Mo, 09:40 Uhr
12.12.2011
Tiere eigen sich nicht als Weihnachtsgeschenk
Pünktlich zwei Wochen vor Weihnachten stellt das Nordhäuser Tierheim An der Alten Schäferein 1 seine Vermittlungstätigkeit bis zum neuen Jahr ein. Und das hat einen guten Grund, wie Cornelia Knust, seit 2006 Leiterin der Einrichtung, herausstellt: Tiere eignen sich nicht als Weihnachtsgeschenk. Wer sich wirklich für ein Tier interessiert, der bereitet sich langfristig darauf vor und kommt auch nach den Feiertagen wieder. Ein Bericht von Britta Gestenberger...
Cornelia Knust, im Arm den lebhaften Clyde, freut sich über die Unterstützung der 14-jährigen Nordhäuser Schülerin Elisabeth Teller, die die neugierige Bonnie hält. Die beiden zwölf Wochen alten temperamentvollen Mischlings-Welpen suchen ein neues Zuhause allerdings erst nach den Feiertagen.
Cornelia Knust hat es schon persönlich erlebt, dass Anrufer nach kleinen Kätzchen zum Verschenken anfragten. Das alle Jahre wieder-kehrende Motiv: Entweder Notgeschenk, weil einem nichts anderes einfällt oder aber die Versuchung leuchtender Kinderaugen angesichts des kuscheligen Bello, der süßen Minka, des lustigen Klopfer. Tiere sind kein Spielzeug. Prinzipiell sind Tiere hervorragende Begleiter und Freunde, insbesondere auch für Kinder, ist die Tierheimchefin überzeugt. Kinder könnten auf diesem Weg lernen, Verantwortung zu übernehmen. Dennoch sollten sich in erster Linie die Eltern darüber im Klaren sein, dass sie die Hauptverantwortung für das neue Familienmitglied tragen.
Die Entscheidung für ein Tier darf niemals leichtfertig getroffen werden und sollte gut überlegt sein. Zunächst sollte man sich Gedanken machen, welches Tier man anschafft. Hamster sind zwar niedlich, für Kinder jedoch nicht besonders geeignet, da sie nachtaktive Tiere sind. Das kann für Probleme sorgen, gibt Knust zu bedenken. Außerdem fühlen sich manche Tiere, beispielsweise Kaninchen, Meerschweinchen oder auch Vögel, in Gruppen wohler. Mehr Tiere bedeuten mehr Arbeit, und Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist - in diesem Zusammenhang in des Wortes originärer Bedeutung: Die Tiere müssen regelmäßig versorgt und sauber gehalten werden. Das kindliches Interesse an ihnen erlahmt angesichts dieser Tätigkeiten unter Umständen rasch, so Cornelia Knust.
Weihnachten, für Menschen eine Zeit der Hochstimmung, sei aus verschiedenen Gründen kein guter Zeitpunkt, um die neuen Hausgenossen in der Familie einzuführen: Ungewohnte Umgebung, lauter neue Gesichter, fremde Hände, die beständig streicheln wollen, Glitzer, Musik, eine Unmenge an fremden Gerüchen eine Vielzahl neuer Eindrücke, die insbesondere junge Tiere nicht verarbeiten können. Für sie ist das beängstigend und Stress pur, so Cornelia Knust. Viel besser für die Anschaffung eines Tiers sei deshalb die Urlaubs- und Ferienzeit, weil dann alle Zeit haben, sich kennen zu lernen und sich in aller Ruhe aneinander zu gewöhnen, was Geduld und Zeit braucht, so die Expertin.
Ferner gibt sie zu bedenken, dass die Erwartungen an die Tiere oft zu hoch seien. Wer beispielsweise erwartet, einen jungen, stubenreinen, unproblematischen Hund zu bekommen, der kinderlieb ist, acht Stunden allein bleibt und Sitz, Platz, Fuß beherrscht, der wird in der Regel enttäuscht werden, sagt die Fachfrau schmunzelnd. Sie regt an, zunächst Kontakt zu den Tieren aufzubauen, etwa durch Besuche und gemeinsame Spaziergänge. Das Nordhäuser Tierheim biete diese Möglichkeit an, seriöse Züchter gleichfalls.
Wer sich für ein per Annonce als zu verschenken deklariertes Tier entscheide, der solle besser zweimal hinschauen, so die Tierheimchefin: Wer sein Tier aus welchen Gründen auch immer wirklich abgeben muss, der möchte sicher stellen, dass es ihm auch weiterhin gut geht. Menschen, die ihr Tier lieben, geben es deshalb nur mit Schutzvertrag ab.
Ferner sollte vor Anschaffung geklärt werden, welches Tier bei Hunden welche Rasse zur Familie passt. Beratung und umfassende Information seien in jedem Fall wichtig. Sportliche Menschen sollten sich für Hunde entscheiden, die viel Bewegung brauchen. Wer es eher langsamer mag, der ist mit einem ruhigeren Tier gut beraten. Menschen ohne Erfahrungen mit Hunden sollten sich insbesondere über die verschiedenen Rassen und ihre speziellen Haltungsanforderungen beraten lassen, gibt die Tierheimchefin mit auf den Weg, denn selbst ein kleiner, niedlicher Welpe kann zu einem temperamentvollen Schwergewicht heranwachsen. Auch aus diesem Grund sollten sich gerade in Sachen Hundeerziehung alle Familienmitglieder einig sein und an einem Strang ziehen, denn der Rudelchef müsse stets der am oberen Ende der Leine sein.
Außerdem sei bei der Anschaffung von Tieren generell zu berücksichtigen, ob alle Familienmitglieder, Vermieter und Nachbarn mit dem Familienzuwachs einverstanden sind, ob Allergien oder andere Einschränkungen vorliegen, ob genügend Auslauf sowie art- und verhaltensgerechte Lebensumstände gewährleistet werden können, wie alt das Tier werden kann, wer es in Urlaubs- und Ferienzeiten versorgt und lust but not least, dass ein Tier auch ein Kostenfaktor ist: Ein Tier kostet Geld, angefangen bei der Anschaffung über die Futterkosten bis hin zu den Ausgaben für die jährlichen Impfungen oder Wurmkuren und gegebenenfalls die Sterilisation. Hinzu kommen die nicht kalkulierbaren Kosten, wenn das Tier krank wird, Medikamente, tierärztliche Versorgung oder gar eine Operation benötigt.
Werde alles bedacht und gut vorbereitet, so stehe einer langen Freundschaft zwischen Mensch und Tier nichts im Wege, ist sich Cornelia Knust sicher. Sie und ihr Team stehen für weitere Fragen gerne als Ansprechpartner zur Verfügung, Tel.: (0 36 31)90 01 01. Wer möchte, kann dem Tierheim einen virtuellen Besuch abstatten (www.tierheim-nordhausen.de) oder - im Rahmen eines Spaziergangs - auch einen persönlichen.
Britta Gernstenberger
Autor: nnzCornelia Knust, im Arm den lebhaften Clyde, freut sich über die Unterstützung der 14-jährigen Nordhäuser Schülerin Elisabeth Teller, die die neugierige Bonnie hält. Die beiden zwölf Wochen alten temperamentvollen Mischlings-Welpen suchen ein neues Zuhause allerdings erst nach den Feiertagen.
Cornelia Knust hat es schon persönlich erlebt, dass Anrufer nach kleinen Kätzchen zum Verschenken anfragten. Das alle Jahre wieder-kehrende Motiv: Entweder Notgeschenk, weil einem nichts anderes einfällt oder aber die Versuchung leuchtender Kinderaugen angesichts des kuscheligen Bello, der süßen Minka, des lustigen Klopfer. Tiere sind kein Spielzeug. Prinzipiell sind Tiere hervorragende Begleiter und Freunde, insbesondere auch für Kinder, ist die Tierheimchefin überzeugt. Kinder könnten auf diesem Weg lernen, Verantwortung zu übernehmen. Dennoch sollten sich in erster Linie die Eltern darüber im Klaren sein, dass sie die Hauptverantwortung für das neue Familienmitglied tragen.
Die Entscheidung für ein Tier darf niemals leichtfertig getroffen werden und sollte gut überlegt sein. Zunächst sollte man sich Gedanken machen, welches Tier man anschafft. Hamster sind zwar niedlich, für Kinder jedoch nicht besonders geeignet, da sie nachtaktive Tiere sind. Das kann für Probleme sorgen, gibt Knust zu bedenken. Außerdem fühlen sich manche Tiere, beispielsweise Kaninchen, Meerschweinchen oder auch Vögel, in Gruppen wohler. Mehr Tiere bedeuten mehr Arbeit, und Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist - in diesem Zusammenhang in des Wortes originärer Bedeutung: Die Tiere müssen regelmäßig versorgt und sauber gehalten werden. Das kindliches Interesse an ihnen erlahmt angesichts dieser Tätigkeiten unter Umständen rasch, so Cornelia Knust.
Weihnachten, für Menschen eine Zeit der Hochstimmung, sei aus verschiedenen Gründen kein guter Zeitpunkt, um die neuen Hausgenossen in der Familie einzuführen: Ungewohnte Umgebung, lauter neue Gesichter, fremde Hände, die beständig streicheln wollen, Glitzer, Musik, eine Unmenge an fremden Gerüchen eine Vielzahl neuer Eindrücke, die insbesondere junge Tiere nicht verarbeiten können. Für sie ist das beängstigend und Stress pur, so Cornelia Knust. Viel besser für die Anschaffung eines Tiers sei deshalb die Urlaubs- und Ferienzeit, weil dann alle Zeit haben, sich kennen zu lernen und sich in aller Ruhe aneinander zu gewöhnen, was Geduld und Zeit braucht, so die Expertin.
Ferner gibt sie zu bedenken, dass die Erwartungen an die Tiere oft zu hoch seien. Wer beispielsweise erwartet, einen jungen, stubenreinen, unproblematischen Hund zu bekommen, der kinderlieb ist, acht Stunden allein bleibt und Sitz, Platz, Fuß beherrscht, der wird in der Regel enttäuscht werden, sagt die Fachfrau schmunzelnd. Sie regt an, zunächst Kontakt zu den Tieren aufzubauen, etwa durch Besuche und gemeinsame Spaziergänge. Das Nordhäuser Tierheim biete diese Möglichkeit an, seriöse Züchter gleichfalls.
Wer sich für ein per Annonce als zu verschenken deklariertes Tier entscheide, der solle besser zweimal hinschauen, so die Tierheimchefin: Wer sein Tier aus welchen Gründen auch immer wirklich abgeben muss, der möchte sicher stellen, dass es ihm auch weiterhin gut geht. Menschen, die ihr Tier lieben, geben es deshalb nur mit Schutzvertrag ab.
Ferner sollte vor Anschaffung geklärt werden, welches Tier bei Hunden welche Rasse zur Familie passt. Beratung und umfassende Information seien in jedem Fall wichtig. Sportliche Menschen sollten sich für Hunde entscheiden, die viel Bewegung brauchen. Wer es eher langsamer mag, der ist mit einem ruhigeren Tier gut beraten. Menschen ohne Erfahrungen mit Hunden sollten sich insbesondere über die verschiedenen Rassen und ihre speziellen Haltungsanforderungen beraten lassen, gibt die Tierheimchefin mit auf den Weg, denn selbst ein kleiner, niedlicher Welpe kann zu einem temperamentvollen Schwergewicht heranwachsen. Auch aus diesem Grund sollten sich gerade in Sachen Hundeerziehung alle Familienmitglieder einig sein und an einem Strang ziehen, denn der Rudelchef müsse stets der am oberen Ende der Leine sein.
Außerdem sei bei der Anschaffung von Tieren generell zu berücksichtigen, ob alle Familienmitglieder, Vermieter und Nachbarn mit dem Familienzuwachs einverstanden sind, ob Allergien oder andere Einschränkungen vorliegen, ob genügend Auslauf sowie art- und verhaltensgerechte Lebensumstände gewährleistet werden können, wie alt das Tier werden kann, wer es in Urlaubs- und Ferienzeiten versorgt und lust but not least, dass ein Tier auch ein Kostenfaktor ist: Ein Tier kostet Geld, angefangen bei der Anschaffung über die Futterkosten bis hin zu den Ausgaben für die jährlichen Impfungen oder Wurmkuren und gegebenenfalls die Sterilisation. Hinzu kommen die nicht kalkulierbaren Kosten, wenn das Tier krank wird, Medikamente, tierärztliche Versorgung oder gar eine Operation benötigt.
Werde alles bedacht und gut vorbereitet, so stehe einer langen Freundschaft zwischen Mensch und Tier nichts im Wege, ist sich Cornelia Knust sicher. Sie und ihr Team stehen für weitere Fragen gerne als Ansprechpartner zur Verfügung, Tel.: (0 36 31)90 01 01. Wer möchte, kann dem Tierheim einen virtuellen Besuch abstatten (www.tierheim-nordhausen.de) oder - im Rahmen eines Spaziergangs - auch einen persönlichen.
Britta Gernstenberger


