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Mi, 20:03 Uhr
25.01.2012

Alles klar - oder?

Während der heutigen Sitzung des Nordhäuser Hauptausschusses wurde auch über die inhaltliche Ausgestaltung des Kinderhauses in Nordhausen Ost diskutiert...

Demo vor der Sitzung (Foto: privat) Demo vor der Sitzung (Foto: privat)
Kinder und deren Eltern machten vor der Sitzung des Hauptausschusses darauf aufmerksam, das sie bald in der neuen Kindereinrichtung in Nordhausen Ost einziehen möchten. Sie fordern eine baldige Entscheidung

Zunächst rekapitulierte Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) in der Sitzung den politischen Findungsweg bis zum heutigen Tag. Sie verwies darauf, dass der Stadtrat die Schaffung zusätzlicher Stellen für Personalübernahme vom Jusowe-Kindergarten wie auch den Personalüberleitungsvertrag und zwei wichtige Beschlüsse gefasst habe: Die Bezahlung sofort nach Tarif des Öffentlichen Dienstes und die Einrichtung einer Kindertagessstätte. Die bringe eine völlig neue Ausgangslage, insbesondere hinsichtlich gestiegener Kosten um 180.000 Euro jährlich mit sich. Deshalb habe jetzt auch die Verwaltung für eine Ausschreibung votiert und damit für eine Vergabe der Kita an einen freien Träger.

Barbara Schenke (LINKE) zeigte sich „sehr irritiert“: Erstes gebe es einen Stadtratsbeschluss vom 5. Oktober, der sich für die kommunale Variante ausspreche. Zweiten komme hinzu, dass der Fachausschuss das Thema bei seiner jüngsten Sitzung nicht beraten habe, weil es lediglich eine Tischvorlage gab – warum werde jetzt im Hauptausschuss darüber beraten?, so ihre Frage Warum kommt es im Stadtrat auf die Tagesordnung?

Darauf sagte die OB: "Ich verstehe schon, dass der Ausschuss nicht beraten wollte, doch die Zeit drängt, deshalb habe man die Vorsitzende Elke Falley (LINKE) gebeten, noch einmal vor dem Stadtrat zu tagen. Mit der veränderten Ausgangslage zum Kinderhaus ergebe sich für die Verwaltung das Recht, eine neue Beschlussvorlage einzubringen.

Daraufhin Norbert Klodt (CDU): "Ich freue mich darüber, dass jetzt ein Sinneswandel bei der Stadtverwaltung pro Ausschreibung einsetze. Eine Betreibung durch einen freie Träger ist von der CDU immer favorisiert worden."

Bürgermeister Matthias Jendricke (SPD) verteidigte die Tischvorlage im Ausschuss und zeigte sich erbost, dass Frau Falley als Ausschussvorsitzende das Thema abgesetzt habe und nicht zumindest die Stellungnahme der Verwaltung hören wollte, "so gehe das nicht".

Im Übrigen werde er ständig aufgefordert, in Sachen Kinderhaus Entscheidungen zu treffen, wie zum Personal. Der Stadtrat schaffe allerdings mit entsprechenden Beschlüssen nicht die Voraussetzungen, sondern führe eine sinnlose Diskussion über die Frage der tariflichen Entlohnung bei Übernahme des Personals vom Jugendsozialwerks.

Volker Fütterer sieht für die SPD-Fraktion noch Beratungsbedarf. Er ist allerdings erstaunt über die Verwaltung. "Lange Zeit trat man mit Vehemenz für Kommunalisierung ein, jetzt wird mit Vehemenz für eine Ausschreibung an Dritte eingetreten. Was läuft da nicht richtig in der Verwaltung? Ich als Stadtratsmitglied kann mich da nur wundern“

Wundern können sich da nicht nur vermeintliche Insider wie Fütterer, sondern vor allem Eltern der Kinder, deren Betreuung hier diskutiert wurde.
Autor: nnz

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Kommentare
Nordhusia
25.01.2012, 22:03 Uhr
Und nun?
Dass der Stadtrat sich in Sachen "Kinderhaus" so uneins ist, wer hätte dies gedacht...
Es gibt eben diesen besagten Stadtratbeschluss vom Oktober 2011 und das Versprechen, dass unsere Kinder bereits bis Dezember des Vorjahres einziehen sollten. Und nun??
Es wird hoffentlich kein Trauerspiel!
Peppone
25.01.2012, 22:11 Uhr
Na logisch ist alles klar.
Kurze Zusammenfassung: Kinderhaus Ost sollte laut Verwaltung (Jendricke) kommunalisiert werden. CDU wollte Trägerschaft durch Dritte, wegen besserer Konzepte und geringerer Kosten für Eltern. Linke wollte natürlich Kommunalisierung wegen Tarif der Erzieherinnen, egal was es für Eltern kostet. SPD war wie immer gespalten, folgt aber erst mal treu der Verwaltung!

Jetzt kommt Kiga Petersdorf ins Spiel: "Alleskönnende" Verwaltung erschreckt sich über die tatsächlichen Kosten und erhöht per Order Mufti des Stadtrates pauschal mal die Preise für alle Kindereinrichtungen der Stadt. Da man in Verwaltung nach Bauchlandung jetzt rechnen gelernt hat, wird Kinderhaus Ost für freie Trägerschaft favorisiert.

Das erklärt Herrn Fütterers Problem mit der hundertachtzig Grad Wendung seiner Verwaltungsgenossen. So einfach ist das.
;-)
herrheise
26.01.2012, 07:53 Uhr
Parteiengeplänkel
Dieses Parteiengeplänkel ist auf bundespolitischer Ebene schon, gelinde gesagt, nervig.
Aber auf kommunaler Ebene überhaupt nicht nachvollziehbar. Da die Bundespolitiker soweit von der Realität weg sind, brauchen sie auch nicht an einem Strang ziehen.

Aber würde der Stadtrat(gerade bei dieser Thematik) auch mal über seinen (Parteien)Schatten springen, wäre ein Konsens schon lange getroffen.
Denn kommunalpolitisch braucht man in keiner Partei zu sein.
Alle Kommunalpolitiker werden mit den selben Menschen und den selben leeren Kassen zutun haben und wollen sicher grundsätzlich auch alle die gleichen Lösungen.
Man sollte sich vielleicht mal treffen, unabhängig einer Tages- oder Geschäftsordnung, und wie "normale" Menschen das Problem disskutieren!

@Nordhusia: Es ist schon ein Trauerspiel!
Weil es dem Stadtrat individuell relativ egal sein wird, was jetzt geschieht! Man ist gewählt und bekommt eine "Auwandsentschädigung" und "Sitzungsgeld"! Da kann man dann gerne noch 150 Sitzungen abhalten.
Erst dann lohnt sich doch der ganze Stress mit den Eltern und Kindern! ;-)

P.S. Meine Kinder sind nicht betroffen und ich wohne auch nicht in Nordhausen..
undCO
27.01.2012, 10:19 Uhr
Nur noch ein hin und her...
...langsam wird´s lächerlich. Die Wahl zum OB steht vor der Tür, liebe Kanditaten ihr wollt gewählt werden, also bewegt euch und zeigt wofür ihr steht!!!

Armes Nordhausen!! Mit der Zukunft der Stadt so umzuspringen ist das letzte!!!
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