So, 15:15 Uhr
19.06.2011
Auf zur 14. Auflage
Es wird Ende Juni sein, dann wird zur nunmehr schon 14. Auflage der Limlingeröder Diskurse eingeladen. Was die Teilnehmer in diesem Jahr erwartet, das hat Heidelore Kneffel für die nnz zusammengefasst...
Wie es Tradition ist, fangen die Veranstaltungen an beiden Tagen (25. und 26. Juni) um 10.00 Uhr an und dauern bis in die Nachmittagsstunden. Am 25. 6. wird der Grüner Junipfad begangen bis hin zu dem ersten See, an dem Lyrik erklingt. Der Samstag beginnt mit der Lesung von Christian Rosenau. Der Autor ist Musiker, Musikpädagoge und Lyriker und lebt in Weimar.
... ein Radio dudelt nebenbei, unhörbar fast / in ihrer Mitte, der Takt der Melodideldei.
Rosenau, geboren 1980, hat an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar studiert. Seit 2005 hat er mehrere Gedichtbände veröffentlicht, einige davon als Langgedichte mit mehrstimmiger Textführung in parallel verlaufenden Kolumnen. Hinzu kommen Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien, z. B. im Jahrbuch der Lyrik 2009. Für seine literarischen Arbeiten ist Rosenau mit verschiedenen Preisen und Autorenstipendien ausgezeichnet worden, die zeigen, dass man seinen Werdegang als Poet aufmerksam verfolgt und anerkennt.
Das sind: Erster Preis des Jungen Literaturforums Hessen-Thüringen, Autorenstipendium des Landes Thüringen, Hermann-Lenz-Stipendium, Nachwuchspreis des Joachim-Ringelnatz-Preises für Lyrik, Preis der Jury beim Lyrikpreis Meran. In der Begründung für die letzte Auszeichnung heißt es: Der Preis der Jury geht an einen Dichter, der individuelle Erfahrungen seiner Kindheit und die Geschichte seiner Heimat zu lyrischen Miniaturen verdichtet. Im gekonnten Umgang mit einer reichen Tradition entwirft er Zeitbilder einer gestörten Idylle, die durch ihre Musikalität bestechen.
Christian Rosenau erhielt 2011 kurz vor den 14. Limlingeöder Diskursen das Thüringer Literaturstipendium Harald Gerlach. Es wurde auf Initiative des Thüringer Literaturpreisträgers Ingo Schulze und der Literarischen Gesellschaft Thüringen im Jahr 2009 ins Leben gerufen. Mit der zum dritten Mal vergebenen Förderung erhält der Stipendiat die Möglichkeit, ein Jahr lang intensiv an einem Lyrikband zu arbeiten.
Den Vortrag über ihn hält Stefan Borchers aus Berlin. Er ist Jahrgang 1968, hat Germanistik, Philosophie und Sozialpsychologie in Hannover studiert und im Fach Deutsche Literaturwissenschaft promoviert. Sein Arbeitsschwerpunkt ist der Grenzbereich von Literatur und wissenschaftlicher Gelehrsamkeit im 18 Jahrhundert. Derzeit arbeitet er am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin. Die beiden Männer kennen sich seit 2004.
Am Sonntag, dem 26. Juni 2011, werden ein Vortrag und ein musikalisch-literarisches Programm zu Mechthild von Magdeburg (um 1207-1282) angeboten. Deren Werk Das fließende Licht der Gottheit gehört zu den beeindruckendsten Texten mittelalterlicher Lyrik im deutschen Sprachraum. Seine intellektuelle Tiefe und zugleich trunkene Bildsprachlichkeit lassen sich nur im Kontext von christlicher Mystik und höfischer Minnelyrik erschließen.
Der 1. Teil der Veranstaltung steht unter dem kühnen Titel Ich bin heiser in der Kehle meiner Keuschheit (M. v. Magdeburg). Ulrike Müller aus Weimar möchte den Gästen zunächst die Sprache der mittelalterlichen Dichterin näher bringen.
Da weltliche, geistliche und musische Sphäre in dieser Zeit weit inniger miteinander verflochten waren als dies heute der Fall ist, finden wir in der höfischen Dichtkunst entsprechend vielfältige religiöse Bezüge und in den geistlichen Texten Elemente der weltlichen Minnedichtung. Dabei werden in verblüffender Offenheit erotische Erfahrungen und Wunschvorstellungen thematisiert.
Im zweiten Teil präsentieren Antje Finkenwirth, Berlin, und Ulrike Müller unter dem Titel Die fröhliche Liebe geht den Weg voran ein Programm mit Musik und Dichtung des Mittelalters rund um Mechthild. Neben ihren Dichtungen werden darin auch Werke weiterer Mystikerinnen des Mittelalters vorgestellt, unter anderem Kompositionen von Hildegard von Bingen. Zu Gehör gebracht werden außerdem Frauenstrophen aus dem deutschen und Marienkompositionen aus dem altprovenzalischen Sprachraum, unter anderem von der Comtessa Beatrix de Dia.
Heidelore Kneffel
Autor: nnzWie es Tradition ist, fangen die Veranstaltungen an beiden Tagen (25. und 26. Juni) um 10.00 Uhr an und dauern bis in die Nachmittagsstunden. Am 25. 6. wird der Grüner Junipfad begangen bis hin zu dem ersten See, an dem Lyrik erklingt. Der Samstag beginnt mit der Lesung von Christian Rosenau. Der Autor ist Musiker, Musikpädagoge und Lyriker und lebt in Weimar.
... ein Radio dudelt nebenbei, unhörbar fast / in ihrer Mitte, der Takt der Melodideldei.
Rosenau, geboren 1980, hat an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar studiert. Seit 2005 hat er mehrere Gedichtbände veröffentlicht, einige davon als Langgedichte mit mehrstimmiger Textführung in parallel verlaufenden Kolumnen. Hinzu kommen Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien, z. B. im Jahrbuch der Lyrik 2009. Für seine literarischen Arbeiten ist Rosenau mit verschiedenen Preisen und Autorenstipendien ausgezeichnet worden, die zeigen, dass man seinen Werdegang als Poet aufmerksam verfolgt und anerkennt.
Das sind: Erster Preis des Jungen Literaturforums Hessen-Thüringen, Autorenstipendium des Landes Thüringen, Hermann-Lenz-Stipendium, Nachwuchspreis des Joachim-Ringelnatz-Preises für Lyrik, Preis der Jury beim Lyrikpreis Meran. In der Begründung für die letzte Auszeichnung heißt es: Der Preis der Jury geht an einen Dichter, der individuelle Erfahrungen seiner Kindheit und die Geschichte seiner Heimat zu lyrischen Miniaturen verdichtet. Im gekonnten Umgang mit einer reichen Tradition entwirft er Zeitbilder einer gestörten Idylle, die durch ihre Musikalität bestechen.
Christian Rosenau erhielt 2011 kurz vor den 14. Limlingeöder Diskursen das Thüringer Literaturstipendium Harald Gerlach. Es wurde auf Initiative des Thüringer Literaturpreisträgers Ingo Schulze und der Literarischen Gesellschaft Thüringen im Jahr 2009 ins Leben gerufen. Mit der zum dritten Mal vergebenen Förderung erhält der Stipendiat die Möglichkeit, ein Jahr lang intensiv an einem Lyrikband zu arbeiten.
Den Vortrag über ihn hält Stefan Borchers aus Berlin. Er ist Jahrgang 1968, hat Germanistik, Philosophie und Sozialpsychologie in Hannover studiert und im Fach Deutsche Literaturwissenschaft promoviert. Sein Arbeitsschwerpunkt ist der Grenzbereich von Literatur und wissenschaftlicher Gelehrsamkeit im 18 Jahrhundert. Derzeit arbeitet er am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin. Die beiden Männer kennen sich seit 2004.
Am Sonntag, dem 26. Juni 2011, werden ein Vortrag und ein musikalisch-literarisches Programm zu Mechthild von Magdeburg (um 1207-1282) angeboten. Deren Werk Das fließende Licht der Gottheit gehört zu den beeindruckendsten Texten mittelalterlicher Lyrik im deutschen Sprachraum. Seine intellektuelle Tiefe und zugleich trunkene Bildsprachlichkeit lassen sich nur im Kontext von christlicher Mystik und höfischer Minnelyrik erschließen.
Der 1. Teil der Veranstaltung steht unter dem kühnen Titel Ich bin heiser in der Kehle meiner Keuschheit (M. v. Magdeburg). Ulrike Müller aus Weimar möchte den Gästen zunächst die Sprache der mittelalterlichen Dichterin näher bringen.
Da weltliche, geistliche und musische Sphäre in dieser Zeit weit inniger miteinander verflochten waren als dies heute der Fall ist, finden wir in der höfischen Dichtkunst entsprechend vielfältige religiöse Bezüge und in den geistlichen Texten Elemente der weltlichen Minnedichtung. Dabei werden in verblüffender Offenheit erotische Erfahrungen und Wunschvorstellungen thematisiert.
Im zweiten Teil präsentieren Antje Finkenwirth, Berlin, und Ulrike Müller unter dem Titel Die fröhliche Liebe geht den Weg voran ein Programm mit Musik und Dichtung des Mittelalters rund um Mechthild. Neben ihren Dichtungen werden darin auch Werke weiterer Mystikerinnen des Mittelalters vorgestellt, unter anderem Kompositionen von Hildegard von Bingen. Zu Gehör gebracht werden außerdem Frauenstrophen aus dem deutschen und Marienkompositionen aus dem altprovenzalischen Sprachraum, unter anderem von der Comtessa Beatrix de Dia.
Heidelore Kneffel



