Mi, 17:52 Uhr
05.10.2011
Sonderführung zu Sicherungsarbeiten
Besucherinnen und Besuchern der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora werden die Bauarbeiten auf dem ehemaligen Lagergelände schon aufgefallen sein – seit rund zwei Monaten werden weitgehende Sicherungsmaßnahmen an der historischen Stätte getätigt. Und die sollen jetzt vorgestellt werden...
Um Interessierten einen Einblick in die Konzeption und die Realisierung der Arbeiten zu geben, bietet Torsten Heß, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gedenkstätte, für Samstag, den 15. Oktober um 15 Uhr eine Sonderführung über die Baustelle an. Erläutert wird dabei nicht nur das Bauvorhaben am Gefängnis, sondern die gesamte freiräumliche Neukonzeption der Gedenkstätte. Diese wird vom Freistaat Thüringen und vom Bund bis 2013 mit einem Volumen von insgesamt 1,5 Mio Euro gefördert.
Die derzeitigen Arbeiten finden an den Relikten eines Gebäudes statt, das innerhalb des Konzentrationslagers eine besonders grauenvolle Bedeutung hatte: Der Bunker, wie das Lagergefängnis in der militarisierten SS-Sprache genannt wurde, war in den Jahren 1944/45 ein Ort, an dem Hunderte von Häftlingen unter dem Vorwurf von Widerstand und Sabotage
grausam gefoltert und misshandelt wurden. In einer unmittelbar neben dem Gefängnis gelegenen, streng abgeschirmten Hinrichtungsstätte ließen SS- und Gestapoangehörige Dutzende Häftlinge ermorden, darunter mehrere deutsche Kommunisten und Sozialdemokraten.
1952 ließen DDR-Behörden das massive Gefängnisgebäude gegen den Widerstand ehemaliger Häftlinge bis auf die Grundmauern abtragen. Doch auch die Natur setzte den Relikten zu: Wind und Wetter haben hier wie auch an den Umfassungsmauern der Hinrichtungsstätte in den vergangenen Jahrzehnten so deutliche Spuren hinterlassen, dass dieses einzigartige Zeugnis des Lagerterrors immer mehr gefährdet war.
Neben den umfassenden Sicherungsarbeiten an den baulichen Überresten wird das ehemalige Lagergefängnis aber auch didaktisch neu erschlossen. Der lange vernachlässigte Ort wird damit seiner historischen Bedeutung entsprechend innerhalb des ehemaligen Lagergeländes
aufgewertet.
Die Teilnahme an der Sonderführung ist wie der Besuch der Ausstellungen kostenfrei. Um Anmeldung wird gebeten. Treffpunkt ist vor der Besucherinformation im Museumsgebäude der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora, Kohnsteinweg 20, Nordhausen. Festes Schuhwerk wird empfohlen.
Autor: nnzUm Interessierten einen Einblick in die Konzeption und die Realisierung der Arbeiten zu geben, bietet Torsten Heß, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gedenkstätte, für Samstag, den 15. Oktober um 15 Uhr eine Sonderführung über die Baustelle an. Erläutert wird dabei nicht nur das Bauvorhaben am Gefängnis, sondern die gesamte freiräumliche Neukonzeption der Gedenkstätte. Diese wird vom Freistaat Thüringen und vom Bund bis 2013 mit einem Volumen von insgesamt 1,5 Mio Euro gefördert.
Die derzeitigen Arbeiten finden an den Relikten eines Gebäudes statt, das innerhalb des Konzentrationslagers eine besonders grauenvolle Bedeutung hatte: Der Bunker, wie das Lagergefängnis in der militarisierten SS-Sprache genannt wurde, war in den Jahren 1944/45 ein Ort, an dem Hunderte von Häftlingen unter dem Vorwurf von Widerstand und Sabotage
grausam gefoltert und misshandelt wurden. In einer unmittelbar neben dem Gefängnis gelegenen, streng abgeschirmten Hinrichtungsstätte ließen SS- und Gestapoangehörige Dutzende Häftlinge ermorden, darunter mehrere deutsche Kommunisten und Sozialdemokraten.
1952 ließen DDR-Behörden das massive Gefängnisgebäude gegen den Widerstand ehemaliger Häftlinge bis auf die Grundmauern abtragen. Doch auch die Natur setzte den Relikten zu: Wind und Wetter haben hier wie auch an den Umfassungsmauern der Hinrichtungsstätte in den vergangenen Jahrzehnten so deutliche Spuren hinterlassen, dass dieses einzigartige Zeugnis des Lagerterrors immer mehr gefährdet war.
Neben den umfassenden Sicherungsarbeiten an den baulichen Überresten wird das ehemalige Lagergefängnis aber auch didaktisch neu erschlossen. Der lange vernachlässigte Ort wird damit seiner historischen Bedeutung entsprechend innerhalb des ehemaligen Lagergeländes
aufgewertet.
Die Teilnahme an der Sonderführung ist wie der Besuch der Ausstellungen kostenfrei. Um Anmeldung wird gebeten. Treffpunkt ist vor der Besucherinformation im Museumsgebäude der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora, Kohnsteinweg 20, Nordhausen. Festes Schuhwerk wird empfohlen.



