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Sa, 17:15 Uhr
21.01.2012

Unbeschreibliche Glücksgefühle

Fünfter Versuch, aus den Boxen der Lautsprecherboxen dröhnt „Levels“ von Avicii, rhythmisches Klatschen von den Tribünen setzt ein, das von Sekunde zu Sekunde lauter wird, die Anspannung bei Lena Urbaniak steigt. Sandra Arm mit ersten Beobachtungen vom Kugelstoß-Indoor....

Urbaniak (Foto: J. Piper) Urbaniak (Foto: J. Piper)

Die 19-jährige Kugelstoßerin schreitet hoch konzentriert in den Ring, holt noch einmal tief Luft und wuchtet ihr Arbeitsgerät mit einem gelungenen Drehstoß weit über die 17-Meter-Marke. Es folgt banges Warten, wie weit war der Versuch wirklich. 17,21 Meter werden an der Anzeigetafel eingestellt, Urbaniak hält es nicht mehr auf dem Boden. Die Athletin von der LG Filstal lässt ihrer Freude über eine neue persönliche Bestleistung bei der 12. Auflage des Energie-Kugelstoß-Indoor am Freitagabend in der Wiedigsburghalle in Nordhausen freien Lauf.

Die U20-Europameisterin vollführt Freudensprünge direkt in die Arme von Trainer Peter Salzer. „Es ist einfach unglaublich und unbeschreiblich cool“ sprudelt es aus dem kleinen Energiebündel heraus. Noch nie hat die gebürtige Böhmenkircherin über 17 Meter gestoßen, in Nordhausen war nun Premiere. Im Endklassement belegte Urbaniak den sechsten Platz, Christian Schwanitz (LV 90 Erzgebirge) triumphierte mit 19,06 Meter, zugleich Jahresweltbestleistung.

Die Halle, die mit 2000 Zuschauern wie bereits 2009 und 2010 ausverkauft war, stand ebenfalls Kopf und alle freuten sich nicht nur mit der Siegerin Schwanitz, sondern besonders über die herausragende Leistung der noch sehr jungen Athletin, die gegenwärtig ihr erstes Jahr bei den Frauen bestreitet. „In meinem ersten Frauenjahr will ich versuchen, den Erfahrenen das Leben so schwer wie möglich zu machen“, verkündete sie am Rande. Die Weite in Nordhausen war zumindest der erste kleine Fingerzeig, in welche Richtung es in den kommenden Monaten gehen könnte.

Bereits in den täglichen Trainingseinheiten war Urbaniak gut aufgelegt, Weiten um die 16,50 Meter keine Seltenheit. Allerdings kam der Motor beim Meeting nur schwer in Gang, die ersten vier Versuche waren von dieser Marke noch weit entfernt, obwohl „ich völlig unbedarft und richtig locker in den Wettkampf gegangen bin“. Im fünften folgte die Erlösung. Für den nötigen Auftrieb sorgte zum einen „die absolut coole Atmosphäre in der Halle, die mir den nötigen Auftrieb gegeben hat“ und zum anderen einer ihrer Lieblingssongs von Avicii, „er ist für solche Augenblicke genau richtig“, den sie sich als Unterstützungssong für ihre Versuche gewünscht hat.

Es war die richtige Wahl, denn beides in Kombination half ihr zu einer für sie sensationellen Weite. „Das gibt einem erst den richtigen Push. Das war echt Adrenalin pur“, konnte sie ihr Glück auch Stunden nach den Wettkampf nur schwer in Worte fassen und schüttelte immer wieder den Kopf. „Die Weite gibt mir natürlich sehr viel Auftrieb für die Hallensaison. Mein Ziel ist es, so oft wie möglich in diese Richtung zu stoßen“, gab sie die Zielstellung für die kommenden Wettkämpfe aus. Ihr Fokus liegt in diesem Jahr auf den Deutschen Meisterschaften.

„In der U23 haben wir in diesem Jahr keine großen Wettkämpfe, deshalb werde ich versuchen, mich so gut wie möglich bei den Deutschen Meisterschaften zu verkaufen.“

Eine andere, Josephine Terlecki nämlich, konnte ihr Glück ebenfalls nicht fassen. Die gebürtige Weimarerin in Diensten des SC Magdeburg setzte gleich im ersten Versuch das erste Achtungszeichen. „Das war echt mehr, als ich mir jemals erhofft hätte“, freute sich die 25-Jährige über ihre neue persönliche Bestleistung von 18,29 Meter. Übertroffen wurde sie nur von ihrer Teamkollegin Nadine Kleinert, die im ersten Versuch mit 18,96 Meter ebenfalls einen „raushaute“.

Terlecki (Foto: J. Piper) Terlecki (Foto: J. Piper)

Und da schwappte sie auch schon durch die Halle, die erste Welle, die das Moderatorenduo Harry und Andreas versprochen hatte, wenn Kleinert über 18,50 Meter stoßen sollte. Bei der Magdeburgerin wich die Anspannung sichtlich der Erleichterung über den guten Einstand in die neue Saison. Kleinert wirkte gelöst und warf sogar vor ihrem dritten Versuch ein paar Küsschen in die Kamera. Doch ihre Körpersprache verriet, sie wollte noch mehr. Das Mehr war dann aber nicht ihr, sondern Konkurrentin Schwanitz vorbehalten, die im fünften Versuch mit 19,06 Meter glänzte.

Die Stimmung in der Halle war euphorisch, die Luft knisterte vor Spannung, denn es stand nun die Frage im Raum: „Kann Kleinert im sechsten Versuch noch einmal kontern ?“. Nein, die Kugel der mehrfachen Vize-Weltmeisterin landete bei 18,88 Meter, Kleinert wurde am Ende Zweite. Auf Rang drei folgte Trainingskollegin Terlecki, die sich nach ihrer starken Weite aus dem ersten Durchgang nicht mehr steigern konnte.

„Nach diesem Stoß ist bei mir die Anspannung abgefallen und es war für mich nicht so einfach diese wieder aufzubauen und nachzulegen“, entschuldigte sie sich fast schon ein wenig. Doch mit Hilfe der Zuschauer, „die Stimmung muss man einfach live erlebt haben. Die ist einfach unbeschreiblich, standen am Ende drei Versuche über 18 Meter auf der Ergebnisliste.

Auch Meeting-Direktor Werner Hütcher zeigte sich angesichts der überragenden Leistungen bei den Frauen sehr angetan. „Top war der Wettbewerb bei den Frauen, denn dieser war der spannendste aller bisherigen Wettkämpfe.“

Die nächsten Wettkämpfe warten schon auf Terlecki & Co und auch dort wollen die Aktiven versuchen ihre guten Leistungen aus Nordhausen zu bestätigen und vielleicht sogar zu übertreffen.
Sandra Arm
Autor: nnz

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