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Mo, 15:59 Uhr
23.01.2012

Gedenken, trauern, lernen

Was wird in den kommenden Wochen und Monaten in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau Dora geboten? Was macht die Gedenkstätte mit den Steuergeldern, die über die Stiftung zur Verfügung gestellt werden? Wie wird das Gedenkstättengelände weiter umgestaltet? Das waren nur einige Fragen, auf die Gedenkstättenleiter Dr. Jens-Christian Wagner heute Auskunft gab...


Neue Projekte vorgestellt: Gedenkstättenleiter Dr. Wagner (Foto: nnz) Neue Projekte vorgestellt: Gedenkstättenleiter Dr. Wagner (Foto: nnz) Die Stiftung insgesamt verfügt über einen Jahresetat von rund 5,5 bis 6 Millionen Euro. Zehn Mitarbeiter, drei junge Menschen im Freiwilligen sozialen Jahr oder auch Honorarkräfte sichern sowohl die Arbeit des Gedächtnisortes, als auch die des Museums ab. Die museale Arbeit wird sich dabei immer mehr in den Vordergrund schieben, neben einer Stätte des Gedenkens und der Trauer. Hintergrund: Die Zeitzeugen werden immer weniger.

In der täglichen Arbeit steht die der Pädagogik, was sich auch in rund 1.500 Führungen bei etwa 60.000 Besuchern niederschlägt, rund 20 Prozent davon kommen aus dem Ausland. Etwa 30.000 Besucher wurden im vergangenen Jahr durch Museum und Gedenkstätte geführt. Daneben stehen für die gymnasiale Oberstufe wertvolle Arbeitsmaterialien wie Arbeitsblätter zur Verfügung oder Handreichungen für Lehrerinnen und Lehrer im Vorfeld eines Gedenkstättenbesuches. Vorgestellt wird darin die Gedenkstätte als Lernort oder es wird Hilfe im Erwerben eines historischen Urteilsvermögens der Schüler geboten. Je ein Drittel der Jugendgruppen kommt aus Niedersachsen oder Thüringen. Aus Sachsen-Anhalt und Hessen sind es weniger als zehn Prozent.

Mit der im vergangenen Jahr begonnnenen Umgestaltung der Gedenkstätte sollen die baulichen Relikte vor dem weiteren Verfall bewahrt und die Dimension der Gewalt und des Grauens aufgezeigt werden. Exemplarisch dafür ist das ehemalige Arrestzellengebäude des KZ. In diesem Jahr sind noch Restarbeiten notwendig. Hergestellt werden soll auch der einstige Sportplatz, der sich neben dem Arrestzellengebau befand. Hier soll auch die Einbindung der Funktionshäftlinge in das Lagers-System dargestellt werden. Gefördert werden diese Arbeiten durch öffentliche Gelder vom Bund – 300.000 Euro jährlich.

Weiterhin sollen die Stolleneingänge hervorgehoben, sollen Gleissysteme vom Lagerbahnhof bis zur Zorgebrücke und den Stolleneingängen sichtbar gemacht werden. Weitere Arbeiten soll es im Außengelände geben, hierbei beschränkt sich dieses Vorhaben auf den vorderen Bereich bis hinein in den Wald, wo die Barackenfundamente sichtbar gemacht werden. Die in den vergangenen 65 Jahren gewachsenen Bäume sollen bis zur Traufhöhe der einstigen Baracken weiß angemalt werden. Zur Erinnerung: Im KZ Mittelbau Dora gab es 56 Unterkunftsbaracken.

Und schließlich soll das Areal um das ehemalige Krematorium umgestaltet werden. Fördernd dazu sind Erkenntnisse über die genaue Lage des Aschegrabes. Bis zum Frühjahr 2013 sollen diese Arbeiten abgeschlossen sein. Rund 7.000 bis 8.000 Häftlingsleichen wurden hier verbrannt.

Neben diesen Projekten wird es auch in diesem Jahr verschiedene Ausstellungen geben. Im Mittelpunkt steht dabei die Sonderausstellung „Von Auschwitz in den Harz. Sinti und Roma im KZ Mittelbau Dora“, die am 16. April, zum 67. Jahrestag der Befreiung des KZ eröffnet wird. Hintergrund: Ab April 1944 wurden in Auschwitz die Vorbereitungen getroffen, die arbeitsfähigen Sinti und Roma zu selektieren und nach Dora, Harzungen sowie Ellrich zu bringen. Kinder, Frauen, Kranke und Schwache wurden ab August 1944 in Auschwitz ermordet. Diese Exposition wird auch neue Erkenntnisse zur eigenen Organisation der 1.500 Sinti und Roma im KZ-Alltag der Öffentlichkeit präsentieren.
Autor: nnz

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