nnz-Polizeibericht am Donnerstag
Die ersten Glätte-Opfer der Saison registrierten die Polizeibeamten gestern. Und in zwei Unfälle waren Fußgänger verwickelt.
Fahrbahnglätte war um gestern Morgen um 06.30 Uhr Ursache für einen Unfall auf dem Steinbrücker Weg in Uthleben. Eine 21-jährige Autofahrerin kam in einer Rechtskurve aufgrund der glatten Straße nach links von der Fahrbahn ab und geriet in den Straßengraben. Dort überschlug sich die junge Frau in ihrem Renault Twingo und kam auf dem Dach zum Liegen. Der Schutzengel war sicherlich dabei, denn sie blieb unverletzt und kam mit dem Schrecken davon. An ihrem Fahrzeug entstand jedoch mit über 6.000 € wirtschaftlicher Totalschaden.
Auch um 07.10 Uhr war überfrorene Nässe verantwortlich für einen Unfall auf der Landstraße zwischen Wolkramshausen und Werther.
Bei einer 18-jährigen Fahranfängerin brach im Verlauf einer Kurve aufgrund glatter Straße das Fahrzeug aus und kam erst auf einem angrenzendem Acker zum Stehen. Die junge Frau blieb unverletzt. An ihrem Ford Fiesta entstand Sachschaden von knapp 1000 €.
Ein 21-jähriger Audifahrer fuhr vom PP der Sparkasse in Nordhausen und wollte nach rechts auf die Töpferstraße auffahren. Nach eigenen Angaben hielt er auch ordnungsgemäß an und vergewisserte sich, dass kein Fahrzeug kam. Dabei übersah der junge Mann allerdings eine 80-jährige Fußgängerin, die gerade die Ausfahrt querte. Bei dem Zusammenprall stürzte die Frau und zog sich Verletzungen zu, die im Krankenhaus weiterbehandelt werden mussten.
Kurz nach 18.00 Uhr war ein 21-jähriger Nordhäuser in seinem Renault auf der Leimbacher Straße unterwegs, als er plötzlich einen Fußgänger auf der Mitte der Fahrbahn bemerkte. Trotz sofort eingeleiteter Gefahrenbremsung konnte eine Kollision nicht mehr vermieden werden. Nach Zeugenaussagen hatte der junge Autofahrer keine Chance den Fußgänger zu bemerken, da dieser plötzlich und ohne zu warten die Fahrbahn überquerte und zudem schwarze Bekleidung trug. Während der Unfallaufnahme bemerkten die Beamten Alkoholgeruch bei dem 51-jährigen Fußgänger. Ein Alkotest war jedoch nicht möglich, da der Mann jegliche Zusammenarbeit verweigerte. Eine Blutentnahme wurde veranlasst.
Autor: nnz
Kommentare
Bodo Schwarzberg
15.12.2011, 13:32 Uhr
Nicht die Glätte! Zu schnelles Fahren war Unfallursache.
Zweimal las ich in dem Polizeibericht von Unfällen "auf Grund glatter Straßen". Die glatten Straße aber allein führt gewiss nicht zum Unfall. Erst eine Fahrgeschwindigkeit, die die auf Eis geringere Reibung sozusagen ignoriert, führt zum Ausbrechen des Fahreugs.
Die Meldungen klingen so, als hätten die Unfallopfer einfach nur Pech gehabt bzw. ihnen sei einfach ein unvermeidbares Missgeschick passiert. Motto: "Die böse, glatte Straße". Da die Glätte aber im jeweiligen Moment niemand beeinflussen kann, ist die FAHRWEISE entscheidend und ursächlich für Unfälle auf glatten Straßen.
Ein Feeling zu entwickeln, wie es der Fußgänger für seine Fußsohlen auf glatten Wegen meist hat, muss der Fahrer für den Kontakt zwischen Reifen und Untergrund erlernen, ja er muss dies halt genauso sanft erfühlen.
Das kann jeder tun, ohne sich und andere zu gefährden. Aber man muss erst einmal den Willen dafür entwickeln.
Aufällig ist auch wieder die hohe Präsenz junger Fahrer am Unfallgeschehen. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass ein Führerscheininhaber erst nach fünf bis sechs Jahren bzw. 100.000 (unfallfreien?) gefahrenen km von sich behaupten kann, sein Fahrzeug überwiegend zu beherrschen. Naturgemäß kann das bei einem 21-jährigen noch nicht der Fall sein. Hier gibt es noch sehr viel zu tun, weil es ja gerade diese Altersgruppe ist, die zu Selbstüberschätzung mit der Folge schwerster Unfälle neigt.
Viele Fahrlehrer haben mir recht gegeben, wenn ich anregte, Fahrsicherheitstrainings in den Fahrschulen gesetzlich vorzuschreiben. Indes: Die Fahrschulen könnten dann noch deutlich teurer werden. Und dann fürchten die Schulen um ihre Existenz.
Harzer_Wolf
15.12.2011, 13:39 Uhr
Alles besser wissen
Es gibt Leute, die alles besser wissen. Leider. Ich habe selbst vor etlichen Jahren einen solchen Unfall "gebaut". Ich bin mit 30 ! statt der erlaubten 70 in eine Kurve gefahren. Aussentemperatur 3 Grad plus. Kurvenausgangs befand sich Dreck, von einem landwirtschaftlich tätigem Fahrzeug hinterlassen, auf der Straße, welcher angefroren war. Das Lenkrad blockierte und ich fuhr ohne lenken zu können in den Gegenverkehr.
Die 5 min später kommende Polizei fuhr übrigens auch in den Graben. Und nun erklären Sie mir doch einmal wissenschaftlich, was ich falsch gemacht habe? Diese Schuldzuweisungen ohne Kenntnis der jeweiligen Situation sind nicht niveauvoll.
balea
15.12.2011, 14:29 Uhr
Herr Schwarzberg,
wie Sie in Ihrem Kommentar pauschal über die 21jährigen bzw. Fahrer in der Altergruppe urteilen finde ich schlichtweg anmaßend und überheblich.
Sicher fehlt vielen die Fahrpraxis, aber bei o.g. Unfall kann davon keine Rede sein. Die 21jährige Fahrerin in "ihrem" Twingo ist eine Pflegekraft eines mobilen Pflegedienstes, die täglich von früh bis spät für das Wohl vieler sorgt. Dieser mangelde Fahrpraxis zu unterstellen, finde ich persönlich anmaßend. Diese junge Dame fährt mit Sicherheit mehr Kilometer am Tag, als manch älterer geschulter Fahrer in der Woche.
Manchmal ist Schweigen gold, wenn einem das Wissen fehlt.....
Doerfler
15.12.2011, 22:09 Uhr
Glätte-Opfer, Herr Schwarzberg, ...
...waren an diesem Morgen nicht nur diese jungen Fahrer, sondern auch mehrere "gestandene" Kraftfahrer, die auf meiner täglichen Fahrt zur Arbeit z.B. am Kyffhäuser ihre Fahrt im Graben beendeten! Und auch mich hätte es beinahe erwischt, obwohl ich aufgrund langjähriger Fahrpraxis und Kenntnis physikalischer Zusammenhänge meine Fahrweise als "defensiv" einschätzen möchte. Verkneifen Sie sich bitte solche Kommentare!
Eine ganz andere Frage stellt sich hier:
Wieso ist der Winterdienst bei Temperaturen um den Gefrierpunkt - und Eisgefahr- an solchen neuralgischen Punkten nicht aktiv, wo doch (O-Ton nach dem vergangenen Winter:) "Salzmangel nicht wieder vorkommt, denn wir sind für den kommenden Winter gut gerüstet..."?
andre87
16.12.2011, 00:08 Uhr
@balea
Da muss ich Ihnen voll und ganz zustimmen.
Ich finde es auch sehr anmaßend bei Unfällen immer das Alter mit einzubeziehen.
Es kommt immer auf die persönlichen Umstände an, wie Harzer Wolf schon sagte. Selbst Polizisten die täglich auf Einsatzfahrten sind und auch diesbezüglich regelmäßig Fahrsicherheitstrainings bekommen sind gegen Blitzeis machtlos.
Dazu muss man leider auch sagen dass natürlich gerade im Jugendlichen Alter die finanziellen Vorraussetzungen nicht gegeben sind um sich Beispielsweise moderne Autos mit ESP leisten zu können.
Zum Abschluss wünsche ich allen Geschädigten eine gute Besserung.
undCO
16.12.2011, 09:19 Uhr
Kurz nach 18 Uhr ...
...wollte der 51 jährige Herr bestimmt Nachschub holen. Ein Überqueren der Strasse von der Straßenbahnhaltestelle zum Net.. Markt ist eine tolle Vorbildfunktion, hoffentlich erwischt es dort noch einige, aber die armen Kraftfahrer sind ja dann die Unebteiligten. Hier muß endlich etwas passieren, oder muß es erst Tote geben???
Hier könnte der Blitzer gleich weitere Strafzettel ausstellem, ach ja es war langer keiner da, und schon wird wieder gerast.
Paulinchen
16.12.2011, 10:59 Uhr
Manchmal wäre es schön, andere Statistiken so detailliert lesen zu können….
wie die der Polizei. Seit langem frage ich mich schon, weshalb wird eigentlich stets das Alter von Unfallverursachern und Beteiligten in der Presse veröffentlicht. Meiner Meinung nach spielt es doch gar keine Rolle, wenn es sich um normale Unfälle handelt. Auffällig ist aber dabei nur, wenn es sich um kriminelle Dinge handelt, dann sind die Berichte nicht so ausführlich, da werden sogar die Gesichter von Schwerstverbrechern, vor denen man sich nach deren frühzeitiger Freilassung besser immer noch schützen sollte, in Zeitungen und auf den Bildschirmen verpixelt.
Darüber hinaus bewundere ich immer die hervorragenden Gutachterkenntnisse der Polizeibeamten bei der Schadenshöhenfeststellung. Aus Expertenkreisen habe ich dazu mal erfahren, dass diese nur selten stimmen. So sollen sicher die von mir erwähnten Daten nur den Umfang des Polizeiberichtes ein wenig vergrößern. Wenn sie nicht einzeln veröffentlicht würden, sondern immer zum Ende eines Jahres, dann könnten sich die Gemüter nicht unnötig darüber erhitzen. Zum Ende des Jahres wären sie dann auch wirklich aussage- und bewertungsfähig.
Sie sehr geehrter Herr Schwarzberg sollten gut aufpassen, dass Sie nicht auf einer Bananenschale ausrutschen, die vielleicht ein Kind unachtsam auf dem Gehweg entsorgt hat. Oder haben Sie Ihr Verhalten darauf schon vor dem Verlassen der Hautür eingestellt? Fragt Paulinchen.
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