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Mo, 15:47 Uhr
04.08.2003

Köstliches Naß wird knapp

Nordhausen (nnz). Das nun schon mehrere Monate anhaltende außergewöhnlich trockene und meist heiße Wetter führte vielerorts in Thüringen zu einer Steigerung des Trinkwasserbezuges vor allem durch private Verbraucher. In einigen Regionen gibt es Versorgungsprobleme. Wo? Das sagt Ihnen die nnz.


Dabei stellt sich die Situation innerhalb Thüringens recht unterschiedlich dar. Während im Raum Gotha seit Beginn der Trockenperiode ca. 8 % mehr Trinkwasser verkauft wurden als bei durchschnittlichen Temperaturen, waren es in Erfurt plus 10 %, im Raum Suhl sogar zusätzliche 15 %. In und um Weimar betrug das Plus 17 %. Den stärksten derzeit bekannten Verbrauchsanstieg verzeichneten die Wasserwerke Sonneberg mit einem Plus von ca. 20 %, an einigen Wochenenden sogar 30 %. Dagegen betrug die Steigerung im Großraum Eisenach nur 2 %, während in Jena, Schmalkalden und Heiligenstadt überhaupt kein Verbrauchsanstieg zu beobachten war. Der Fernwasserverkauf ist seit Beginn der Trockenperiode landesweit um 5 bis 10 % gestiegen.

Die starken regionalen Unterschiede sind wohl vor allem auf die in den letzten Monaten zwar insgesamt geringen, aber dabei sehr ungleich verteilten Regenfälle zurückzuführen. So hatten mancherorts die Gärtner wohl einfach Glück und bekamen entgegen dem landesweiten Trend genug Wasser „von oben geliefert“.

Da inzwischen die Urlaubssaison begonnen hat, ist selbst bei anhaltender Trockenheit in den nächsten Wochen landesweit eher mit einer Stabilisierung des Wasserbedarfes zu rechnen. Ausnahmen könnten Gegenden sein, in denen sich viele Feriengäste aufhalten.

Die lang andauernde Trockenheit verursacht vereinzelt Versorgungsprobleme – insbesondere in einigen wenigen isolierten, von Quellen abhängigen Versorgungsgebieten, in denen auch der Regen ausblieb. In den Ortslagen Weitesfeld im Landkreis Hildburghausen sowie Weischwitz, Fischersdorf, Lositz und Jehmichen im Lankreis Saalfeld-Rudolstadt muss die Versorgung derzeit provisorisch aus Wasserwagen erfolgen.

In weiteren Ortslagen der Landkreise Sonneberg und Hildburghausen, nach gegenwärtigem Kenntnisstand insbesondere in Fehrenbach, Heubach, Schnett, Tellerhammer, Sachsenbrunn, Stelzen, Schirnrod, Tossenthal, Effelder-Rauenstein sowie in Haselbach, Hasenthal und im Engnitzgrund können Versorgungseinschränkungen auftreten. Zeitweilige Versorgungsstörungen gab es in Friedrichshöhe, Piesau, Mühlberg bei Lobenstein, Rodacherbrunn und Titschendorf bei Wurzbach. Wo es möglich ist, wird intensiv an Überleitungsvarianten aus benachbarten Netzen gearbeitet.

Keinerlei Grund zur Sorge gibt es dort, wo Verbundnetze zur Verfügung stehen. Insgesamt ist aufgrund der inzwischen technisch verbesserten Wasserversorgungsnetze und Anlagen im Gegensatz zu vergleichbaren Wettersituationen in vergangenen Jahrzehnten davon auszugehen, dass kritische Situationen auf Einzelfälle beschränkt bleiben.
Autor: nnz

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