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Di, 06:56 Uhr
21.06.2011

Linke gegen Kommunal-Blitze

DIE LINKE. Fraktion im Nordhäuser Stadtrat befasste sich in der Fraktionssitzung am vergangenen Mittwoch mit der Vorbereitung der morgigen Tagung des Stadtrates. Dabei ging es auch um die veröffentlichte Absicht der Stadtverwaltung zur Auswertung der Daten aus der Nutzung eines mobilen Blitzgerätes in der Stadt Nordhausen...


Wie aus bisherigen Recherchen zu erfahren war, habe man es 21 Thüringer Kommunen mit mehr als 20.000 Einwohnern erlaubt, in Absprache mit der Polizei selbst Geschwindigkeitskontrollen durchzuführen. Nur fünf von ihnen, neben Gotha auch Weimar, sowie Jena, Gera und Greiz machen oder wollen offensichtlich davon Gebrauch machen.

In Nordhausen werde in der Verwaltung bereits darüber diskutiert. Zwar spreche die Verwaltungsspitze davon, dass vermutlich erst 2013 oder 2014 der Verwaltungsprozess zur Einführung des Verfahrens soweit gediehen sei. Doch die Einführung könne aber auch schneller gehen. Die Entscheidung obliege schließlich nicht der Zustimmung des Stadtrates.

„Der Vorschlag der Verwaltung, die Geschwindigkeitskontrollen selbst durchzuführen, stößt in der Fraktion auf wenig Gegenliebe. Es ist nun einmal Sache der Polizei, Geschwindigkeitsüberwachungen an Gefahrenpunkten in der Stadt durchzuführen und über die Zentrale Bußgeldstelle in Artern zu ahnden. Das vielfach geäußerte Argument, die Aufgabenübertragung von der Polizei auf ausgewählte Kommunen zu delegieren, damit die Polizeibeamten entlastet und sich somit schwerpunktmäßig auf das überörtliche Blitzen konzentrieren könnten, ist für uns nicht überzeugend genug“, meint Fraktionsmitglied Rainer Bachmann.

Viele Thüringer Kommunen stehen finanziell vor schwierigen Aufgaben. Es könne unter der Bevölkerung leicht der Eindruck entstehen, dass dann nach Kassenlage geblitzt werden könnte. Aus Sicht der Fraktion sei die Verwaltung mit der kommunalen Verkehrsüberwachung mit all seinen Folgeaufgaben bis hin zu gerichtlichen Auseinandersetzungen beim etwaigen Fahrerlaubnisentzug überfordert. Für das zuständige Amt wäre es ratsam, sich weiter auf ihre Kernaufgaben wie Überwachung des ruhenden Verkehrs, der Verbesserung von Ordnung, Sicherheit und Sauberkeit in unserer Stadt zu konzentrieren. Die Polizei sollte nicht von ihrer Verantwortung entbunden werden den fließenden Verkehr vor Schulen, Kindergärten, in Wohngebieten und Ortsteilen mit größerer Präsenz zu überwachen.
Autor: nnz

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Kommentare
Marie
21.06.2011, 08:59 Uhr
Polizei überlastet?
ja, das ist sie wohl, aber da kann man was dagegen tun. Leute einstellen. Es gibt genug Bewerber, doch leider werden ja immer mehr Stellen abgebaut. Aber das es jetzt schon so schlimm ist, dass sie nicht mal mehr Geschwindigkeitskontrollen durchführen können?

Ich bin der Meinung, dass der Schuster bei seinen Leisten bleiben soll. Jeder tut das, wofür er da ist. Die Stadtverwaltung verwaltet und die Polizei stoppt Raser. Ich denke nicht, dass eine Vermischung der Aufgaben Sinn macht. Es entstehen nur wieder zusätzliche Kosten und der Bürger fühlt sich durch seine Stadtverwaltung noch mehr kontrolliert als es so schon ist. Dabei sollten sie doch wohl eher für den Bürger da sein. Oder?
Herr Taft
21.06.2011, 11:23 Uhr
Linke sammelt Wählerstimmen ?
@Marie: Wer für Geschwindigkeitsüberwachung sorgt und damit gemeingefährlichen Rasern entgegenwirkt, der tut doch etwas für den Bürger - oder etwa nicht ?


Fahren Sie doch mal durch Fulda, dort steht an nahezu jeder Kreuzung und an jeder Hauptstraße ein festinstalliertes Blitzgerät (keine Ahnung ob kommunal oder nicht) - und oh Wunder, alle fahren schön gesittet.

Wer letztendlich für die Einhaltung der Geschwindigkeiten sorgt ist doch eigentlich egal, solange es der Verkehrssicherheit dient.

In meinen Augen wird hier nur wieder von der Linken versucht, unbedarfte Bürger einzufangen - für die Geschwindigkeitskontrollen etwas schlimmes sind. Die Blitzerei ist nunmal negativ besetzt, also muss man erstmal dagegen sein - wenn man sich beliebt machen will.

Haltet euch ans Tempolimit - insbesondere an die 30km/h vor den Schulen und schon kann euch doch egal sein, wer den Blitzer betreibt.
Herr Taft
21.06.2011, 11:40 Uhr
kommunale Blitzer
Ich erhoffe mir von kommunalen Blitzern häufigere Geschwindigkeitskontrollen.

Wäre doch schön, wenn die Quietschende-Reifen-Fraktion ihren Fast-and-Furios-Wahn nicht mehr auf öffentlichen Straßen auslebt.

Kampf-Corsa-Fahrer gegen Extrem-Punto-Pilot mit verbissenem Blick und Führerschein auf Probe nebeneinander an der roten Ampel, lässig die kleinen Motörchen an den Drehzahlbegrenzer treibend. Sucht euch lieber wieder einen Sandkasten.
Alex Gösel
21.06.2011, 22:25 Uhr
So, wie ich das...
lese, geht es der Linkspartei nicht um Gerechtigkeit, sondern um populistische Selbstdarstellung. Aber wen wunderts, es stehen ja in einem Jahr die OB und Landratswahlen im Fokus.
Marie
22.06.2011, 08:39 Uhr
Kommunal-Blitzer
@nussbaum, Sie haben vollkommen Recht! Sicher muss kontrolliert werden, Raser gestoppt werden und mehr Kontrollen sorgen auch für mehr Verkehrssicherheit. Ich bin vollkommen dafür, dass sich die Kontrollen verstärken sollen, nur nicht durch die Stadtverwaltung sondern durch die dafür ausgebildeten Kräfte - die Polizei.

Ich stimme Ihnen auch zu, dass dies eine Taktik ist zum Wählerstimmenfang,nur abgesehen davon bin ich in diesem Fall vollkommen der selben Meinung wie die Linken.

Abschließend muss Ihnen auch zustimmen, wenn sich alle an das Tempolimit halten, sind keine Kontrollen nötig und diese Diskussion überflüssig.
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