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Do, 13:28 Uhr
24.11.2011

Möglicher Fehler

Angesichts der jüngsten Brandstiftungen in Nordhäuser Mehrfamilienhäusern mahnt Bürgermeister Matthias Jendricke (SPD) zum richtigen Verhalten im Falle eines Wohnhausfeuers. Hier die Tipps vom Bürgermeister...


„Wir müssen leider bei den Bränden vor Ort häufig feststellen, dass es die meisten Verletzten nicht etwa wegen der Flammen gibt, sondern aufgrund einer Rauchgasvergiftung. Unsere Berufsfeuerwehr sieht dabei zwei Hauptfehler der meisten Hausbewohner: Zum einen öffnen die Bewohner dauerhaft ihre Wohnungstür und machen so den Weg frei für die Rauchgase bis in die Wohnung. Zum anderen wollen viele das Gebäude über die verrauchten Treppenhäuser verlassen und laufen damit direkt hinein in den giftigen Qualm. Besser ist es, sich in die Wohnung zurückzuziehen, sofort die Feuerwehr über 112 zu alarmieren und auf deren professionelle Hilfe zu warten“, erklärte der Bürgermeister.

Der Leiter der Berufsfeuerwehr, Gerd Jung, konnte dazu auch einen konkreten Fall aus dem letzten Wohnhausbrand wiedergeben, welcher hätte tragisch enden können: Ein Mann wollte über das Treppenhaus ins Freie, stand unten aber vor verschlossener Haustür – und somit mitten im giftigen Rauch. Beim Weg zurück in die Wohnung bemerkte er, dass er den Wohnungsschlüssel nicht mitgenommen hatte. Gottseidank hatte er die Wohnungstür nicht richtig zugezogen, so dass er sich gerade noch rechtzeitig in die sichere Wohnung retten konnte“, berichtete Jung.

„Daher sollte man sich an einem Fenster oder auf dem Balkon außerhalb des akuten Gefahrenbereiches aufhalten und auf sich aufmerksam machen. Die Feuerwehr wird Ihnen schnell helfen, dafür ist sie ausgebildet und technisch gut ausgestattet. Falls nötig, sollte man die Tür gegen eindringenden Rauch abdichten“, erklärte der Leiter der Nordhäuser Berufsfeuerwehr.

Maske auf (Foto: Stadtverwaltung) Maske auf (Foto: Stadtverwaltung)

Untersuchungen bestätigten, dass 80 Prozent der Opfer bei Bränden nicht durch die Einwirkung von Hitze und Feuer ums Leben kommen, sondern durch Brandrauch und Brandgase. Besondere Gefahr ist hier bei offenen Bränden das auftretende Kohlenmonoxid, wovon schon ein paar wenige Atemzüge tödlich sein können. „Unsere Feuerwehren haben für die Evakuierung bei Wohnungsbränden extra immer Brandschutzhauben für die Bewohner dabei, diese schützen mindestens 15 Minuten gegen die lebensbedrohlichen Brandgase und ermöglichen so eine sichere Evakuierung. Wenn die Feuerwehr vor Ort eintrifft, hat die Menschenrettung absoluten Vorrang. „Wir bringen Sie und alle weiteren Personen, die in Gefahr sind, ggf. auch mit der Leiter in Sicherheit“, machte Jendricke klar.

Zugleich verwies der Bürgermeister darauf, dass neben der Berufsfeuerwehr noch weitere 14 Stadt- und Ortsteilfeuerwehren zur Verfügung stehen und somit kein Grund zur Sorge besteht, dass die Feuerwehr nicht zeitnah erscheint.
Autor: nnz

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Kommentare
Bodo Schwarzberg
24.11.2011, 18:16 Uhr
Sehr wichtiger Beitrag zum Verhalten bei Feuer.
Leider werden solche Ratschläge oft ebenso wenig beachtet, wie jene zum richtigen Verhalten im Straßenverkehr. Aber das liegt wohl leider in der Natur des Menschen, der Gefahren, die nicht unmittelbar in Sicht sind, verdrängt, siehe dessen fatale Ignoranz beim Klimawandel.

Zwei wichtige Dinge fehlen aber im Text: Erstens der Hinweis auf Rauchmelder, die in jeder Wohnung obligatorisch sein sollten, und zweitens der auf die Notwendigkeit, die Haustüren abends konsequent abzuschließen. Das könnte zwar im Brandfall von Nachteil sein, aber wie im Beitrag richtig steht, sollte man ja auch um Gottes Willen im Brandfall nicht ins Treppenhaus laufen, sofern der Brand nicht in der eigenen Wohnung ausgebrochen ist.

Die Brandstiftungen in Mehrfamilienhäusern dürften aber durch nicht verschlossene Haustüren sehr begünstigt werden. Ich muss beruflich öfters in solche Häuser und staune immer wieder über die Nachlässigkeit der Bewohner.

Es sind oft winzige Kleinigkeiten im Verhalten, die einer Katastrophe vorbeugen können. Wir sollten nicht leichtfertig über sie hinwegsehen.

Katstrophenforscher raten immer wieder, sich in einer ruhigen Minute zu überlegen, wie man sich im Falle des Falles verhält. Dies gilt bei Bränden ebenso wie z.B. bei plötzlich vor Autos auftauchenden Wildtieren. Mit Verstand gegen den Reflex anzugehen, das kann lebensentscheidend sein. Viele Menschen wären noch unter uns, wenn sie sich und ihren Angehörigen diese wenigen Minuten gegönnt hätten.
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