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Mi, 08:37 Uhr
18.01.2012

Blüten im Januar – Klimawandel live

Zur Zeit stöhnt niemand unter sommerlicher Hitze und niemand klagt, wie vor etwas mehr als einem Jahr über arktische Kälte. Das aktuelle Januarwetter ist im Gegenteil durchaus erträglich, obwohl es unnormal für einen Januar ist. Kein Schnee bisher, kaum Frost, dafür treibende Pflanzen und verschnupfte Allergiker...


Vor einem Jahr hatten wir einen überdurchschnittlich kalten Dezember und nun einen überdurchschnittlich milden Januar. Die Meterologen unterscheiden strikt zwischen Wetter und Klima. „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“, sagt man. Und eine im Januar blühende Rose macht noch keine Klimakatastrophe.

Was aber ist, wenn in der Tendenz in immer mehr Wintern Blüten treiben? Wenn wir in einer erdgeschichtlich verschwindend kurzen Zeit der menschgemachten Industrialisierung von ca. 150 Jahren fast ein Drittel mehr Kohlenstoff in der Atmosphäre haben? Und diese Tendenz ist unbestreit- und nachweisbar. Sie ist eindeutig.

Dass mitten im Winter Pflanzen, die jetzt eigentlich Ruhepause hätten, treiben und sogar blühen, das ist in der Häufung der letzten Jahrzehnte nicht normal. Denn das, was uns als interessant und vielleicht amüsant erscheint, führt zugleich zum Abschmelzen des arktischen Eisschildes, zum Versinken ganzer nordrussischer Dörfer im aufgetauten Permafrostboden und zur Forcierung des Klimawandels insgesamt – mit gravierenden Folgen für unsere eigene Existenz, die möglicherweise immer mehr in Frage gestellt wird.

Insofern dürften die hier dargestellten Januarblüten von Sommer- und Herbstblühern auf den ersten Blick wenig dramatisch erscheinen: Unseren Alltag beeinflussen diese Beobachtungen kaum. Aber Wissenschaftler in aller Welt schlagen Alarm: Der Mensch sägt an dem Ast, auf dem er sitzt, durch seine ungehemmten Eingriffe in schier alle Grundlagen des Lebens auf der Erde – und nur wenige begreifen, und kaum jemand, weder Politik, noch Bürger, handeln angemessen.

Die folgenden Bilder zeigen Ihnen mehrere, während der letzten Tage aufgenommene, mitten im Januar 2012 blühende Exemplare verschiedener Pflanzenarten nebst der üblichen Blütezeit laut ROTHMALER (1996): Exkursionsflora von Deutschland. Jena, Stuttgart aus dem Raum Halle. Konsequenterweise muss natürlich angefügt werden, dass der Raum Halle mit einer Durchschnittstemperatur von 9,1 °C und nur ca. 450 mm Niederschlag ein deutlich kontinentaleres und um ca. 2 °C wärmeres Klima aufweist, als der Südharzrand. Auch die ca. 250 mm mehr Niederschlag von Nordhausen gegenüber Halle sind nicht wegzudiskutieren. Dennoch dürften Rosen auch in Halle in einem Januar nicht blühen.
Zu-Früh-Blüher (Foto: B. Schwarzberg)
Zu-Früh-Blüher (Foto: B. Schwarzberg)
Zu-Früh-Blüher (Foto: B. Schwarzberg)
Zu-Früh-Blüher (Foto: B. Schwarzberg)
Zu-Früh-Blüher (Foto: B. Schwarzberg)
Zu-Früh-Blüher (Foto: B. Schwarzberg)
Zu-Früh-Blüher (Foto: B. Schwarzberg)
Zu-Früh-Blüher (Foto: B. Schwarzberg)
Zu-Früh-Blüher (Foto: B. Schwarzberg)
Zu-Früh-Blüher (Foto: B. Schwarzberg)
Zu-Früh-Blüher (Foto: B. Schwarzberg)
Zu-Früh-Blüher (Foto: B. Schwarzberg)
Die Bilder zeigen:
  • Gefleckte Taubnessel (Lamium maculatum), normal: 4-9
  • Silber-Fingerkraut (Potentilla argenteum), normal: 6-10
  • Gänseblümchen (Bellis perennis), normal: normal: 1-11 (zur Zeit aber massenhafte Blüte)
  • Vogel-Sternmiere (Stellaria media): 1-12
  • Gemeines Greiskraut (Senecio vulgaris), normal: 2-11
  • Gemeine Grasnelke (Armeria maritima), normal: 5-11
  • Einjähriges Bingelkraut (Mercurialis annua), normal: 6-10
  • Berg-Steinkraut (Alysssum montanum), normal: 3-5
  • Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris), normal: 1-12
  • Rose (Rosa spec.) normal: bis spätestens 10
Im Nordhäuser Park Hohenrode treiben zudem der Winterling (Eranthis hyemalis), normal: 2-4 und der Märzenbecher (Leucojum vernum), normal: 2-4
mehrere Wochen zu früh Knospen.

Und das, liebe nnz-Leser, ist nur eine ganz kleine Auswahl der im Januar eher kaum blühenden Pflanzen.
Autor: nnz

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