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Mo, 15:47 Uhr
25.09.2000

Der schmerzhafte Abschied des Klaus Gorges

Nordhausen (nnz). Klaus Gorges hat all seine politischen Ämter niedergelegt. Er ist aus den PDS-Fraktionen im Kreistag und im Stadtrat ausgetreten und hat gleichzeitig seinen Austritt aus der PDS erklärt.
Hintergrund sollen u.a. die Querelen im Vorfeld und im Nachgang der Wahl zum hauptamtlichen Beigeordneten sein. Diese, so Gorges, waren allerdings nur der Auslöser für seine Entscheidung. Selbst innerhalb der eigenen Kreistagsfraktion habe er auch nach seiner Wahl immer wieder Angriffe gegen ihn und wenig Unterstützung verspürt. Da soll von einer Fehlbesetzung und "nicht unser Mann" die Rede gewesen sein. Vor seiner Entscheidung habe Gorges mit vielen politischen Freunden gesprochen, die er außerhalb der PDS habe.
Auf die Frage: wie weiter? hat Gorges mehrere Antworten parat. Er wird gemeinsam mit den parteilosen Mitgliedern der PDS-Stadtratsfraktion, Angela Schnelle und Kathrin Schäfer, eine neue Fraktion gründen. Sie soll sich "Demokratische Mitte" nennen. Auf Anfrage der nnz wurde dies durch Oberbürgermeisterin Barbara Rinke bestätigt. Ein entsprechendes Schreiben von Gorges sei bei ihr eingegangen, hieß es aus dem Rathaus. Sein Mandat wird Klaus Gorges sowohl im Stadtrat als auch im Kreistag behalten.
Das wiederum bereitet dem PDS-Fraktionsvorsitzenden im Kreistag, Klaus Hummitzsch, erhebliche Sorgen. Eine Reaktion in derartiger Heftigkeit habe er von Gorges nicht erwartet, obwohl sie nun wie "ein reinigendes Gewitter" wirken könne. Hummitzsch selbst gehörte nicht unbedingt zu den Befürwortern einer Gorges-Kandidatur, habe sich aber mit der Situation abgefunden. Auch deshalb erkennt er keinen Grund, nun derartig nachzutreten. Hummitzsch zur nnz: "Am besten gefielen sich einige PDS-Mitglieder in der Rolle, da die Partei von allen gemieden oder beschimpft wurde. Mit zunehmender Akzeptanz und natürlich auch mit der Zunahme von politischer Macht kommt es selbstverständlich auch zu differenzierten Meinungen – auch über den Kurs in der Kommunalpolitik. Das muß jeder und muß die Partei als Ganze aber aushalten." Der PDS-Fraktionschef kontert damit sofort Vorwürfen von Gorges, in der PDS würden sich zunehmend Profilierungssüchte breit machen, es gehe nur noch im Einfluß und Macht.
Die PDS wird sich heute abend auf Sitzungen der Kreistagsfraktion, der Stadtratsfraktion und des Kreisvorstandes mit dem Thema "Gorges" beschäftigen.
Autor: psg

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