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Mi, 08:25 Uhr
30.07.2003

Wunsch oder Trugschluß?

Nordhausen (nnz). In drei Folgen hat die nnz in den zurückliegenden Tagen versucht, ein wenig Licht in das dunkle Wirrwarr der EGN und ihrer „Ableger“ zu bringen. Vollständig wird das wohl nie gelingen. Dazu eine (vorerst) letzte Anmerkung.


Wir schreiben das Jahr 1990. Ein „Revolutionshalbjahr“ liegt hinter den Menschen der damaligen DDR. Sie konnten das erste Mal in diesem Land frei wählen. Viele der Menschen, die bereits im September oder Oktober 1989 den Mut zum Aufstehen hatten, wurden gewählt. In Gemeinderäte, Stadträte, Kreistag, in Landtag, Bundestag. Auch Jürgen Hohberg zählte zu diesen Menschen, seit 1990 ist er Bürgermeister in Sollstedt. Hohberg war und Hohberg ist unbequem, er machte Fehler – dazu steht er. Vor allem aber ist er unbequem, wenn es um unser aller Geld geht. Und so versteht der Sollstedter Bürgermeister, der jetzt im Kreistag als Parteiloser in der CDU-Fraktion sitzt, nicht, warum sich niemand für die Hintergründe der EGN je interessierte.

Hohberg sucht immer noch Fragen. Warum hatte ihn aus den Reihen des Kreistages niemand angesprochen, als er Mitte des Jahres 2000 plötzlich – nach sechs Monaten – den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden der EGN, einer kreiseigenen Gesellschaft, aufgab? Doch genau da ist die Krux der ganzen Geschichte zu finden, nämlich in der Kontrolle. In der Kontrolle der Verwendung von öffentlichen Geldern. Mit denen agierte doch die Entwicklungsgesellschaft des Landkreises Nordhausen, mit denen agierte auch die Service-Gesellschaft, oder? Sie waren in der ersten Hälfte der 90er Jahre die Vorzeige-Gesellschaften wenn es um den zweiten Arbeitsmarkt ging.

Was dann ablief, das ist immer noch nur teilweise bekannt. Kaum jemand konnte Einblick nehmen in Unternehmensausgründungen, in finanzielle Transaktionen, in Kreditgeschäfte, Beschlüsse des Kreistages waren oft Fehlanzeige. Wie erst im vergangenen Jahr bekannt wurde (siehe nnz), traten einstige EGN- und jetzige Service-Macher auch als stille Teilhaber auf. Warum wurden die Geflechte installiert, welche Rolle spielte ein Steuerberater aus Berlin, was kannte die damalige Führungsriege der Kreisverwaltung? Wurden die Herren Uebner, Goutier und Claus „außen vor“ gelassen?

Jetzt ermitteln die Mühlhäuser Staatsanwälte. Unabhängig von deren Ergebnissen müssen sich die Mitglieder des Kreistages wohl doch den Vorwurf gefallen lassen, ihrer Kontrolle nicht oder nur ungenügend nachgekommen zu sein. Und das schmerzt diejenigen, die sich 1990 zum ersten Mal frei wählen ließen. Denn sie traten für Demokratie oder für Transparenz an. Und für die Möglichkeit, besonders den Fluß von Steuermitteln kontrollieren zu können. Und genau aus diesem Grund wird die nnz sich auch weiterhin darum „kümmern“.
Autor: nnz

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