Fr, 16:36 Uhr
30.09.2011
15 Jahre Wohltätigkeit
Der Begriff Wohltätigkeit umschreibt das Wirken einzelner Personen oder einer Organisation zum Wohle hilfsbedürftiger Menschen. Die Nordhäuser Tafel ist eine solche Organisation, die nun bereits seit 15 Jahren Menschen in der Rolandsstadt mit Essen versorgt. Ein Grund für die Mitarbeiter zu feiern.
Der 22.09.1996 dürfte wohl kaum im kollektiven Gedächtnis der Nordhäuser eine Rolle spielen. Dabei markiert der Tag den Geburtstag einer Institution, die seit 15 Jahren mehr im Verborgenen als in der Öffentlichkeit für das Wohl hilfsbedürftiger Menschen sorgt: Die Nordhäuser Tafel.
Bei aller Freude über den Geburtstag der Tafel, möchte ich betonen, dass wir in den 15 Jahren fast immer Glück mit unseren Mitarbeitern hatten. Nur durch ihren täglichen Einsatz kann die Arbeit im Verein funktionieren, resümiert Helga Rathnau, Vorstandsvorsitzende der Nordhäuser Tafel, das Bestehen der Hilfsorganisation. Daneben wird der Verein von verschiedenen Institutionen und privaten Spendern unterstützt, ohne deren Hilfe die Tafel nicht bestehen könnte.
Ein Geschenk von der WBG: Sven Dörmann und Helga Rathnau
Eine Geburtstagsfeier bietet somit die Möglichkeit Geschenke zu verteilen, um die Leistungen zu honorieren. Ein Geburtstagsgruß kam etwa von der Nordhäuser Wohnungsgenossenschaft (WBG), die zur Feier des Tages 1000 Euro an Helga Rathnau überreichte. Das Engagement der Tafel ist schon einzigartig. Wir als Wohnungsgenossenschaft sind gerne bereit, unseren Beitrag für diese Arbeit zu leisten, begründete Sven Dörmann aus dem WGB Vorstand die Zuwendung. Daneben finanziert die Zeitarbeitsfirma randstad ein Jahr lang die Arbeitsstelle einer Mitarbeiterin bei der Tafel. Einige privaten Spenden, die Zusicherung von 23000 Euro durch die Stadt Nordhausen und Sachspenden durch das Möbelhaus Möno komplettierten die Liste der Schenkenden.
Finanzieren einen Arbeitsplatz bei der Tafel: Annett Schneider und Dirk la Baume von randstad
Allerdings täuschen diese Zuwendungen über weiter bestehende Probleme hinweg. Denn zum einen bedeuten sie keineswegs, dass der Verein in trockenen Tüchern ist. Probleme bei der Mietabsicherung in der Grimmelallee und dem Einhaken der Kommune bezüglich ihrer Zuschüsse schweben wie ein ständiger Schatten über der Vereinsarbeit. Hinzu kommt der permanente Bedarf an Spenden, der eine kontinuierliche Arbeit erst ermöglicht. Geld wird also immer gebraucht.
Das verrät allein schon der Blick auf die Zahl der stetig wachsenden Bedürftigen in Nordhausen. Allein im Jahr 2010 suchten über 17500 Haushalte einmalig oder mehrfach die Tafel auf. Dazu zählen allein 5599 Kinder. Im gleichen Zeitraum nutzten 6817 Menschen das Angebot der Suppenküche. Nach Angaben der Mitarbeiter: Tendenz steigend. Das Motto der Tafel, Essen für alle, wird in Zukunft also immer wichtiger.
Damit dieses Motto gewährleistet wird, arbeiten sieben Mitarbeiter Tag für Tag an der Essensausgabe und der Sortierung der Lebensmittel, die sie von lokalen Supermärkten erhalten. Wir müssen immer darauf achten, dass das Essen qualitativ hochwertig ist und dementsprechend gut gelagert wird, erklärt die Mitarbeiterin Jutta Nitschke ihre Aufgaben. Ich arbeite nun seit gut anderthalb Jahren hier und hatte vorher ein ungefähres Bild von der Arbeit bei der Tafel. Dass es allerdings so viele Hilfsbedürftige gibt, hätte ich nicht gedacht.
Einige Mitarbeiter der Tafel im Essensausgaberaum
Dreimal pro Woche werden die Lebensmittel in der Grimmelallee verteilt, zweimal kommt es zur Ausgabe in Nordhausen-Ost. Zu den Essenausgaben kann grundsätzlich jeder kommen. Ein Nachweis der Hilfsbedürftigkeit wird nicht verlangt. Damit es zu keiner sozialen Stigmatisierung kommt, wird großer Wert auf Anonymität gelegt.
Beim Gang durch die teilweise frisch renovierten Räume des Vereins ist am Ende klar, dass die angesprochene Wertschätzung ihrer Mitarbeiter durch Helga Rathnau gerechtfertigt ist. Jeder Einzelne ist mit vollem Einsatz dabei und wünscht sich, dass der Verein auch zu seinem 30.Geburtstag noch in ähnlicher Weise funktioniert. Dann allerdings mit hoffentlich weniger Hilfsbedürftigen.
Für persönliche Geldspenden können sie sich direkt an die Nordhäuser Tafel wenden, die sich in der Grimmelallee 27 nahe der Europakreuzung befindet. Für weitere Zuwendungen können sie einen freien Betrag auf das Konto der Tafel spenden. Die Nordhäuser Tafel dankt allen Unterstützern.
Tobias Wendehost
Autor: twDer 22.09.1996 dürfte wohl kaum im kollektiven Gedächtnis der Nordhäuser eine Rolle spielen. Dabei markiert der Tag den Geburtstag einer Institution, die seit 15 Jahren mehr im Verborgenen als in der Öffentlichkeit für das Wohl hilfsbedürftiger Menschen sorgt: Die Nordhäuser Tafel.
Bei aller Freude über den Geburtstag der Tafel, möchte ich betonen, dass wir in den 15 Jahren fast immer Glück mit unseren Mitarbeitern hatten. Nur durch ihren täglichen Einsatz kann die Arbeit im Verein funktionieren, resümiert Helga Rathnau, Vorstandsvorsitzende der Nordhäuser Tafel, das Bestehen der Hilfsorganisation. Daneben wird der Verein von verschiedenen Institutionen und privaten Spendern unterstützt, ohne deren Hilfe die Tafel nicht bestehen könnte.
Ein Geschenk von der WBG: Sven Dörmann und Helga Rathnau
Eine Geburtstagsfeier bietet somit die Möglichkeit Geschenke zu verteilen, um die Leistungen zu honorieren. Ein Geburtstagsgruß kam etwa von der Nordhäuser Wohnungsgenossenschaft (WBG), die zur Feier des Tages 1000 Euro an Helga Rathnau überreichte. Das Engagement der Tafel ist schon einzigartig. Wir als Wohnungsgenossenschaft sind gerne bereit, unseren Beitrag für diese Arbeit zu leisten, begründete Sven Dörmann aus dem WGB Vorstand die Zuwendung. Daneben finanziert die Zeitarbeitsfirma randstad ein Jahr lang die Arbeitsstelle einer Mitarbeiterin bei der Tafel. Einige privaten Spenden, die Zusicherung von 23000 Euro durch die Stadt Nordhausen und Sachspenden durch das Möbelhaus Möno komplettierten die Liste der Schenkenden.
Finanzieren einen Arbeitsplatz bei der Tafel: Annett Schneider und Dirk la Baume von randstad
Allerdings täuschen diese Zuwendungen über weiter bestehende Probleme hinweg. Denn zum einen bedeuten sie keineswegs, dass der Verein in trockenen Tüchern ist. Probleme bei der Mietabsicherung in der Grimmelallee und dem Einhaken der Kommune bezüglich ihrer Zuschüsse schweben wie ein ständiger Schatten über der Vereinsarbeit. Hinzu kommt der permanente Bedarf an Spenden, der eine kontinuierliche Arbeit erst ermöglicht. Geld wird also immer gebraucht.
Das verrät allein schon der Blick auf die Zahl der stetig wachsenden Bedürftigen in Nordhausen. Allein im Jahr 2010 suchten über 17500 Haushalte einmalig oder mehrfach die Tafel auf. Dazu zählen allein 5599 Kinder. Im gleichen Zeitraum nutzten 6817 Menschen das Angebot der Suppenküche. Nach Angaben der Mitarbeiter: Tendenz steigend. Das Motto der Tafel, Essen für alle, wird in Zukunft also immer wichtiger.
Damit dieses Motto gewährleistet wird, arbeiten sieben Mitarbeiter Tag für Tag an der Essensausgabe und der Sortierung der Lebensmittel, die sie von lokalen Supermärkten erhalten. Wir müssen immer darauf achten, dass das Essen qualitativ hochwertig ist und dementsprechend gut gelagert wird, erklärt die Mitarbeiterin Jutta Nitschke ihre Aufgaben. Ich arbeite nun seit gut anderthalb Jahren hier und hatte vorher ein ungefähres Bild von der Arbeit bei der Tafel. Dass es allerdings so viele Hilfsbedürftige gibt, hätte ich nicht gedacht.
Einige Mitarbeiter der Tafel im Essensausgaberaum
Dreimal pro Woche werden die Lebensmittel in der Grimmelallee verteilt, zweimal kommt es zur Ausgabe in Nordhausen-Ost. Zu den Essenausgaben kann grundsätzlich jeder kommen. Ein Nachweis der Hilfsbedürftigkeit wird nicht verlangt. Damit es zu keiner sozialen Stigmatisierung kommt, wird großer Wert auf Anonymität gelegt.
Beim Gang durch die teilweise frisch renovierten Räume des Vereins ist am Ende klar, dass die angesprochene Wertschätzung ihrer Mitarbeiter durch Helga Rathnau gerechtfertigt ist. Jeder Einzelne ist mit vollem Einsatz dabei und wünscht sich, dass der Verein auch zu seinem 30.Geburtstag noch in ähnlicher Weise funktioniert. Dann allerdings mit hoffentlich weniger Hilfsbedürftigen.
Für persönliche Geldspenden können sie sich direkt an die Nordhäuser Tafel wenden, die sich in der Grimmelallee 27 nahe der Europakreuzung befindet. Für weitere Zuwendungen können sie einen freien Betrag auf das Konto der Tafel spenden. Die Nordhäuser Tafel dankt allen Unterstützern.
Tobias Wendehost





