Fr, 18:34 Uhr
07.10.2011
Zwei erfolgreiche Jahrzehnte
Im Oktober dieses Jahres sind es 20 Jahre, dass die Arbeitsfähigkeit der neuen Thüringer Einheitsforstverwaltung flächendeckend zum Tragen kommt. Dazu ein Gastbeitrag von Forstamtsleiter Klaus-Wilhelm Brüggemann in Ihrer nnz...
Der Übergang des Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebes Nordhausen in Ilfeld, der seit der Wiedervereinigung 1990 unter Treuhandverwaltung stand, in die neuen Strukturen der Landesforstverwaltung war vollzogen. Im Landkreis Nordhausen wurden die Forstämter Ilfeld, Ellrich und Bleicherode gegründet. Einer Überleitungsgruppe im Forstamt Ilfeld oblag die Bearbeitung von Vorgängen des ehemaligen Forstbetriebes mit zeitlicher Begrenzung. Die Forstreviere wurden 1:1 übernommen. Es waren 27 Einheitsforstreviere, davon 7 im Eichsfeld.
Die Nebenbetriebe, wie die Forstgärtnerei in Neustadt, der Eigenbaubetrieb in der ehemaligen Parkettfabrik in Ilfeld, der Verladebahnhof in Woffleben oder das Sägewerk in Sollstedt, waren oder wurden privatisiert oder stillgelegt.
In der Forstverwaltung vollzog sich die Umgestaltung von Waldbau und Holznutzung oder auch die Betreuung des Nichtstaatswaldes auf den Grundlagen der neu verabschiedeten Landesgesetze, wie Waldgesetz oder Jagdgesetz. Kennzeichen der im Thüringer Waldgesetz verankerten ordnungsgemäßen Forstwirtschaft bildeten einen neuen Rahmen. Beispielgebend sei hier u.a. genannt:
Der Kommunalwald wurde nach Klärung der Voreigentumsverhältnisse weitgehend restituiert. Die Forstflächen, die 1945 kein Staatswald waren und im Rahmen der Bodenreform auf besatzungshoheitlicher Grundlage enteignet wurde und in Folge nicht aufgesiedelt wurden, sind insbesondere zwischen 1994 und 1998 durch die Treuhand zum Verkehrswert oder auf Basis des Entschädigungs-Ausgleichs-und Leistungsgesetzes an Berechtigte veräußert worden.
Im Landkreis Nordhausen waren dies neben vielen kleinen Flächen die Reviere Hufhaus, Hermannsacker, Breitenstein und das Revier Stempeda, der östliche alte Stolberg. 1998 wurde die erste lokale Veränderung der Forststruktur vollzogen. Die Eichsfelder Reviere des Forstamtes Ellrich kamen zum Forstamt Bleicherode, die Nordhäuser Reviere zum Forstamt Ilfeld. Um die Jahrtausendwende sind die Staats- und Körperschaftswälder neu eingerichtet worden. Der Waldbestand wurde taxiert und eine Planung für die nächsten 10 Jahre erarbeitet.
Die Behördenstrukturreform in Thüringen im Jahr 2005 führte zur Bildung des Forstamtes Bleicherode-Südharz mit Sitz in Bleicherode. Der Traditionsstandort Ilfeld als Behördensitz ist aufgegeben worden. Die Ausbildung der Forstwirte wird im Objekt Netzkater fortgeführt. Das neue Forstamt ist flächendeckend mit dem Kreis Nordhausen. Die Eichsfeldreviere fanden wiederum im Forstamt Leinefelde eine neue Heimstatt. Das Forstamt Bleicherode-Südharz betreut eine Waldfläche von 21.000 ha, ist in 10 Forstreviere untergliedert, beschäftigt 50 Beamte, Angestellte und Waldarbeiter.
Unmittelbar werden in Sägewerken, Holzhandel, Wildhandel, Holztransport und forstlichen Lohnunternehmen 282 Arbeitskräfte aus und für den Wald in ihrer Existenz im ländlichen Raum gesichert. Mittelbar sind es landesweit 1570 Arbeitsplätze. Also ein starker Partner in der Region. Zu diesem Jubiläum fand diese Woche im Hotel zur Tanne in Ilfeld eine Feierstunde statt. Neben einem Grußwort des Bürgermeisters der Gemeinde Ilfeld, René Schröter-Appenrodt, referierte das Mitglied des Landtages, Egon Primas, über die Entwicklung des ländlichen Raumes nach der Wende in Thüringen. Der zuständige Forstamtsleiter, Herr Klaus-Wilhelm Brüggemann skizzierte die Entwicklung der Forstwirtschaft in den Grenzen des Thüringer Forstamtes Bleicherode-Südharz seit 1990. Eine historische Fotopräsentation folgte. Die Feierstunde war mit über 70 Forstbediensteten und ehemaligen Mitarbeitern sehr gut besucht – ein voller Erfolg.
Klaus-Wilhelm Brüggemann
Autor: nnzDer Übergang des Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebes Nordhausen in Ilfeld, der seit der Wiedervereinigung 1990 unter Treuhandverwaltung stand, in die neuen Strukturen der Landesforstverwaltung war vollzogen. Im Landkreis Nordhausen wurden die Forstämter Ilfeld, Ellrich und Bleicherode gegründet. Einer Überleitungsgruppe im Forstamt Ilfeld oblag die Bearbeitung von Vorgängen des ehemaligen Forstbetriebes mit zeitlicher Begrenzung. Die Forstreviere wurden 1:1 übernommen. Es waren 27 Einheitsforstreviere, davon 7 im Eichsfeld.
Die Nebenbetriebe, wie die Forstgärtnerei in Neustadt, der Eigenbaubetrieb in der ehemaligen Parkettfabrik in Ilfeld, der Verladebahnhof in Woffleben oder das Sägewerk in Sollstedt, waren oder wurden privatisiert oder stillgelegt.
In der Forstverwaltung vollzog sich die Umgestaltung von Waldbau und Holznutzung oder auch die Betreuung des Nichtstaatswaldes auf den Grundlagen der neu verabschiedeten Landesgesetze, wie Waldgesetz oder Jagdgesetz. Kennzeichen der im Thüringer Waldgesetz verankerten ordnungsgemäßen Forstwirtschaft bildeten einen neuen Rahmen. Beispielgebend sei hier u.a. genannt:
- Sicherung nachhaltiger Holzproduktion und Erhaltung der Waldökosysteme
- Vermeidung von Kahlschlägen
- Wahl standortgerechter Baumarten
- Hinwirken auf angepasste Wilddichten
- weitest gehender Verzicht auf Pflanzenschutzmittel
- Schutz der Gewässer.
- Waldverjüngung und Waldpflege
- Erstaufforstungen
- Bildung forstlicher Zusammenschlüsse
- Waldwegebau
- Ausbildung forstlicher Fachkräfte und Waldbesitzer
- Maßnahmen nach Großkalamitäten u.a.
Der Kommunalwald wurde nach Klärung der Voreigentumsverhältnisse weitgehend restituiert. Die Forstflächen, die 1945 kein Staatswald waren und im Rahmen der Bodenreform auf besatzungshoheitlicher Grundlage enteignet wurde und in Folge nicht aufgesiedelt wurden, sind insbesondere zwischen 1994 und 1998 durch die Treuhand zum Verkehrswert oder auf Basis des Entschädigungs-Ausgleichs-und Leistungsgesetzes an Berechtigte veräußert worden.
Im Landkreis Nordhausen waren dies neben vielen kleinen Flächen die Reviere Hufhaus, Hermannsacker, Breitenstein und das Revier Stempeda, der östliche alte Stolberg. 1998 wurde die erste lokale Veränderung der Forststruktur vollzogen. Die Eichsfelder Reviere des Forstamtes Ellrich kamen zum Forstamt Bleicherode, die Nordhäuser Reviere zum Forstamt Ilfeld. Um die Jahrtausendwende sind die Staats- und Körperschaftswälder neu eingerichtet worden. Der Waldbestand wurde taxiert und eine Planung für die nächsten 10 Jahre erarbeitet.
Die Behördenstrukturreform in Thüringen im Jahr 2005 führte zur Bildung des Forstamtes Bleicherode-Südharz mit Sitz in Bleicherode. Der Traditionsstandort Ilfeld als Behördensitz ist aufgegeben worden. Die Ausbildung der Forstwirte wird im Objekt Netzkater fortgeführt. Das neue Forstamt ist flächendeckend mit dem Kreis Nordhausen. Die Eichsfeldreviere fanden wiederum im Forstamt Leinefelde eine neue Heimstatt. Das Forstamt Bleicherode-Südharz betreut eine Waldfläche von 21.000 ha, ist in 10 Forstreviere untergliedert, beschäftigt 50 Beamte, Angestellte und Waldarbeiter.
Unmittelbar werden in Sägewerken, Holzhandel, Wildhandel, Holztransport und forstlichen Lohnunternehmen 282 Arbeitskräfte aus und für den Wald in ihrer Existenz im ländlichen Raum gesichert. Mittelbar sind es landesweit 1570 Arbeitsplätze. Also ein starker Partner in der Region. Zu diesem Jubiläum fand diese Woche im Hotel zur Tanne in Ilfeld eine Feierstunde statt. Neben einem Grußwort des Bürgermeisters der Gemeinde Ilfeld, René Schröter-Appenrodt, referierte das Mitglied des Landtages, Egon Primas, über die Entwicklung des ländlichen Raumes nach der Wende in Thüringen. Der zuständige Forstamtsleiter, Herr Klaus-Wilhelm Brüggemann skizzierte die Entwicklung der Forstwirtschaft in den Grenzen des Thüringer Forstamtes Bleicherode-Südharz seit 1990. Eine historische Fotopräsentation folgte. Die Feierstunde war mit über 70 Forstbediensteten und ehemaligen Mitarbeitern sehr gut besucht – ein voller Erfolg.
Klaus-Wilhelm Brüggemann




