eic kyf msh nnz uhz tv nt
Mo, 18:16 Uhr
20.06.2011

Vom Memelland nach Westen

Auf der Juni-Veranstaltung des Nordhäuser Geschichtsvereins sprach Eugen Meyer aus Ellrich über seine Erlebnisse auf der Flucht aus dem Memelland 1945. Die nnz war unter den Zuhörern.

Vertragsunterzeichnung 1939 (Foto: Wikipedia) Vertragsunterzeichnung 1939 (Foto: Wikipedia)

Einen Großteil seiner Ausführungen widmete sich Meyer, der dort geboren wurde, der Geschichte des Memellandes.

Vor der Zugehörigkeit des späteren Memellandes zu einem Staat waren baltischen Stämme dort sesshaft. Nach der Eroberung durch den Schwertbrüderorden ab 1200 und dem Bau der Festung Memelburg bzw. der Stadt Memel ab 1250 durch den Deutschen Orden wurde das Memelland ab 1328 dem Ordensstaat zugeteilt. Im Vertrag von Melnosee erfolgte 1422 eine Grenzziehung zu Litauen, die 500 Jahre Bestand hatte.

Die Grenze zwischen dem ostpreußischen Landesteil um die Memel und Litauen blieb von 1422 bis 1920 weitgehend unverändert. Im Ersten Weltkrieg wurde unter deutscher Besatzung Litauen für unabhängig erklärt und im März 1918 vom Deutschen Reich anerkannt. Im Sommer 1919 wurde per Unterzeichnung des Vertrag von Versailles durch Festlegung der neuen Grenzen Ostpreußens das von nun an in Deutschland „Memelland” genannte Gebiet ohne Abstimmung vom Deutschen Reich abgetrennt und dem Mandat des Völkerbundes unterstellt. Am 4. Oktober 1920 erhielt das Memelland unter einem französischen Präfekten einen eigenen Staatsrat. Die Abtrennung des Memellandes wurde mit dem dortigen litauischsprachigen Bevölkerungsteil begründet.

Ab 10. Januar 1923, gleichzeitig mit der Besetzung des Ruhrgebiets durch Frankreich und Belgien, besetzten über 1.000 bewaffnete Litauer im Handstreich das Memelland und die Stadt Memel. Später per Schiff anreisende Truppen aus Frankreich und England traten angesichts der neuen Herrschaftsverhältnisse unverrichteter Dinge wieder die Heimreise an. Diplomatisch konnte Litauen glaubhaft machen, dass es sich um einen Aufstand örtlicher Kräfte handelte, die den Anschluss suchten, und dass nicht auf Befehl der litauischen Regierung gehandelt wurde. Am 19. Januar 1923 verließen die französischen Truppen und Verwaltungskräfte das Land. Am 16. Februar 1923 erkannte die Botschafterkonferenz die Angliederung des Memelgebietes an Litauen als Faktum an und übergab formell die Hoheit über das Gebiet an Litauen.

Am 22. März 1939 schloss die litauische Regierung mit dem Deutschen Reich einen Übergabevertrag. Im Oktober 1944 marschierte die Rote Armee in das Gebiet ein und das Memelland wurde Teil der Sowjetunion. Die deutschsprachigen Memelländer flohen größtenteils vor der Roten Armee.
Im Laufe des Jahres wurden Menschen aus Litauen angesiedelt. 1947 konnten die alteingesessenen Memelländer die sowjetische Staatsbürgerschaft erwerben, was ihnen zwar Rechte, nicht jedoch ihr altes Eigentum verschaffte.

Nach diesem ausführlichen Exkurs in die Historie berichtete Meyer über das entbehrungsreiche Leben seiner Familie von 1945 bis 1848 auf einer Stalinistischen Militärsowchose. Seine Mutter hatte den „Zug“ nach Westen verpasst und musste mit der Oma einen Todesmarsch - drei Monate bei bis zu minus 30 Grad - durchstehen. Verpflegung gab es keine, Sterbende wurden einfach liegen gelassen. In Budwethen lernt sie ihren späteren Mann kennen. Sie heiraten am 24.12.1945, nur kirchlich, da es ein Standesamt nicht gab.

„Es galt die Leninische Maxime galt: ‚Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen’. Frauen, Kinder und alte Menschen sind reihenweise verhungert. Ende September 48 mussten wir auf dem Bahnhof Ragnit antreten. Wohin es geht, wusste keiner. Die auf dem Bahnhof stehenden Russen meinten, dass es nach Sibirien geht. Aber glücklicherweise fuhren wir durch Ostpreußen nach Brandenburg, über die Zonengrenze nach Celle und Köln und von dort nach Ellrich. Wir sind über den damals noch existierenden Grenzübergang Walkenried - Ellrich gegangen“, so Eugen Meyer.
Autor: rh

Anzeige symplr (6)
Kommentare
H.Buntfuß
20.06.2011, 19:07 Uhr
Eugen,...
ich möchte einmal nachfragen, ob Du schon einmal darüber nachgedacht hast, mit Deinen Erfahrungen über das „DRITTE REICH“ an die Schulen zu gehen und dort über Deine eigenen Erfahrungen zu sprechen. Wie ich weiß arbeitest Du schon seit Jahren auch an dem Thema Teilung und Wiedervereinigung Deutschlands.

Viele unserer Jungen Generation, haben keine Vorstellung vom Geschehen in der „DDR,geschweige dann, vom 1.000 jährigen Reich, wie es sich einige Skrupellose Menschen so vorstellten.
Wolfi65
21.06.2011, 07:32 Uhr
Das Wahre Gesicht...
des Leninismus kommt durch den Artikel zum Vorschein.
"Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen".
Viele Kriegswitwen mit ihren Kindern, konnten nicht arbeiten, weil sie auf die Kindern aufpassen mussten und sind im Stalinismus verhungert.
Ein Akt der Menschenverachtung wird in diesem Artikel bloßgestellt.
Man sollte froh sein, das der Rote Terror in Deutschland zu Ende ist.
Retupmoc
21.06.2011, 07:55 Uhr
Ja, @ eugen
berichten Sie mal der heutigen Jugend das die Regierung der DDR nur der zwangsweise Ausführer der Russen war. Berichten Sie, wie der Russe hier alles mitnahm was nicht niet - und nagelfest war, wie er Frauen vergewaltigte und auch Kinder.

Berichten Sie, wie Regimegegner in Sibirien landeten. Und dann werden einige verstehen, warum die Regierung der DDR so handeln musste.
Steuerzahler
21.06.2011, 13:17 Uhr
Der Russe ....
Auch hier hat die Wahrheit wie so oft zwei Seiten. Der Ausspruch stammt als solches nicht von Lenin. Bitte einfach recherchieren, da kann man nachsehen, daß man den Bogen von der Bibel bis zu Müntefering spannen kann, die diesen Ausspruch tätigten. Nur leider wurde er aus dem Zusammenhang gerissen und bewußt oder unbewußt fehlinterpretiert. Aber das setzt informieren voraus....Sprüche kloppen ist einfacher.

@rwe das was sie hier schreiben hat der "Russe" sicher alles mehr oder weniger so gemacht. Aber sie unterschlagen das Warum. Ich denke mal sie wissen um die verbrannte Erde die die Wehrmacht in Rußland hinterließ und um 22 Mio tote Russen. Das sollte man bei seinen Be- und Verurteilungen mal nicht vergessen!!

Gruß
TeeEff
21.06.2011, 15:37 Uhr
Franz Müntefering (SPD)...
benutzte diesen Satz (wer nicht arbeitet soll auch nicht essen) vor gar nicht so langer Zeit. Agenda 2010...Hartz4...nur mal so am Rande erwähnend, vielleicht klingelts ja bei jemandem.
Alex Gösel
21.06.2011, 22:39 Uhr
Werner...
die Idee halte ich für gut, aber dennoch bin ich der Meinung, dass es unsere Bildungsministerin nicht gern sieht, wenn die Schüler kritisch diskutieren.

Die Schüler könnten Vergleiche ziehen zwischen DDR und ...
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)