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Mi, 15:37 Uhr
10.09.2003

Eklat vor Eröffnung

Nordhausen (nnz). Immer wieder muß sich die Nordhäuser Kreisverwaltung mit der Kreisumlage herumplagen. Genauer gesagt, mit dem Eintreiben der Abgabe der Kommunen. Oftmals haben die Verantwortlichen ein Nachsehen, doch im Fall von Bleicherode könnte es morgen zum Eklat kommen. Da soll die neue Sporthalle feierlich eröffnet werden.


In Bleicherode wird morgen die zweite Mehrzwecksporthalle im Landkreis Nordhausen eröffnet. Die Halle wurde durch den Landkreis am Standort des Schiller-Gymnasiums errichtet. Mit der neuen Sporthalle werden für die Bleicheröder Schüler künftig optimale Bedingungen für den Schulsport geschaffen. Da die Halle auch mit Zuschauertribünen ausgerüstet ist, bietet sie ebenfalls die Möglichkeit, kulturelle Veranstaltungen durchzuführen. „Mit Ausgaben von rund 4,5 Millionen Euro hat der Landkreis Nordhausen hier eine bedeutende Infrastrukturmaßnahme für die Region Bleicherode geschaffen“, erklärte der für den Bau und die Finanzen zuständige 1. Beigeordnete des Landkreises, Matthias Jendricke (SPD).

Trotz der Freude über den bevorstehenden Eröffnungstermin, gibt es im Landratsamt auch erhebliche Sorgen mit der Stadt Bleicherode, denn diese ist bei der Zahlung der Kreis- und Schulumlage das Hauptsorgenkind. Die Stadt schuldet dem Landkreis mehrere Monatsraten. Die Umlagen dienen aber besonders auch der Finanzierung von Schulen und Sportstätten, die der Landkreis im Auftrag für die Gemeinden betreibt. Deshalb sind diese zur Aufgabenerfüllung unbedingt erforderlich und der Landkreis muss darauf bestehen. Der kreisliche Rechnungsprüfungsausschuss hat ebenfalls in der letzten Woche über die finanziellen Außenstände des Landkreises beraten und die Aufforderung an die Verwaltung herausgegeben, alles zu unternehmen, um die Zahlungen zu veranlassen.

Aufgrund der beachtlichen Außenstände der Stadt Bleicherode hat der Landkreis jetzt die Notbremse gezogen und wird der Stadt keine Schlüsselberechtigung für die neue Halle erteilen. Damit kann zwar der Schulsport planmäßig stattfinden, aber die Nutzung für die Stadt und ihre Vereine bleibt untersagt. „Die Maßnahme ist bedauerlich und wird nach Begleichung der Bleicheröder Schulden auch sofort wieder aufgehoben“, sagte der 1. Beigeordneter des Landratsamtes zu. Der Landkreis Nordhausen muss zur Zeit selbst erheblich seinen Kassenkredit beanspruchen, da er verschiedene Einnahmen von Bürgern und Gemeinden trotz Mahnverfahren nicht erhält.

Für den Bleicheröder Bürgermeister Dieter Kochbeck (CDU) ist die Entwicklung überhaupt nicht zu verstehen. Noch am Mittag habe er mit Jendricke telefoniert und ihm mitgeteilt, dass die Stadt ihren Zahlungsverpflichtungen bis zum Jahresende nachkommen werde, bis April seien die Forderungen bereits beglichen. Eigenartig ist das Verhalten Jendrickes aus Sicht der Bleicheröder nicht, denn nach deren Meinung galt der jetzige Beigeordnete in seiner „Kreistagszeit“ als Verhinderer des Bauvorhabens.

Dieter Kochbeck, so sagte er heute der nnz, werde an der Eröffnung der Sporthalle nicht teilnehmen. Mehr noch, er werde eine gerichtliche Verfügung erwirken, damit die Vereine der Stadt und der Region ihren sportlichen Aktivitäten nachgehen können. Kochbeck sieht dabei auch Förderrichtlinien des Landes Thüringen auf seiner Seite. Immerhin sei eine Förderung des Neubau mit der kostenlosen Nutzung der Halle durch Vereine verbunden gewesen. Und immerhin habe die Stadt ihren Eigenanteil am Bau geleistet.
Autor: nnz

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