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Mi, 11:54 Uhr
26.10.2011

Südharz ist negative Ausnahme

In den Thüringer Beherbergungsbetrieben stieg die Zahl der Übernachtungen im August 2011 um 5,8 Prozent auf 1,15 Millionen. Eine Ausnahme macht der Südharz, hier gingen die Zahlen erneut nach unten...

Grafik (Foto: TLS) Grafik (Foto: TLS)

Die Zahl der Gästeankünfte erhöhte sich nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik gegenüber August 2010 um 1,3 Prozent auf 391.000. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer pro Gast stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat von 2,8 auf 2,9 Tage. In Deutschland stieg die Zahl der Übernachtungen nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat um 2,0 Prozent auf 47,6 Millionen.

Im Durchschnitt waren die insgesamt 67.000 Gästebetten, die im August 2011 in den Thüringer Beherbergungsstätten mit neun und mehr Betten angeboten wurden, zu 44,8 Prozent ausgelastet. Dabei waren deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Betriebsarten festzustellen. Während die Auslastung der Betten beispielsweise bei Hotels 45,9 Prozent betrug, lag sie bei Jugendherbergen und Hütten bei 34,9 Prozent und bei Gasthöfen nur bei 27,6 Prozent.

Ein deutliches Wachstum im Vergleich zum August 2010 war im Reisegebiet Thüringer Wald festzustellen. Hier stieg die Anzahl der Übernachtungen um 30 836 (+5,4 Prozent) und es konnten 5 837 Gäste mehr begrüßt werden als im August 2010 (+3,4 Prozent).

Im Reisegebiet der Städte (Eisenach, Erfurt, Jena und Weimar) stiegen die Übernachtungszahlen im August 2011 um 1,6 Prozent, die Zahl der Gästeankünfte ging allerdings im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,2 Prozent zurück. Dabei hatten drei der vier Städte mehr Übernachtungen und Gästeankünfte als im Vorjahresmonat zu verbuchen: Jena +6,1 bzw. +4,4 Prozent, Weimar +7,8 bzw. +4,5 Prozent und Eisenach +6,1 bzw. +3,1 Prozent. Die Beherbergungsbetriebe der Stadt Erfurt verzeichneten hingegen im Vergleich zum August 2010 einen Rückgang der Übernachtungen um 7,8 Prozent sowie eine um 15,0 Prozent niedrigere Anzahl an Gästeankünften.

Deutlich geringere Übernachtungs- und Gästezahlen als im August 2010 hatte auch das Reisegebiet Südharz zu verbuchen (-2 847 Übernachtungen und -1 968 Gästeankünfte).

Aus dem Ausland kamen im August 2011 etwa 36.000 Besucher (-6,2 Prozent). Das waren 9,1 Prozent aller Gäste. Die Zahl der Übernachtungen ausländischer Gäste ging im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,1 Prozent auf 86 Tausend zurück. Von Januar bis August 2011 stieg die Zahl der Gästeübernachtungen im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 0,4 Prozent auf 6,4 Millionen. Davon entfielen 6 Millionen bernachtungen
auf Gäste aus dem Inland (+0,6 Prozent) und 398 Tausend Übernachtungen auf ausländische Gäste (-1,4 Prozent).

Die Zahl der Gästeankünfte erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 2,3 Prozent auf insgesamt 2,4 Millionen,
darunter 172.000 ausländische Gäste (-3,2 Prozent).
Autor: nnz

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Kommentare
Bodo Schwarzberg
26.10.2011, 18:48 Uhr
Keine Touristen? Selbst schuld!
Ein Tourist spürt, ob er in einer Region willkommen ist und ob seine Wünsche berücksichtigt werden. Im Südharz ist das eindeutig zu wenig der Fall. Und das aus ganz verschiedenen Gründen:
Haben Sie schon einmal etwas von einem Naturpark Südharz gehört?? Erinnern Sie sich noch an das gewiss teure Eröffnungsbankett vor einem Jahr für den Naturpark? Wissen Sie, dass der Naturpark als eine seiner zentralen Säulen die Tourismusförderung zum Inhalt hat?
Ich selbst sollte als BUND-Vertreter in den Fachbeirat kommen. Getroffen hat sich der Fachbeirat meines Wissens innerhalb der letzten 12 Monate nicht.

Oder vielleicht bin ich ja gar nicht bestätigt worden? Ich weiß jedenfalls von nichts. So weit ich weiß, gibt es nicht eine volle Stelle für einen Naturpark Südharz! Auch weiß ich aus verlässlicher Quelle, dass so manche Südharzgemeinde den Naturpark eher als Last denn als Chance empfindet. Den Naturpark mit Leben zu erfüllen, und zwar durch eigene Initiativen, ohne darauf zu warten, das von oben etwas kommt, diese Mentalität scheint weit verbreitet zu sein.

Ich gewinne immer wieder den Eindruck, dass jede Gemeinde hier ihr eigenes Süppchen kocht, also im Klein/Klein denkt und handelt, ohne den übergreifenden Naturparkgedanken verinnerlicht zu haben und als Motivation für das eigene Denken, die eigene Phantasie und das darauf folgende Handeln zu empfinden. Gewiss wird dann das Totschlagargument Geld hervorgeholt, wenn man tiefer danach fragen würde, warum nichts passiert.

Dass aber an erster Stelle immer eine Idee steht, das scheinen manche Verwaltungen und auch ganz normale Bürger in Zeiten der Marktwirtschaft nicht verstanden zu haben. - Und was ist mit dem Idealismus, für den man ja bekanntlich nicht unbedingt Geld bekommt? An dem fehlt es im Südharz auch ganz gewaltig:

Eine Journalistin sagte mir mal in einem diesbezüglichen Gespräch: "Sie dürfen ja die Nordhäuser nicht überfordern!" - Und sie meinte damit gewiss auch einige Gemeinden ringsum.

Mein Dauerthema sind auch die lückenhaft und nur stellenweise gut, aber nicht immer wandererfreundlich markierten Wanderwege im Gebiet, worüber ich schon oft schrieb, dass ich keine andere ostdeutsche Wanderregion kenne, in der diese dermaßen zu wünschen übrig lässt.

Und was soll man als Harzer sagen, wenn einem Fremde erzählen, sie hätten Sonntagabend 19 Uhr versucht, im mittleren Harzstädtchen ein Abendessen zu bekommen, und sie seien an mehreren Gaststätten aus verschiedenen Gründen abgewiesen worden?
Und schließlich gibt es da noch einzelne Gemeinden, wie z.B. Ellrich und Rottleberode, die immer noch nicht verstanden haben, dass ihnen eine intakte, nicht vom Bergbau verwüstete Landschaft langfristig mehr einbringt.

So mancher verschlafene Südharzer Verantwortlicher sollte mal in den einst vom Braunkohlenbergbau gebeutelten Raum südlich von Leipzig fahren: Er sollte sich ansehen und verinnerlichen, wie man aus einer Kloake ein touristisches Kleinod macht mit vielen Gemeiinden, die an einem Strang ziehen, einer Folge von etwas, was mir hier ganz gewaltig fehlt: Lokalpatriotismus. Und der zieht sich dort bis hinunter zum Bürger auf der Straße.

Fahren Sie hin und Sie werden staunen.
Vielleicht ist diese Letharegie auch eine Frage der Südharzer Mentalität: Fragen sie einen Markkleeberger auf der Straße etwas über seine Region, dann wird er diese über alle Maßen loben und erklären, wie stolz er auf das Erreichte ist und was in Kürze noch in Angriff genommen wird. Fragen Sie einen Leipziger über seine Stadt: Das Wort "Meine Heldenstadt" drückt eine Identifikation aus, die ich hier in meiner geliebten Harzregion vermisse.

Hier wird erst einmal gejammert und damit begründet, warum es sich nicht lohnt, etwas zu tun. Wörtlich sagte mir ein Südharzer: "Warum etwas tun? Es kommt doch sowieso niemand."
Eckenblitz
26.10.2011, 19:42 Uhr
Tourismus?
Wen Wunders, wenn Nordhausen keine Touristen halten kann. Wenn man im Hotel in der nähe vom Bahnhof ein Fenster öffnet, kommt man sich vor, wie im Schweinestall. Oder sie sitzen vor dem Eiskaffee und der Schweinegestank zieht über die Stadt. Glauben sie wirklich das die Touristen darüber erfreut sind?

Ich wusste nicht das die Nordhäuser so angetan sind von den Schweinegestank, Oder bekommen die Stadträte ein Spanferkel als Abfindung, dass sie nicht gegen den Gestank vorgehen?

Dann schlage ich vor die Stadtratssitzungen in den Schweinestall zu verlegen, eins ist dann sicher, man muss sich nicht mit Bürgerfragen auseinandersetzen, weil mit großer Sicherheit kein Bürger kommt.
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