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Di, 19:52 Uhr
30.09.2003

Schulen im Netz

Nordhausen (nnz). Offiziell heißt das Ding: Fortschreibung der Schulnetzplanung. Doch unter den Bürgern, vor allem bei den Pädagogen ,gibt es dafür ein Synonym: Schulschließung. Heute sollte die heikle Vorlage der Kreisverwaltung beraten werden. In erster Lesung.


Die zweite Beigeordnete der Kreisverwaltung, Loni Grünwald (PDS), stellte den Kreistagsmitgliedern anhand von Bildchen und Folien vor, was sie eh in ihrer Vorlage hatten. Doch, so die einhellige Meinung, das Material sei überaus kompetent und aussagekräftig. Da werden Untersuchungen angestellt, Fälle dargestellt, Tabellen und Diagramme gezeichnet. Man hat in der Schulverwaltung das gesamte Office-Werkzeug von Microsoft bemüht um zu zeigen, dass sich die Schullandschaft im Landkreis Nordhausen verändern und damit auf die zurückgehenden Schülerzahlen reagieren muß.

Das Fazit des Entwurfs ist denn auch ab Seite 38 zu lesen. So sollen die Grundschulstandorte Sollstedt und Niedergebra aufgehoben werden. Dafür soll in Sollstedt eine neue Grundschule entstehen, die für Sollstedt, Rehungen, Nieder- und Obergebra, Elende sowie für Großlohora zuständig ist. Aufgehoben werden die Grundschulen in Nohra und Wipperdorf, zum 1. August 2004 wird dann komplett in Nohra unterrichtet. Während der Phase der Sanierung gehen alle Grundschüler nach Wipperdorf, dann ist dort „Schicht im Schacht“.

Auch bei den Regelschulen wird es Sollstedt treffen. Da dann die zentrale Grundschule der Region installiert werden soll, bleibt kein Platz für die Regelschüler. Die werden sich dann auf den Weg nach Bleicherode machen. Jürgen Hohberg, Bürgermeister von Sollstedt, kündigte gegenüber nnz schon mal vorsorglich an, dass er mit allen demokratische Mitteln gegen diesen Beschluß stimmen werde.

Vielleicht muß er aber nicht erbittert kämpfen, denn jetzt soll erst einmal der Ältestenrat beraten, ob die „Fortschreibung der Schulnetzplanung“ überhaupt noch in dieser Legislaturperiode beschlossen werden soll. Schließlich seien ja im kommenden Jahr kommunale Wahlkämpfe angesagt. Und Schulen sollten da kein Thema sein. Also wird jetzt erst einmal beraten und dann wird entschieden ob ja oder nein. Denn: Wer sich mit der Fortschreibung bis jetzt schon zwei oder drei Jahre Zeit ließ, bei dem kommt es auf zwei, drei oder neun Monate auch nicht mehr an. Was übrig bleibt, das ist die Unsicherheit bei Eltern, Schülern und Erziehern.
Autor: nnz

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