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Di, 17:39 Uhr
29.07.2003

Ab 1. September erlaubt

Nordhausen (nnz). Telefonieren mit einem analogen Festnetzanschluß der Deutschen Telekom wird ab September richtig teuer. Heute stellte die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post die Weichen...


Die Deutsche Telekom kann ab 1. September die Preise für ihre mehr als 28 Millionen analogen Telefon-Anschlüsse kräftig anheben. Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post habe die geplanten Preiserhöhungen vollständig genehmigt, teilte die Telekom am Dienstag auf Anfrage mit. Vom 1. September an steigt demnach die Monatsgebühr für einen analogen Telefonanschluss um 1,94 Euro auf 15,66 Euro. Auch die einmalig zu zahlenden Bereitstellungs- und Übernahmegebühren werden zu diesem Zeitpunkt deutlich teurer.

Der Preiserhöhungsspielraum war von der Regulierungsbehörde auf rund 600 Millionen Euro pro Jahr beziffert worden, was bei der Telekom eine entsprechende Erhöhung der Einnahmen und Gewinne bewirkt. Im Gegenzug sollen die Kunden für Ortsnetzgespräche weniger zahlen, was zu Mindereinnahmen führen wird. Zu den Auswirkungen der Preisänderungen unter dem Strich wollte sich die Telekom nicht äußern.

Mit den höheren Preisen für analoge Anschlüsse und sonstige Anschlussentgelte kann die Telekom voraussichtlich eine weitere drastische Geldbuße der Europäischen Union abwenden. Denn die EU hatte der Telekom Ende Mai nach langwierigen Ermittlungen wegen wettbewerbswidrigen Preisdumpings ein Bußgeld von 12,6 Millionen Euro auferlegt und mit weiteren Strafen gedroht, falls die Preisunterdeckung nicht abgestellt werde.

Die Telekom hatte wegen des EU-Verfahrens bereits im vergangenen Jahr eine Erhöhung der Monatsgebühren um einen Euro beantragt, jedoch nur die Erlaubnis für einen Aufschlag um 33 Cent zum 1. Februar erhalten. Mit einer Änderung des für die Telekom geltenden Preiskorsetts schaffte der Regulierer im Juni dann die Voraussetzung für die abermalige Preisanhebung.

Die nun genehmigten Preise umfassen auch die Erhöhung des einmalig bei Bereitstellung eines Anschlusses anfallenden Entgelts auf 59,95 von bislang 51,57 Euro. Die Übernahme eines Anschlusses kostet nun 29,94 Euro statt 25,78 Euro. Von den Preisanhebungen ausgenommen sind digitale Anschlüsse. Zur Entlastung ihrer Kunden will die Telekom im Gegenzug die Ortsnetztarife in der Spitze um bis zu 50 Prozent senken. Im Durchschnitt soll sich die Tarifsenkung nach Telekom-Angaben auf knapp fünf Prozent belaufen.

Die Preissenkungen bei Ortsgesprächen machen die Telekom zwar im Vergleich mit der Konkurrenz attraktiver, doch könnten die drastischen Erhöhungen bei analogen Anschlüssen zu vermehrten Kündigungen führen. Allerdings hat nur gut ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland die Möglichkeit einen anderen Anschlussbetreiber zu wählen, da in einigen Regionen die Telekom der einzige Anbieter ist. Zudem bieten die konkurrierenden Anbieter zumeist nur digitale und damit teurere Anschlüsse an. Die Masse der deutschen Bevölkerung hat trotz der zunehmenden Verbreitung von digitalen ISDN-Anschlüssen jedoch nach wie vor einen analogen Anschluss.

Der Branchenverband VATM kritisierte die Entscheidung der Behörde, da lediglich die Preise für die Endverbraucher anstiegen. Für die Wettbewerber der Telekom blieben die Kosten für die Anmietung von Endkundenanschlüsse hingegen gleich, sagte Verbands-Geschäftsführer Jürgen Grützner. Nutznießer der Entscheidung sei nur die Telekom. "Ich rechne nicht damit, dass nun vermehrt Unternehmen analoge Anschlüsse anbieten werden, da die Marge weiter zu gering ist", sagte Grützner. Im VATM sind die meisten Konkurrenten der Telekom zusammengeschlossen. Die Telekom-Aktien notierten am Nachmittag 0,2 Prozent schwächer bei 13,04 Euro, während der Deutsche Aktienindex (Dax) ein Prozent nachgab.
Autor: nnz

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