Mi, 16:38 Uhr
18.01.2012
St. Marien gewann neue Fans
Die alten Gemäuer von St. Marien erschüttert so schnell nichts, auch nicht, wenn eine ganze Schule auf sie zumarschiert...
Sie öffnet ihre Türen weit und heißt die Schüler der Albert-Schweitzer-Schule herzlich willkommen. Dass die wenigsten der Schüler Christen sind, stört das alte Gotteshaus dabei wenig. Wie hat schon Schweitzer gesagt: Nicht jeder, der eine Garage betritt, ist ein Auto und nicht jeder, der eine Kirche betritt, ist ein Christ. Doch tolerieren müssen wir uns, betont Direktor Jörg Lorenz bei der Begrüßung.
Schüler und Lehrer sind gekommen, um den Geburtstag des Namensgebers ihrer Schule zu feiern. Dass Schweitzer nicht nur Arzt, sondern auch Theologe, Organist und ausgewiesener Bach-Kenner war, haben alle schon einmal gehört. Anlass genug für Kantor Carsten Miseler von Schweitzers musikalischem Leben zu berichten und das Ganze mit zwei Bach-Stücken zu krönen.
Dabei ist es ruhig in der Kirche, die Kraft der Töne beeindruckt auch die coolen Jungs. Noch imposanter ist jedoch Carsten Miselers spätere Vorführung der Orgel: er lässt den höchsten und den tiefsten Ton durch den Raum schwirren, animiert die Schüler in die mächtigen Orgelpfeifen zu blasen, lässt sie das C erlauschen und führt sie in den Bauch der Orgel, in ihr Innerstes. Von hammermäßig über echt heftig bis zu leuchtenden Augen bei der Beschreibung der schweren Ziegelsteine auf dem Blasebalg machen die Schüler anschließend ihrer Begeisterung Luft.
Die Königin der Instrumente hat wieder einmal allen imponiert. Erst recht, als die Schüler hören, dass sie krank ist und das, wo sie doch soooo schön ist. Wie schade! Und so verwundert es wenig, dass viele Schüler die Orgel, als das Schönste malen, was in der Kirche zu sehen ist. Auch sind ihnen die Evangelisten an der Decke aufgefallen, mit Stier und Löwe. Und das große Jesus-Kreuz hat es etlichen besonders angetan. So viel Fremdes und doch Schönes bietet die Kirche.
Nach einer guten Stunde nahte der Abschied, als Dank lassen die Schüler gellende Pfiffe in St. Marien hören, wie bei einem Pop-Konzert. Wär hätte gedacht, dass das alte Gotteshaus einmal so viele neue Fans finden würde?
Regina Englert
Autor: nnzSie öffnet ihre Türen weit und heißt die Schüler der Albert-Schweitzer-Schule herzlich willkommen. Dass die wenigsten der Schüler Christen sind, stört das alte Gotteshaus dabei wenig. Wie hat schon Schweitzer gesagt: Nicht jeder, der eine Garage betritt, ist ein Auto und nicht jeder, der eine Kirche betritt, ist ein Christ. Doch tolerieren müssen wir uns, betont Direktor Jörg Lorenz bei der Begrüßung.
Schüler und Lehrer sind gekommen, um den Geburtstag des Namensgebers ihrer Schule zu feiern. Dass Schweitzer nicht nur Arzt, sondern auch Theologe, Organist und ausgewiesener Bach-Kenner war, haben alle schon einmal gehört. Anlass genug für Kantor Carsten Miseler von Schweitzers musikalischem Leben zu berichten und das Ganze mit zwei Bach-Stücken zu krönen.
Dabei ist es ruhig in der Kirche, die Kraft der Töne beeindruckt auch die coolen Jungs. Noch imposanter ist jedoch Carsten Miselers spätere Vorführung der Orgel: er lässt den höchsten und den tiefsten Ton durch den Raum schwirren, animiert die Schüler in die mächtigen Orgelpfeifen zu blasen, lässt sie das C erlauschen und führt sie in den Bauch der Orgel, in ihr Innerstes. Von hammermäßig über echt heftig bis zu leuchtenden Augen bei der Beschreibung der schweren Ziegelsteine auf dem Blasebalg machen die Schüler anschließend ihrer Begeisterung Luft.
Die Königin der Instrumente hat wieder einmal allen imponiert. Erst recht, als die Schüler hören, dass sie krank ist und das, wo sie doch soooo schön ist. Wie schade! Und so verwundert es wenig, dass viele Schüler die Orgel, als das Schönste malen, was in der Kirche zu sehen ist. Auch sind ihnen die Evangelisten an der Decke aufgefallen, mit Stier und Löwe. Und das große Jesus-Kreuz hat es etlichen besonders angetan. So viel Fremdes und doch Schönes bietet die Kirche.
Nach einer guten Stunde nahte der Abschied, als Dank lassen die Schüler gellende Pfiffe in St. Marien hören, wie bei einem Pop-Konzert. Wär hätte gedacht, dass das alte Gotteshaus einmal so viele neue Fans finden würde?
Regina Englert



