Im Osten geht die Sonne auf
Am Freitag möchte die Stadt Nordhausen gemeinsam mit vielen Bewohnern aller Generationen ein großes Stadtteilfest unter dem Motto Im Osten geht die Sonne auf feiern. Was da vier Stunden lang abgehen soll, das hat die nnz erfahren...
Von 14 -18 Uhr wird es auf dem Sportplatz beim Jugendclub in der Ostrower Straße deshalb viele gemeinsame Aktivitäten mit einem Bühnenprogramm, Bastel- und Schminkständen, Spielaktionen, einem Fußballturnier oder einem Kinderflohmarkt geben.
Ganz im Sinne der Neuen Lernkultur in Kommunen (Nelecom) wollen wir bei dem Fest alle Generationen einbeziehen, sagt Kulturamtsleiterin Dr. Cornelia Klose. Beteiligt an dem Programm seien viele freie Träger, Vereine und Institutionen. So treten beispielsweise die Tanzschule Taimba, das Kinder- und Jugendtheater oder Gospelchor und die Chöre der Grund und Regelschule "Am Förstemannweg" auf.
Ebenso werden sich der Karate Club DO KWAI, der Horizontverein Die Angel, die Kindertagesstätten "Spielkiste" und "Haus Kunterbunt", der Kindertreff, das Pflegeheim "Am Pappelweg", der Kreisjugendring, die Jugendkunstschule, der Kreissportbund, der Evangelische Kirchenkreis und die Berufs- und die Jugendfeuerwehr beteiligen.
Autor: nnz
Kommentare
Bodo Schwarzberg
30.08.2011, 15:10 Uhr
Dunkelheit in Nordhausen Ost?
Ich persönlich halte den Namen der Veranstaltung für diskussionswürdig: Er suggegriert dem kritischen Leser, in Nordhausen Ost habe bisher Dunkelheit oder anders herum wenig Licht geherrscht. Ich weiß nicht, ob sich manche Bewohner des Stadtteiles dadurch diskrimiert fühlen.
Denn ein solcher Name für eine Veranstaltung teilt die Stadt automatisch in helle, also lebenswerte, und dunkle, weniger lebenswerte Abschnitte. Will man seitens der Stadtverwaltung die Öffentlichkeit auf diese Art eventuell auf die ungebremst weiter fortschreitende soziale Entzweiung der Gesellschaft hinweisen und diese in gewisser Weise als etwas Normales zementieren?
Der Beitrag ist zudem viel zu positiv formuliert. Warum hat man nicht die viel treffendere Überschrift "Wir haben im Osten ein Problem" gewählt, statt etwas beschönigend von einer aufgehenden Sonne, also bisher nicht aufgegangenen Sonne zu schreiben? Eine solche Überschrift würde nämlich die sozialen Probleme des Ostens als "unnormal" und nicht hinnehmbar zu erkennen geben, statt die Zweiteilung in unserer Gesellschaft ganz allmählich willfährig werden zu lassen.
Davon ganz abgesehen: Die Veranstaltung an sich ist zweifellos zu begrüßen, und die Liste der Vereine, die dort etwas gestalten zeigt, dass SIE es immer öfters sind, die der immer unfähiger werdenden Politik jene Probleme wenigstens dämpfen helfen, für deren Lösung eigentlich sie einst angetreten sind, zumindest in ihren Wahlkämpfen.
Traurig ist das! Schon zu DDR-Zeiten wollte die Politik nicht zugeben, dass sie allein den herrschenden gesellschaftlichen Problemen nicht Herr wird. Ja, sie wollte von Problemen nicht einmal etwas wissen! Und auch heute kommen den Politikern höchstselten einmal Worte über die Lippen, die ihre verbreitete Unfähigkeit des Systems zur Problembewältigung beim Namen nennt.
Prinzipiell wie früher, liebe Stadtverwaltung: Der Name für eine Veranstaltung "Im Osten geht die Sonne auf" hätte auch in der Zeitung "Das Volk" stehen können.
Harzer_Wolf
30.08.2011, 15:38 Uhr
Völlig richtiger Titel
Ich liege ja oft mit Herrn Schwarzberg auf einer Wellenlänge. Hier nicht!
Ich finde den Titel witzig und durchaus angebracht. Der Stadtteil heisst nun mal "Ost". Den Organisatoren ein gutes Gelingen und gutes Wetter.
Was Herr Schwarzberg meint, ist das die Sonne im Osten aufgeht müsste er politisch sehen. Da hat er durchaus Recht. Im Westen nichts Neues würde ich dazu in Anlehnung an einen Klassiger von Erich Maria Remarque sagen. Ich denke mal das sich der Osten nicht verstecken muss.
Chefkoch
30.08.2011, 16:04 Uhr
Zappenduster und schwarz ist der Berg
Es freuen sich alle Nordhäuser, es jubelt die Stadt: Herr Schwarzberg meint trotz seiner niederschmetternd globalen und fundamentalen Systemkritik, dass das Stadtteilfest an sich … zweifellos zu begrüßen sei. Zweifellos? Habe ich da etwas missverstanden? Herr Schwarzberg äußerte doch die den ganzen Kommentar lang Zweifel am Sinn des Stadtteilfestes. Nun, diese Schwarzbergsche Weihe hat ja noch gefehlt zum guten Gelingen am Freitag.
Trotzdem bin ich mir nicht sicher, aber könnte das Fest nicht auch ohne die altklugen Beiträge von Herrn Schwarzberg einfach durchgeführt werden? Was will der Mann eigentlich? Will er mir sagen, dass Deutschland und Nordhausen soziale Probleme haben? Na, dann ist er der richtige Kandidat als Oberbürgermeister aller Oberschlauen. Natürlich weiß jeder, dass NDH-Ost ein Problemgebiet ist. Für die Erkenntnis braucht’s keinen Bodo.
Ein Fest, ein wenig Licht in Herzen und Hirnen ist bestimmt nicht schlecht für NDH-Ost. Und wenn es nur einen Nachmittag lang ist. Ich wünsche dem Fest einen guten Erfolg und allen Beteiligten viel Spaß!
I.H.
30.08.2011, 16:04 Uhr
Grad nix zu tun?
Ich hab auch grad nix zu tun Bodo und H-Wolf. Geht doch nix über son schönen Kinderreim, nech!? Ich mach mal weiter: "Im Osten geht die Sonne auf, im Süden nimmt sie ihren Lauf, im Westen wird sie untergehn, der Norden kriegt sie nie zu sehn."
Was wohl die Bewohner aus Nord dazu sagen? Wie es sich wohl so lebt im Reich der Finsternis? Das wäre doch mal eine tiefere philosophische Betrachtung wert. Noch besser wäre natürlich ne politische Analyse, so mit Wandzeitung und so.
Sonst noch Probleme? - Jupp (Den Bewohnern ein schönes Fest)
Rainer Zufall
30.08.2011, 16:56 Uhr
Problemfall Ost?
Wart ihr schon einmal in Ost? Ich würde auch gerne mal die Problemfälle aufgelistet haben?
Ich wohne seid über 15 Jahren in Ost und hier ist noch nicht viel vorgefallen. Da gibt es viel schlimmere Stellen. Auf ein tolles Fest!
Langeweile??
Der Titel des Stadtteilfestes ist einfach nur ein Name für diese Veranstaltung und ich denke nicht, d. vorher jemand tagelang überlegte welche weltpoltischen oder regionalen Problemlagen er damit aufgreift. Manchmal einfach nicht alles auf die Goldwaage legen... Es gibt doch wirklich schlimmere Dinge als dieser Name!
Wolfi65
30.08.2011, 21:16 Uhr
Tolle Sache
Ich finde auch, dass das Fest eine Tolle Sache für die Leute im Stadtteil Ost ist.
Man will ja nicht übertreiben, @Wackerfan, aber eine Ruhige Gegend stelle ich mir anders vor! Vor nicht all zu langer Zeit wurde ein Mensch an der Strassenbahn-Haltestelle in NDH Ost ohne Grund niedergestochen und konnte nur durch eine Notoperation gerettet werden.
Der Täter richtete sich selbst, um seiner Strafe zu entgehen. Dann sprang einer vom Dach eines Wohnblockes in den Tod. Danach wurde ein Mensch in seiner eigenen Wohnung ermordet. Der Täter sitzt in Haft.
Jetzt versuchte ein Mann mit einem Messer, zwei andere Männer zu verletzen oder gar zu ermorden. Der Täter sitzt in Haft. Also eine ruhige Gegend sieht vielleicht ein wenig anders aus, aber dafür können ja die Bürger nicht, welche dort ihre Heimat gefunden haben. Dass man mich hier nicht falsch versteht.
Ich habe etwas gegen kollektive Verurteilungen, aber man muß den Tatsachen in das Auge sehen.
@Bodo Schwarzberg
Lassen Sie den Leuten doch ihren Spass, denn das Leben ist doch bescheiden genug.
Der Eine wandert eben vom Nordpol zum Südpol zu Fuß, für einen Kuss und die Anderen feiern eben mal in ihrem Wohngebiet ab.
Da wo die Sonne aufgeht...
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