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Mo, 12:38 Uhr
18.08.2003

nnz-Forum: Nur Appelle helfen nicht

Nordhausen (nnz). Im Juni kritisierten die SPD-Landtagsabgeordneten Becker und Döring die Installation von „Blitzern“ in Nordthüringen. Von Abzocke war da die Rede. nnz veröffentlicht jetzt ein Statement des Nordthüringer PDS-Landtagsabgeordneten Werner Buse.


Als verkehrspolitischer Sprecher der PDS-Landtagsfraktion kann ich dieser Sichtweise nicht folgen und es ist an der Zeit, wenn die Betroffenen es schon nicht selbst tun, nach der ersten „Aufregung“ weitere Sachargumente aufzuzeigen. Im Rahmen eines Forschungsprojektes des SPD-geführten Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen und der Bundesanstalt für Straßenwesen sollen 22 ortsfeste Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen in Nordthüringen errichtet werden. Die dafür vorgesehenen Abschnitte der B 4 (Greußen bis zur B 249), B 247 (Gotha bis Bad Langensalza) und B 249 (Mühlhausen bis Landesgrenze Thüringen/Hessen) bilden aufgrund ihrer Trassierung und der hohen Dichte an schweren Personenschadenunfällen auffällige Unfallschwerpunkte in Nordthüringen. Die von der Polizei ermittelten Unfallursachen für die hohe Anzahl an Unfällen liegen in diesen Streckenabschnitten überwiegend im Fahrverhalten der Verkehrsteilnehmer durch nicht angepasste Geschwindigkeit und Fehler beim Überholen.

Man darf doch nicht übersehen, dass in diesen genannten Abschnitten der einzelnen Bundesstraßen in den Jahren 1995 bis 2002 insgesamt 424 Verkehrsunfälle mit schweren Personenschäden (d.h. mit Getöteten und Schwerverletzten) registriert werden mussten. Davon auf dem B 4-Abschnitt 163 Unfälle mit 26 Getöteten und 209 Schwerverletzten; dem B 247-Abschnitt 90 Unfälle mit 20 Getöteten und 113 Schwerverletzten und auf dem B 249-Abschnitt 171 Unfälle mit 18 Getöteten und 212 Schwerverletzten.

Die Unfälle gerade in den letzten Sommerwochen zeigen allen, dass mit Appellen allein sich das Fahrverhalten insbesondere auch junger Verkehrsteilnehmer nicht ändert. Wissenschaftliche Studien belegen, dass sich ein Überwachungsdruck, die Erhöhung der Wahrscheinlichkeit der Ermittlung von Fehlverhalten positiv auf das Verkehrsverhalten auswirkt. Natürlich ist dabei nicht der totalen Verkehrsüberwachung das Wort geredet, aber es gibt leider auf den Straßen in Nordthüringen Abschnitte mit zu vielen Kreuzen am Straßenrand. Diese allein wirken leider nicht abschreckend genug. Und deshalb halte ich es für sinnvoll, an bestimmten Straßenabschnitten, in denen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit in absehbaren Zeit kein richtliniengemäßer Ausbau realisier- oder finanzierbar ist, mit solchen Maßnahmen den Überwachungsdruck zu erhöhen und Erfahrungen im Rahmen eines Modellversuches zu sammeln.
Werner Buse, Heiligenstadt

Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnz

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