Fr, 08:19 Uhr
19.08.2011
Erziehung statt Strafe
Schon zum zweiten Mal in dieser Woche konnte sich der Verein Horizont über Besuch aus Erfurt freuen. Gestern hatte sich der Thüringer Justizminister Holger Poppenhäger (SPD) angekündigt, um ein wenig finanzielle Unterstützung für diejenigen zu leisten, die Unterstützung dringend nötig haben...
Es war der zweite Besuch aus Erfurt in dieser Woche. Nachdem die Thüringer Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit Heike Taubert (SPD) am Dienstag Einrichtungen des HORIZONT e.V. besichtigte, gab sich gestern ihr Amtskollege aus dem Justizministerium die Ehre. Überreicht wurde ein Scheck in Höhe von 2500 Euro. Mit diesem Betrag soll die Integrationswerkstatt weiter wachsen.
Hier können Straffällig gewordene Personen etwaige vom Gericht auferlegte Gemeinnützige Arbeitsstunden ableisten. Am Engagement in diesem und anderen Bereichen ist der Horizont in den vergangenen 20 Jahren stetig gewachsen. Wer heute in Nordthüringen die gerichtliche Auflage erhält, Gemeinnützige Arbeitsstunden ableisten zu müssen, der findet schnell den Weg zum Horizont. In Nordhausen, Ellrich, Bleicherode und Heringen sind Werkstätten entstanden, die unterschiedlichste Arbeitsmöglichkeiten eröffnen.
Dabei leistet der gemeinnützige Verein mehr als das Gesetz vorsieht, denn das Angebot der möglichen Tätigkeiten ist breit und soll mehr sein, als reine Beschäftigungstherapie. Die Betätigungsmöglichkeiten reichen von der Grün- und Gebäudepflege auf dem Gelände bis hin zum Einsatz in der Fahrradreparatur, dem Gemüsegarten, der Holzverarbeitung oder der Tierhaltung. Selbst kleinere Verwaltungsaufgaben, wie etwa das erstellen einer Telefonliste, sind möglich.
Wir haben unser Angebot so breit gefächert, dass sich am Ende niemand herausreden kann. Wir finden für jeden etwas zu tun. erläuterte Fachbereichsleiter Jörg Wolf gegenüber dem Besuch aus Erfurt und der Nordhäuser Politik-Prominenz. Wir wollen uns von dem Stigmata, das einfach nur Arbeitsstunden abzuleisten sind, entfernen. Ziel ist es die Leute in normale Arbeitsprozesse einzugliedern und ihnen Perspektiven aufzuzeigen. Erziehung statt Strafe lautet das Credo. so Herr Wolf weiter.
Die AGAler (d.h. Ableistung Gemeinnütziger Arbeit) können dementsprechend auch das Beratungs- und Betreuungsnetzwerk des Vereins nutzen. So besteht vor Ort die Möglichkeit sich etwa in der 2.Chance, einem Projekt das Schulverweigerer betreut, der Kompetenzagentur, die Jugendlichen beim Übergang in das Berufsleben behilflich ist, oder dem Perspektiv-Center, das vor allem Erwachsenen beim (Wieder-)Einstieg in das Berufsleben helfen soll, beraten zu lassen.
Über 400 AGA-Maßnahmen betreute der Verein im vergangenen Jahr im Nordthüringer Raum. Darunter befinden sich meistens viele Jugendliche Ersttäter aber auch einige schwerere Fälle, wie die Horizont Mitarbeiter zu berichten wussten. Dabei sind es nicht nur Jugendliche die AGA-Maßnahmen vom Gericht auferlegt bekommen. Zunehmend könne man auch beobachten, dass Erwachsene die eine ihnen auferlegte finanzielle Strafe nicht abbezahlen können, diese in Form von Arbeitsstunden ableisteten, so Justizminister Poppenhäger.
Justizminister Holger Poppenhäger und Horizont Geschäftsführer Renee Kübler (Foto: Angelo Glashagel)
Die Bedeutung der AGA und auch des Gemeinnützigen Engagements in diesem Bereich von Seiten der Thüringer Vereine schätzt der Minister als äußerst wichtig ein. Diese Maßnahmen dienen auch der Haftvermeidung. Arrest ist natürlich sinnvoll, kann aber in unserem Rechtssystem immer nur der letzte Schritt bleiben. so der Minister gegenüber der nnz.
Der Justizminister lobte vor allem das breite Angebotsspektrum und die Fülle der möglichen Maßnahmen seitens des Horizont e.V. Die kleinere Unterstützung die der Justizminister im Gepäck hatte, werde hier mit Gewissheit sinnvoll eingesetzt, unterstrich Minister Poppenhäger.
Mit dem Geld soll das Beschäftigungsangebot in Nordhausen selbst erweitert werden. Noch präsentieren sich die Räumlichkeiten der Integrationswerkstatt recht kahl, aber demnächst soll dort für die AGAler und auch andere Menschen die dieser Unterstützung bedürfen, die Möglichkeit bestehen, verschiedenste Kompetenzen auszuloten, und so vielleicht einen wichtigen Schritt in Richtung eigenverantwortlicher Existenz zu gehen.
Autor: aglEs war der zweite Besuch aus Erfurt in dieser Woche. Nachdem die Thüringer Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit Heike Taubert (SPD) am Dienstag Einrichtungen des HORIZONT e.V. besichtigte, gab sich gestern ihr Amtskollege aus dem Justizministerium die Ehre. Überreicht wurde ein Scheck in Höhe von 2500 Euro. Mit diesem Betrag soll die Integrationswerkstatt weiter wachsen.
Hier können Straffällig gewordene Personen etwaige vom Gericht auferlegte Gemeinnützige Arbeitsstunden ableisten. Am Engagement in diesem und anderen Bereichen ist der Horizont in den vergangenen 20 Jahren stetig gewachsen. Wer heute in Nordthüringen die gerichtliche Auflage erhält, Gemeinnützige Arbeitsstunden ableisten zu müssen, der findet schnell den Weg zum Horizont. In Nordhausen, Ellrich, Bleicherode und Heringen sind Werkstätten entstanden, die unterschiedlichste Arbeitsmöglichkeiten eröffnen.
Dabei leistet der gemeinnützige Verein mehr als das Gesetz vorsieht, denn das Angebot der möglichen Tätigkeiten ist breit und soll mehr sein, als reine Beschäftigungstherapie. Die Betätigungsmöglichkeiten reichen von der Grün- und Gebäudepflege auf dem Gelände bis hin zum Einsatz in der Fahrradreparatur, dem Gemüsegarten, der Holzverarbeitung oder der Tierhaltung. Selbst kleinere Verwaltungsaufgaben, wie etwa das erstellen einer Telefonliste, sind möglich.
Wir haben unser Angebot so breit gefächert, dass sich am Ende niemand herausreden kann. Wir finden für jeden etwas zu tun. erläuterte Fachbereichsleiter Jörg Wolf gegenüber dem Besuch aus Erfurt und der Nordhäuser Politik-Prominenz. Wir wollen uns von dem Stigmata, das einfach nur Arbeitsstunden abzuleisten sind, entfernen. Ziel ist es die Leute in normale Arbeitsprozesse einzugliedern und ihnen Perspektiven aufzuzeigen. Erziehung statt Strafe lautet das Credo. so Herr Wolf weiter.
Die AGAler (d.h. Ableistung Gemeinnütziger Arbeit) können dementsprechend auch das Beratungs- und Betreuungsnetzwerk des Vereins nutzen. So besteht vor Ort die Möglichkeit sich etwa in der 2.Chance, einem Projekt das Schulverweigerer betreut, der Kompetenzagentur, die Jugendlichen beim Übergang in das Berufsleben behilflich ist, oder dem Perspektiv-Center, das vor allem Erwachsenen beim (Wieder-)Einstieg in das Berufsleben helfen soll, beraten zu lassen.
Über 400 AGA-Maßnahmen betreute der Verein im vergangenen Jahr im Nordthüringer Raum. Darunter befinden sich meistens viele Jugendliche Ersttäter aber auch einige schwerere Fälle, wie die Horizont Mitarbeiter zu berichten wussten. Dabei sind es nicht nur Jugendliche die AGA-Maßnahmen vom Gericht auferlegt bekommen. Zunehmend könne man auch beobachten, dass Erwachsene die eine ihnen auferlegte finanzielle Strafe nicht abbezahlen können, diese in Form von Arbeitsstunden ableisteten, so Justizminister Poppenhäger.
Justizminister Holger Poppenhäger und Horizont Geschäftsführer Renee Kübler (Foto: Angelo Glashagel)
Die Bedeutung der AGA und auch des Gemeinnützigen Engagements in diesem Bereich von Seiten der Thüringer Vereine schätzt der Minister als äußerst wichtig ein. Diese Maßnahmen dienen auch der Haftvermeidung. Arrest ist natürlich sinnvoll, kann aber in unserem Rechtssystem immer nur der letzte Schritt bleiben. so der Minister gegenüber der nnz.
Der Justizminister lobte vor allem das breite Angebotsspektrum und die Fülle der möglichen Maßnahmen seitens des Horizont e.V. Die kleinere Unterstützung die der Justizminister im Gepäck hatte, werde hier mit Gewissheit sinnvoll eingesetzt, unterstrich Minister Poppenhäger.
Mit dem Geld soll das Beschäftigungsangebot in Nordhausen selbst erweitert werden. Noch präsentieren sich die Räumlichkeiten der Integrationswerkstatt recht kahl, aber demnächst soll dort für die AGAler und auch andere Menschen die dieser Unterstützung bedürfen, die Möglichkeit bestehen, verschiedenste Kompetenzen auszuloten, und so vielleicht einen wichtigen Schritt in Richtung eigenverantwortlicher Existenz zu gehen.




