Fr, 12:11 Uhr
16.09.2011
nnz-Forum: ...dann bist du draußen!
Die Rente jetzt erst mit 69? Notwendig, werde einige sagen. Kompletter Unsinn, die anderen. im Forum der nnz meldet sich jetzt ein Leser zu Wort, der seine ganz persönlichen Erfahrungen mit dem System beschreibt...
Ich bin seit langem ein fleißiger Leser und Nutzer von nnz-Online. So aktuell von unserem lokalen und politischen Geschehen wird nirgends berichtet. Ein Dank hiermit an die Redaktion. Als ich den Artikel von Herrn Schwarzberg heute las, dachte ich mir, jetzt bist du auch mal dran und lässt deine Seele schreiben. Das mit unseren Volksvertretern wie sie unsere Interessen vertreten usw. dazu wollte ich schon immer mal meine Meinung sagen.
Das politische Geschehen verfolge ich täglich. Das wieder aufgeflammte Wiedereinführen der Rente mit 69 lies mich aufhorchen und nachdenken. Dieser Tage wurde im Fernsehen ein Bericht gezeigt, Sendung und Sender weiß ich nicht mehr. Darin wurde aufgezeigt wie illusorisch es ist eine Rente mit 69. Ab 65 Jahren besitzt der menschliche Körper nur noch 80% seiner Muskelkraft und noch was war ab 60.
Spitze Zungen könnten behaupten zum Abstimmen und die Hand hoch halten in den verschiedensten politischen Gremien, das geht auch noch mit 70. Weiter wurde uns gezeigt dass eine andere Regelung auch durch zusetzen geht, siehe unsere europäischen Nachbarn (Frankreich, Belgien und Holland). Es auch noch anders (Griechenland). Aber da weiß ja jeder wozu dies führt.
Nun zu mir. Ich gehöre zur Generation, welche mit oben genannten Alter in den wohlverdienten Ruhestand gehen darf, wenn man es noch erleben kann. Ich bin Mitte 40 und habe 2007 einen Schlaganfall erlitten. Durch eine Anschlußheilbehandlung für den Arbeitsmarkt wieder hergerichtet.
2009 an Krebs erkrankt. Die Chemotherapie und anschließende Bestrahlung habe ich überstanden. Habe mir dann zu wenig Ruhe gegönnt und bin nach kurzer Regenerierung wieder auf Arbeit. Habe mich ja gesund gefühlt. Wollte wieder arbeiten, also funktionieren.
Fand dann auch wieder Arbeit, bei meiner Qualifikation sehr schnell. 40h-Woche laut Arbeitsvertrag. 60h war aber die Regel. An- und Abreise zur Baustelle war ja Freizeit.
Dieses Jahr im Juli erkrankte ich dann an einer Schilddrüsenüberfunktion. Wegen Dauer der Erkrankung nach kurzer Zeit die Kündigung erhalten. Alles rechtens von Seiten der Rechtssprechung. Krankheit schützt vor Kündigung nicht.
Behandelte Ärzte sprachen von einem Schuss vorm Bug. Und das mit 45. Mittlerweile bin ich durch meine Erkrankungen 50% schwerbeschädigt. Wegen der dauernden psych. Belastungen Krebsnachsorge (vierteljährlich) und vor allem das ich meine frühere Leistungsfähigkeit nicht wieder erlange werde usw. habe ich auf Anraten der Ärzte einen Antrag wegen Erwerbsunfähigkeit gestellt.
Ich versichere hiermit, dass ich lieber heute als morgen wieder arbeiten würde. Dieser Beitrag soll kein Lamentieren oder Klagen sein. Habe nur mal meine Gedanken zu Papier gebracht. Wenn du in diesem Staat nicht mehr funktionierst bist du draußen.
Andreas K., Nordhausen
Autor: nnzIch bin seit langem ein fleißiger Leser und Nutzer von nnz-Online. So aktuell von unserem lokalen und politischen Geschehen wird nirgends berichtet. Ein Dank hiermit an die Redaktion. Als ich den Artikel von Herrn Schwarzberg heute las, dachte ich mir, jetzt bist du auch mal dran und lässt deine Seele schreiben. Das mit unseren Volksvertretern wie sie unsere Interessen vertreten usw. dazu wollte ich schon immer mal meine Meinung sagen.
Das politische Geschehen verfolge ich täglich. Das wieder aufgeflammte Wiedereinführen der Rente mit 69 lies mich aufhorchen und nachdenken. Dieser Tage wurde im Fernsehen ein Bericht gezeigt, Sendung und Sender weiß ich nicht mehr. Darin wurde aufgezeigt wie illusorisch es ist eine Rente mit 69. Ab 65 Jahren besitzt der menschliche Körper nur noch 80% seiner Muskelkraft und noch was war ab 60.
Spitze Zungen könnten behaupten zum Abstimmen und die Hand hoch halten in den verschiedensten politischen Gremien, das geht auch noch mit 70. Weiter wurde uns gezeigt dass eine andere Regelung auch durch zusetzen geht, siehe unsere europäischen Nachbarn (Frankreich, Belgien und Holland). Es auch noch anders (Griechenland). Aber da weiß ja jeder wozu dies führt.
Nun zu mir. Ich gehöre zur Generation, welche mit oben genannten Alter in den wohlverdienten Ruhestand gehen darf, wenn man es noch erleben kann. Ich bin Mitte 40 und habe 2007 einen Schlaganfall erlitten. Durch eine Anschlußheilbehandlung für den Arbeitsmarkt wieder hergerichtet.
2009 an Krebs erkrankt. Die Chemotherapie und anschließende Bestrahlung habe ich überstanden. Habe mir dann zu wenig Ruhe gegönnt und bin nach kurzer Regenerierung wieder auf Arbeit. Habe mich ja gesund gefühlt. Wollte wieder arbeiten, also funktionieren.
Fand dann auch wieder Arbeit, bei meiner Qualifikation sehr schnell. 40h-Woche laut Arbeitsvertrag. 60h war aber die Regel. An- und Abreise zur Baustelle war ja Freizeit.
Dieses Jahr im Juli erkrankte ich dann an einer Schilddrüsenüberfunktion. Wegen Dauer der Erkrankung nach kurzer Zeit die Kündigung erhalten. Alles rechtens von Seiten der Rechtssprechung. Krankheit schützt vor Kündigung nicht.
Behandelte Ärzte sprachen von einem Schuss vorm Bug. Und das mit 45. Mittlerweile bin ich durch meine Erkrankungen 50% schwerbeschädigt. Wegen der dauernden psych. Belastungen Krebsnachsorge (vierteljährlich) und vor allem das ich meine frühere Leistungsfähigkeit nicht wieder erlange werde usw. habe ich auf Anraten der Ärzte einen Antrag wegen Erwerbsunfähigkeit gestellt.
Ich versichere hiermit, dass ich lieber heute als morgen wieder arbeiten würde. Dieser Beitrag soll kein Lamentieren oder Klagen sein. Habe nur mal meine Gedanken zu Papier gebracht. Wenn du in diesem Staat nicht mehr funktionierst bist du draußen.
Andreas K., Nordhausen
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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