mit 5 km/h, was in etwa das Tempo war, das zumindest bei mir für einen ausgeglichenen Wärmehaushalt sorgte. Schließlich trug ich persönlich unter einer Goretex-Jacke nur noch zwei feuchteableitende T-Shirts.
Wir waren weiterhin ein tolles nächtliches Team. Meine größte Sorge war, das ein Teilnehmer das relativ hohe Tempo nicht durchhalten würde. Denn erstmals trieb uns wirklich die Kälte und nicht etwa eine Verspätung. So lange aber die Kälte treibt und die Kondition mitspielt, ist die Kälte kein größeres Problem.
Zwischen Großleinungen und Uftrungen, also zwischen Kilometer 60 und Kilometer 82 bzw. zwischen 2:15 und 6:00 durchschritten wir mehrere Kälteblasen, in denen uns die Wimpern durch anhaftendes Eis verklebten und sich an unseren Bärten kleine Eiszapfen bildeten. Dort dürfte es noch kälter gewesen sein als -18 °C, die wir in Großleinungen abgelesen hatten.
Die sonst üblichen 5-Minutenpausen in manchen passierten Ortschaften mussten daher gestrichen werden; die Körperwärme, also die Abwesenheit von Frieren, war beim 13. Südharz-Hunderter ein besonders hohes Gut. Den langen Anstieg zwischen Questenberg und Agnesdorf nutzten wir dennoch zum Bremsen unserer schnellen Wanderung: Denn wie gesagt: zu früh durften wir keinesfalls in Uftrungen ankommen, auskühlen durften wir aber auch nicht. Das feine Austarieren der Geschwindigkeiten war bei dieser Tour besonders wichtig.
Dieses Spiel mit der Physik beeindruckte mich sehr. Aber auch die Tatsache, dass plötzlich gefühllose Zehen am rechten Fuß durch konsequentes Laufen und Zehenübungen im Schuh nach einer Stunde wieder Gefühl bekamen, war eine angenehme Erfahrung. Meine gegen den Frost rebellierende Nase deckte ich wie ein Cowboy kurzzeitig mit meinem Halstuch ab, in dem ich es einfach vom Hals hochzog. Die Atemfeuchte gefror sofort und aus dem an sich weichen Tuch wurde ein Stehkragen, sobald ich es wieder zum Hals zurückschob.
Um 6 Uhr und damit doch noch zehn Minuten vor der geplanten Zeit erreichten wir den Thyrafuchs in Uftrungen. Glücklicherweise hatte die rührige Wirtin schon alles vorbereitet: heißen Kaffee, frische, knusprige Brötchen, Käse und Wurst vom Feinsten. Ohne diese Gastfreundlichkeit an einem Sonntag um diese Zeit wäre es schwer geworden, die Wanderung in motiviertem Zustand zu bestreiten. Herzlichen Dank an den Thyrafuchs!
Um 7:30 starteten wir auf die letzte Etappe, vorbei an der Schauhöhle Heimkehle über den Alten Stolberg, nun in Begleitung einer jungen Uftrungerin, die die verbleibenden 18 Kilometer bis nach Nordhausen bewältigen wollte.
Durch einen eisigen Morgen mit unwahrscheinlich schönen Fotomotiven kamen wir der Zorgestadt näher, passierten die im Umbau befindliche Kalkhütte, um 9:25 Steigerthal und erreichten um 11:10, also schon wieder 15 Minuten vor der geplanten Ankunftszeit, den Hauptbahnhof in Nordhausen.
Kurz zuvor ließen wir uns von einem Passanten vor der riesigen Eiskorn-Flasche von Nordbrand passend zu den Temperaturen fotografieren.
Meine Wanderfreunde hatten ihre Urkunden bereits im Thyrafuchs erhalten. Nun strebten sie ihren Zügen entgegen. Eine denkwürdige Wanderung mit tollen Körper-Erfahrungen und Naturschauspielen ging zu Ende.
Fast abschließend möchte ich es nicht versäumen, meine Teilnehmer noch einmal namentlich zu würdigen: Dieter Hammer aus Lieskau bei Halle steht vor dem 70. Lebensjahr. Mit ihm überquerte ich bereits den gesamten Harz über 147 Kilometer von Seesen nach Lutherstadt Eisleben. Oliver Mieth aus der Oberlausitz ist, trotz der weiten Anreise, ein besonders treuer Teilnehmer auf meinen Touren. Andreas Hesse aus Wallhausen sagte am Ziel glücklich, er habe an die Grenzen kommen wollen und dies hätte er erreicht. Der Wanderer absolvierte mit Bravour seinen ersten Hunderter – und das unter erschwerten Bedingungen! Einen besonders herzlichen Glückwunsch! Und schließlich möchte ich noch unserer weiblichen Begleitung gratulieren: Susanne Kathe aus Uftrungen lernte auf den von ihr absolvierten letzten 18 Kilometern eine ihr noch unbekannte Route durch den Alten Stolberg kennen, und wird, so hoffe ich, bald wieder mit uns auf Tour gehen. Ein weiterer Teilnehmer aus Nordhausen, der in Grillenberg übernachtete, möchte ungenannt bleiben.
Im Juni startet der 8. Harz-Hunderter mit dem neuen Dauerthema Harzer Wandernadel in Gernrode. Ganz gewiss bei milden Temperaturen. Interessenten sind herzlich willkommen (bodo_schwarzberg@yahoo.de).
Bodo Schwarzberg
Autor: nnzFünf Teilnehmer gingen am vergangenen Sonnabend um 11 Uhr am S-Bahnhof Halle-Nietleben an den Start, passierten das malerische Salzatal zwischen Köllme und Langenbogen mit seinem jetzt im Winterschlaf verharrenden Weinanbaugebiet und erreichten nach ca. 18 Kilometern bei Seeburg den Süßen See (-5 °C). Das ca. 7 Kilometer lange Gewässer fanden wir auf seiner gesamten Fläche zugefroren vor. Zahlreiche Menschen nutzten dieses seltene Ereignis zum Schlittschuhlaufen oder wenigstens doch zu einem Spaziergang über das Eis.
Nach der obligatorischen Bause im Strandhotel Aseleben, starteten wir gegen 16 Uhr in Richtung Eisnacht. Rechts von uns der erstarrte Süße See und vor uns eine tiefstehende kalte Sonne (siehe Fotos), die trotz aller aufkommenden Romantik nichts Gutes erahnen ließ (siehe Fotos).
Wie ich später im Internet herausfand, befand sich über dem Mansfelder Land in der Nacht vom 11. zum 12.02. unter Einschluss von Halle eine Kältelinse mit Temperaturen zwischen -18 und -20C. Gegen 18 Uhr wanderten wir etwa am Rand dieser Tiefkühltruhe. Während das Thermometer in Aseleben noch wohltuende -7 °C zeigte, sollte sich das auf den nächsten 30 Kilometern drastisch ändern.
Passend zum Thema ist der berühmte Rastplatz bei Unterrißdorf, an dem Martin Luther am 28. Januar 1546 fror auf letzter Fahrt und den wir auf unserer Langstreckenwanderung passierten.
In Eisleben empfing uns das noch etwas ferne Läuten der Kirchenglocken und wir erreichten gegen 18:15 den Marktplatz. Dort gibt es einen Bankraum mit Fußbodenheizung – eine Exklusivität, die mir von keinem anderen Hunderter bekannt ist. Für eine viertel Stunde lümmelten wir auf dem Marmor herum, was die eintretenden Bankkunden mit etwas kritischen Blicken beantworteten. Aber wir trösteten uns damit, dass sie unseren Anblick ja nur für wenige Minuten würden ertragen müssen.
Vorbei an den Kupferschieferhalden nördlich von Eisleben, erreichten wir sodann gegen 19:30 das tief im Tal liegende Hergisdorf, an das sich der bei uns Wanderern nicht sehr beliebte 4 Kilometer lange und stetig ansteigende, steinige Feldweg hinauf zu den ersten Ausläufern des Harzwaldes anschließt.
Nicht sehr beliebt ist der Abschnitt zum einen auf Grund der dort gnadenlos zuschlagenden kalten Ostwinde und zum Zweiten hatten wir Bedenken, dass dieser Weg wie schon 2010 zugeweht sein würde. Beides traf glücklicherweise nicht zu. Er war immerhin mäßig gut zu begehen. Nur stellenweise versanken wir in kleineren Schneewehen.
Durch das zunächst relativ flache Terrain der östlichsten Harzausläufer und nach einem 3 km langen Abstieg erreichten wir gegen 22:30 zeitlplangerecht den Harzer Erlebnishof in Grillenberg. Dort zeigte das Thermometer bereits -17° (siehe Fotos) und wir freuten uns darauf, in der Wärme des sehr empfehlenswerten, wunderschön gelegenen Hauses, die eisige Feuchtigkeit aus unseren Jacken zu bekommen. Einer unserer Teilnehmer aus Nordthüringen entschied sich hier, also nach 51 Kilometern, bereits für das Aushändigen der Urkunde und ließ sich ein bestimmt wunderbar warmes Federbett im Hause zuweisen.
Nach einem ausgiebigen Abendbrot begaben wir uns verbliebene vier dann in die kalten, flachen Täler des Südharz-Vorlandes und damit in eine zumindest für mich spannende Auseinandersetzung zwischen Organismus und Frost. Den Start in Grillenberg hatten wir von den geplanten 0:00 auf 0:30 nach hinten verschoben, wohlahnend, dass wir kältebedingt schneller vorankommen mussten, als in früheren Jahren. Andererseits durften wir auch keinesfalls zu früh am Ort des Frühstückes am Uftrunger Thyrafuchs erscheinen, um nicht bei den recht tiefen Temperaturen warten zu müssen. – Eine sinnvolle Entscheidung, wie sich herausstellen sollte.
Kurz nach Wettelrode passierten wir wie immer das Straßenkreuz für den Unfalltod einer jungen Frau, das mich immer wegen des gepflegten Zustandes der gesamten Anlage, vor allem aber wegen des seit dem Unfall im Jahre 2005 stets brennenden Grablichtes berührt. Auch am vergangenen Wochenende brannte trotz der widrigen Bedingungen eine kleine Flamme im Schnee. Die Verunglückte war eine in der Region bekannte Triathletin, die auf ihrer Spur von einem entgegenkommenden Fahrzeug erfasst worden war (siehe Foto).
Kältebedingt wanderten wir meist mit 6 statt mit 5 km/h, was in etwa das Tempo war, das zumindest bei mir für einen ausgeglichenen Wärmehaushalt sorgte. Schließlich trug ich persönlich unter einer Goretex-Jacke nur noch zwei feuchteableitende T-Shirts.
Wir waren weiterhin ein tolles nächtliches Team. Meine größte Sorge war, das ein Teilnehmer das relativ hohe Tempo nicht durchhalten würde. Denn erstmals trieb uns wirklich die Kälte und nicht etwa eine Verspätung. So lange aber die Kälte treibt und die Kondition mitspielt, ist die Kälte kein größeres Problem.
Zwischen Großleinungen und Uftrungen, also zwischen Kilometer 60 und Kilometer 82 bzw. zwischen 2:15 und 6:00 durchschritten wir mehrere Kälteblasen, in denen uns die Wimpern durch anhaftendes Eis verklebten und sich an unseren Bärten kleine Eiszapfen bildeten. Dort dürfte es noch kälter gewesen sein als -18 °C, die wir in Großleinungen abgelesen hatten.
Die sonst üblichen 5-Minutenpausen in manchen passierten Ortschaften mussten daher gestrichen werden; die Körperwärme, also die Abwesenheit von Frieren, war beim 13. Südharz-Hunderter ein besonders hohes Gut. Den langen Anstieg zwischen Questenberg und Agnesdorf nutzten wir dennoch zum Bremsen unserer schnellen Wanderung: Denn wie gesagt: zu früh durften wir keinesfalls in Uftrungen ankommen, auskühlen durften wir aber auch nicht. Das feine Austarieren der Geschwindigkeiten war bei dieser Tour besonders wichtig.
Dieses Spiel mit der Physik beeindruckte mich sehr. Aber auch die Tatsache, dass plötzlich gefühllose Zehen am rechten Fuß durch konsequentes Laufen und Zehenübungen im Schuh nach einer Stunde wieder Gefühl bekamen, war eine angenehme Erfahrung. Meine gegen den Frost rebellierende Nase deckte ich wie ein Cowboy kurzzeitig mit meinem Halstuch ab, in dem ich es einfach vom Hals hochzog. Die Atemfeuchte gefror sofort und aus dem an sich weichen Tuch wurde ein Stehkragen, sobald ich es wieder zum Hals zurückschob.
Um 6 Uhr und damit doch noch zehn Minuten vor der geplanten Zeit erreichten wir den Thyrafuchs in Uftrungen. Glücklicherweise hatte die rührige Wirtin schon alles vorbereitet: heißen Kaffee, frische, knusprige Brötchen, Käse und Wurst vom Feinsten. Ohne diese Gastfreundlichkeit an einem Sonntag um diese Zeit wäre es schwer geworden, die Wanderung in motiviertem Zustand zu bestreiten. Herzlichen Dank an den Thyrafuchs!
Um 7:30 starteten wir auf die letzte Etappe, vorbei an der Schauhöhle Heimkehle über den Alten Stolberg, nun in Begleitung einer jungen Uftrungerin, die die verbleibenden 18 Kilometer bis nach Nordhausen bewältigen wollte.
Durch einen eisigen Morgen mit unwahrscheinlich schönen Fotomotiven kamen wir der Zorgestadt näher, passierten die im Umbau befindliche Kalkhütte, um 9:25 Steigerthal und erreichten um 11:10, also schon wieder 15 Minuten vor der geplanten Ankunftszeit, den Hauptbahnhof in Nordhausen.
Kurz zuvor ließen wir uns von einem Passanten vor der riesigen Eiskorn-Flasche von Nordbrand passend zu den Temperaturen fotografieren.
Meine Wanderfreunde hatten ihre Urkunden bereits im Thyrafuchs erhalten. Nun strebten sie ihren Zügen entgegen. Eine denkwürdige Wanderung mit tollen Körper-Erfahrungen und Naturschauspielen ging zu Ende.
Fast abschließend möchte ich es nicht versäumen, meine Teilnehmer noch einmal namentlich zu würdigen: Dieter Hammer aus Lieskau bei Halle steht vor dem 70. Lebensjahr. Mit ihm überquerte ich bereits den gesamten Harz über 147 Kilometer von Seesen nach Lutherstadt Eisleben. Oliver Mieth aus der Oberlausitz ist, trotz der weiten Anreise, ein besonders treuer Teilnehmer auf meinen Touren. Andreas Hesse aus Wallhausen sagte am Ziel glücklich, er habe an die Grenzen kommen wollen und dies hätte er erreicht. Der Wanderer absolvierte mit Bravour seinen ersten Hunderter – und das unter erschwerten Bedingungen! Einen besonders herzlichen Glückwunsch! Und schließlich möchte ich noch unserer weiblichen Begleitung gratulieren: Susanne Kathe aus Uftrungen lernte auf den von ihr absolvierten letzten 18 Kilometern eine ihr noch unbekannte Route durch den Alten Stolberg kennen, und wird, so hoffe ich, bald wieder mit uns auf Tour gehen. Ein weiterer Teilnehmer aus Nordhausen, der in Grillenberg übernachtete, möchte ungenannt bleiben.
Im Juni startet der 8. Harz-Hunderter mit dem neuen Dauerthema Harzer Wandernadel in Gernrode. Ganz gewiss bei milden Temperaturen. Interessenten sind herzlich willkommen (bodo_schwarzberg@yahoo.de).
Bodo Schwarzberg



































