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Mi, 11:06 Uhr
14.09.2011

Wieninger: Das alles hat System

Empört reagiert Andreas Wieninger, der DGB Nordhäuser Kreisvorsitzende auf die Meldungen zum Vorhaben, das Renteneintrittsalter auf 69 Altersjahre anzuheben, sowie auf die Aussage, die Thüringer seinen Altersvorsorge-Muffel...


Zwischen beiden Meldungen bestehen unmittelbare Zusammenhänge, sagt Wieninger. Schon die Anhebung auf den Renteneintritt mit 67 Jahren ist bei vielen Berufen aufgrund der besonderen Belastungen nicht möglich. Die Voraussetzungen dafür, in einem anderen Job zu wechseln um bis zum Renteneintritt zu arbeiten und somit Beiträge für die Altersvorsorge abzuführen, wurden ebenfalls nicht geschaffen.

Vielmehr wird bewusst ins Kalkül gezogen das, wenn Menschen nicht bis 67 Arbeiten können, mit Rentenabschlägen vorher aus dem Arbeitsleben aussteigen. Die Minderung der zu erwartenden Rente bei einem gesetzlichen Eintritt von 69 Jahren wird demnach noch größer ausfallen.

Mit dem Hinweis es sei ein Jobmotor, war man in der Vergangenheit immer auf die im Bundesdurchschnitt geringsten Löhne stolz. Nur hat diese weder im Einzelhandel für vermehrte Umsätze, noch in Industrie, Handel und Gewerbe im Bundesvergleich zu einer geringeren Arbeitslosigkeit geführt.

Weiterhin konnten die Thüringer gerade wegen des geringeren Einkommens eine geringere Altersvorsorge treffen. Durch diese geringeren Löhne und die Erwerbsbiografien vieler Menschen, wird sich die Situation der zukünftigen Rentner in Thüringen noch weiter zuspitzen.

Wieninger fordert in diesem Zusammenhang dringend die Einführung eines Flächen deckenden und alle Branchen einbeziehenden Mindestlohnes sowie geeignete Maßnahmen, um die sozialen Sicherungssysteme zu stärken. Um dies zu erreichen ist es der falsche Weg, Personengruppen von der Mitfinanzierung dieser Systeme auszuschließen, sagt Wieninger abschließend.
Autor: nnz

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Kommentare
H.Buntfuß
14.09.2011, 13:01 Uhr
Herr Wieninger,.....
Ihren Beitrag finde ich gut, aber Sie sollten sich nun doch einmal entscheiden, welchen Herren Sie dienen. War es nicht die „SPD“, speziell Müntefering, der die ganze Rentengeschichte ins Rollen brachte? Wollte die „SPD“ die Rente nicht auf 70 Jahre anheben, auf lange Sicht gesehen?

Wie man heute feststellen muss war die Sicht nicht allzu LANG. Ich denke man fühlt sich nicht wohl, wenn man zwischen zwei Stühlen sitzt, oder empfinden das Politiker nicht so?
Andreas Wieninger
16.09.2011, 10:56 Uhr
lieber Werner
sie können es sich vielleicht nicht vorstellen, aber ich trete als SPD Mitglied auch in der SPD gegen eine Erhöhung des Renteneintrittsalters ab 67 ein, ebenso wie ich es als ehrenamtlicher DGB Kreisvorsitzender tue. Da sitze ich nicht zwischen zwei Stühlen, sondern das hat etwas mit Glaubwürdigkeit der politischen Arbeit zu tun.
H.Buntfuß
16.09.2011, 13:10 Uhr
Danke
Herr Wieniger, ich danke für Ihre Antwort. Wenn es so ist, dass Sie in Ihrer Partei mit absoluter Stimme gegen die Rente mit 67 bzw. 69 reden, dann bitte ich hiermit um Entschuldigung.
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