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Do, 12:28 Uhr
14.08.2003

Radegundes Hochzeit

Nordhausen/Burg Lohra (nnz). Ritter mit Speeren und Schilden bewaffnet schauen finster auf das gemeine Volk hinab. Nebel zieht über den Felsen, auf dem Radegunde, die Thüringerin im Reich der Franken, und Chlotar, der Frankenkönig auf die Segnung durch den Bischof warten. Warten gehört zum Filmgeschäft einfach dazu, wie nnz beim Nachtdreh auf der Burg Lohra erfahren durfte.


Warten Mehrmals muß Radegunde den Ring abstreifen, dann muß sie weinen, auch mehrmals und auf Anordnung von Regisseur Dirk Otto. Von 20 Uhr bis nach Mitternacht drehte die Ottonia Media im Auftrag des MDR die Hochzeitsszene auf der Burg Lohra, Stunden Arbeit für nur wenige Sendeminuten. Nur 45 Minuten wird die Folge "Die geraubte Prinzessin-Radegunde und das Reich der Thüringer „(Arbeitstitel) dauern, wenn sie am 2. November dieses Jahres gesendet wird.

Alle Hände voll zu tun haben Kameramann Kai-Uwe Schulenburg und seine Assistenten schon beim Aufbau und Einrichten des Kamerakrans, der ein wenig an eine historische Steinschleuder erinnert. Altmodisch ist die Technik keinesfalls, die Digital Beta Kamera kann über Monitor und Joystick ferngesteuert werden, und der Nebel ist auch nicht echt, sondern kommt aus der Maschine.

Nach dem langwierigen Prozess des Einrichtens kommt die Feuerwehr zum Zug und befeuchtet das Gestein, denn es sollen Fackeln und Feuerschalen für eine originalgetreue Ausgestaltung der Szene sorgen. Bei der derzeitigen Brandgefahr müssen die Feuerwehrmänner dem Dreh beiwohnen.

Wie viele Leute eigentlich mit den Dreharbeiten zu tun haben, das ist für den Laien nicht genau festzustellen, aber vor allem für die Darsteller ist warten auf den Einsatz die Hauptbeschäftigung. Wenn es dann heißt "Bitte" und "Ruhe, wir drehen" dann wird von allen hundertprozentige Konzentration verlangt, dann muß alles sofort klappen. Meist muß Regisseur Dirk Otto trotzdem wiederholen lassen.

nnz-Fotos und Text: Wiethoff Irgendetwas hat bei so vielen Darstellern eben doch nicht perfekt ausgesehen. Mit Kameramann Kai-Uwe Schulenburg sitzt er vor dem Monitor der Videoausspielung. Vorbei die Zeiten, als der Regisseur erahnen mußte, welche Bilder die Kamera aufnahm und förmlich an der Schulter des Operators klebte, um den selben Blickwinkel zu haben.

Zwischen den einzelnen Bildern Hektik, Umherrennen, noch mal schnell das Make Up erneuern, Kostüme kontrollieren, die Haare der weiblichen Darsteller in Ordnung bringen. Jeder weiß genau, was er zu tun hat, auch wenn es für den Zuschauer nach Chaos aussieht.

Die Geschichte der Thüringerin, deren Familie getötet und die als Mädchen verschleppt wird in das Reich der Feinde ist ein Stück gemeinsame Geschichte der Deutschen und Franzosen. Die Spuren ihres Lebens wurden in den zahlreichen Kriegen vernichtet, aber der Mythos einer außergewöhnlichen Frau wird viele Fernsehzuschauer interessieren. Unsere eigene Geschichte kann so spannend sein, vor allem, wenn man live dabei ist. Muß ja nicht immer Hollywood sein.
Autor: nnz

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