Di, 16:51 Uhr
16.09.2003
Mit neuem Team und neuen Ideen
Nordhausen (nnz). Seit heute steht es fest: Die Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH hat einen neuen Geschäftsführer. Lars Tietje darf auch die Bezeichnung Intendant führen. Am Nachmittag stellte Tietje sich und künftige Vorstellungen von seiner Nordhäuser Zeit vor.
Zuerst zu den Formalitäten. Die Gesellschafter der GmbH haben am Vormittag Lars Tietje einstimmig zum Geschäftsführer bestellt. Der Anstellungsvertrag soll in den kommenden zwei Wochen unterschrieben werden. Und: Lars Tietje darf die Dienstbezeichnung Intendant tragen.
47 Bewerber, drei Gesprächsrunden, letztlich blieb der 36jährige als Kandidat übrig, nachdem ein weiterer End-Bewerber seine Offerte für Nordhausen zurückgezogen hatte. Nach Aussagen von Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) habe Tietje ein überzeugendes Konzept für die kommenden vier Jahre vorgelegt. Der noch als Stellvertreter von Christoph Nix in Kassel agierende Eichsfelder hatte sich das Nordhäuser Theater und das Loh-Orchester quasi inkognito mehrfach angesehen. Ihm ist bewusst, dass aus finanzieller Sicht eine schwere Zeit auf das Nordhäuser Haus zukommt. Doch wie Rinke auch sagte, sei die Finanzierung sowohl vom Land als auch von den Gesellschaftern der GmbH abgesichert.
Diese relative Sicherheit habe es Tietje leicht gemacht, sich für die ausgeschriebene Stelle zu bewerben. Selbst an der Kölner Oper kann nicht für einen Zeitraum von fünf Jahren geplant werden, meinte der Neue heute. Und in Köln kennt er sich aus, dort arbeitete er an der Oper, zuvor in Hamburg, danach - bis jetzt - in Kassel. Der Drei-Sparten-Betrieb bleibt in Nordhausen erhalten, wenn auch auf eigene Schauspielproduktionen verzichtet werden muß.
Es wird eine leichtere Theater-Kost unter seiner Führung geben. Wobei er leichtere Kost nicht mit einem Volksmusikabend gleichsetzen will: Eine gute Operette ist eben auch Theater! Lars Tietje muß vor allem das Theater wieder zu den Menschen bringen, muß die Besucherzahlen und damit die Einspielerlöse steigern. Wie Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Wahlbuhl der nnz sagte, seien in der Spielzeit 2001/2002 vom Deutschen Bühnenverein für das Nordhäuser Theater 69.000 Besucher ausgewiesen worden. Ein Vergleich: In der Ära Nix lagen die Zahlen zwischen 90.000 und 100.000. Auch Gastspiele soll es wieder geben, zum Beispiel in Heiligenstadt, in Mühlhausen, vielleicht auch in Goslar oder Duderstadt. Der studierte Kulturmanager und Theologe, der über die Musik (Klavierstudium und Dirigieren) zum Theater kam will unbedingt ein modernes Controlling einführen.
Und er wird neue Leute, ein künstlerisches Team, mitbringen nach Nordhausen. Mitbringen wird der 36jährige auch seine Familie. Er will hier in Nordhausen schnuppern, wie sein Theater ankommt, will reinhören in die Massen, aus denen sich das jetzige und hoffentlich auch das künftige Publikum rekrutiert. In den kommenden Jahren wird es keine Verdi-Opern mehr geben, aber Puccini wäre ja auch nicht schlecht. Und vielleicht gibt es auch ein Remake von "Stars".
Autor: nnz
Zuerst zu den Formalitäten. Die Gesellschafter der GmbH haben am Vormittag Lars Tietje einstimmig zum Geschäftsführer bestellt. Der Anstellungsvertrag soll in den kommenden zwei Wochen unterschrieben werden. Und: Lars Tietje darf die Dienstbezeichnung Intendant tragen.47 Bewerber, drei Gesprächsrunden, letztlich blieb der 36jährige als Kandidat übrig, nachdem ein weiterer End-Bewerber seine Offerte für Nordhausen zurückgezogen hatte. Nach Aussagen von Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) habe Tietje ein überzeugendes Konzept für die kommenden vier Jahre vorgelegt. Der noch als Stellvertreter von Christoph Nix in Kassel agierende Eichsfelder hatte sich das Nordhäuser Theater und das Loh-Orchester quasi inkognito mehrfach angesehen. Ihm ist bewusst, dass aus finanzieller Sicht eine schwere Zeit auf das Nordhäuser Haus zukommt. Doch wie Rinke auch sagte, sei die Finanzierung sowohl vom Land als auch von den Gesellschaftern der GmbH abgesichert.
Diese relative Sicherheit habe es Tietje leicht gemacht, sich für die ausgeschriebene Stelle zu bewerben. Selbst an der Kölner Oper kann nicht für einen Zeitraum von fünf Jahren geplant werden, meinte der Neue heute. Und in Köln kennt er sich aus, dort arbeitete er an der Oper, zuvor in Hamburg, danach - bis jetzt - in Kassel. Der Drei-Sparten-Betrieb bleibt in Nordhausen erhalten, wenn auch auf eigene Schauspielproduktionen verzichtet werden muß.
Es wird eine leichtere Theater-Kost unter seiner Führung geben. Wobei er leichtere Kost nicht mit einem Volksmusikabend gleichsetzen will: Eine gute Operette ist eben auch Theater! Lars Tietje muß vor allem das Theater wieder zu den Menschen bringen, muß die Besucherzahlen und damit die Einspielerlöse steigern. Wie Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Wahlbuhl der nnz sagte, seien in der Spielzeit 2001/2002 vom Deutschen Bühnenverein für das Nordhäuser Theater 69.000 Besucher ausgewiesen worden. Ein Vergleich: In der Ära Nix lagen die Zahlen zwischen 90.000 und 100.000. Auch Gastspiele soll es wieder geben, zum Beispiel in Heiligenstadt, in Mühlhausen, vielleicht auch in Goslar oder Duderstadt. Der studierte Kulturmanager und Theologe, der über die Musik (Klavierstudium und Dirigieren) zum Theater kam will unbedingt ein modernes Controlling einführen.
Und er wird neue Leute, ein künstlerisches Team, mitbringen nach Nordhausen. Mitbringen wird der 36jährige auch seine Familie. Er will hier in Nordhausen schnuppern, wie sein Theater ankommt, will reinhören in die Massen, aus denen sich das jetzige und hoffentlich auch das künftige Publikum rekrutiert. In den kommenden Jahren wird es keine Verdi-Opern mehr geben, aber Puccini wäre ja auch nicht schlecht. Und vielleicht gibt es auch ein Remake von "Stars".

