Di, 16:11 Uhr
08.07.2003
nnz-Doku: Der Arbeitsmarkt Juni 2003
Nordhausen (nnz). Die nnz stellt Ihnen - wie gewohnt - die ausführlichen Informationen des Arbeitsamtes Nordhausen zur Verfügung. Alle Zahlen und Daten wie immer mit einem Klick auf MEHR.
Der Arbeitsmarkt entwickelte sich im Juni in Nordthüringen spürbar günstiger als im Vorjahresmonat. Vor einem Jahr führten eine verhaltene Nachfrage und überdurchschnittlich hohe Arbeitslosmeldungen am Monatsende zu einem Anstieg arbeitsloser Personen. Im Jahr 2003 fielen die Eintritte in die Arbeitslosigkeit dagegen bei gleichzeitig mehr Abmeldungen niedriger aus. Diese stärkere Bewegung auf dem Arbeitsmarkt reduzierte die Arbeitslosenzahl erst am Ende des ersten Halbjahres spürbar. Nachdem bis Ende Mai dieses Jahres die schwierige Lage auf dem Arbeitsmarkt die Arbeitslosenzahl um 1.500 gegenüber dem Vorjahr ansteigen ließ, wurde dieser Abstand mit der Entwicklung im Juni auf 540 spürbar gesenkt.
Arbeitslosenzahl weiter zurückgegangen
Ende Juni suchten 28.857 Nordthüringer einen Arbeitsplatz, 350 weniger als Ende Mai. Erstmals in diesem Jahr liegt die Arbeitslosenzahl damit unter 29.000. Die Arbeitslosenquote errechnet sich Ende Juni in Höhe von 18,7 Prozent und ist 0,3 Prozentpunkte niedriger als vor vier Wochen. Vor Jahresfrist war diese Quote einen halben Prozentpunkt niedriger.
Während des Monats mussten sich zwar fast 2.000 Männer neu oder wieder im Arbeitsamt melden, gleichzeitig beendeten rund 2.500 ihre Arbeitslosigkeit. Dadurch verringerte sich bis Monatsende die Zahl arbeitsloser Männer um 500 auf 13.583. Die Arbeitslosenquote für die Männer bezogen auf alle abhängigen zivilen Erwerbspersonen ging somit um 0,6 Prozentpunkte gegenüber Mai auf 18,1 Prozent zurück. Vor einem Jahr betrug diese Quote noch 17,6 Prozent. Damals waren 310 Männer weniger arbeitslos.
Die Zahl der Arbeitslosmeldungen von Frauen fiel im Juni nicht so hoch wie bei den Männern aus. Im Monatsverlauf konnten insgesamt weniger Frauen die Arbeitslosigkeit beenden als neu registriert wurden. Nach dem Anstieg der Frauenarbeitslosigkeit im Mai setzte sich dieser Trend auch im Berichtsmonat fort. 15.274 Frauen suchten Ende Juni eine Arbeit, 153 mehr als im Mai und 233 mehr als vor einem Jahr. Diese Entwicklung verursachte einen Anstieg der Arbeitslosenquote von 22,2 Prozent Ende Mai auf 22,4 Prozent Ende Juni. Vor einem Jahr war die Quote um einen halben Prozentpunkt niedriger.
Fast 3.600 Arbeitslosmeldungen eingegangen
Die Mitarbeiter des Arbeitsamtes nahmen im Juni 3.592 Arbeitslosmeldungen entgegen, 300 mehr als im Vormonat. Im Juni des Vorjahres erfolgten über 440 Eintritte mehr. Damals meldeten sich zwar wegen Kündigungen weniger arbeitslos als in diesem Jahr, aber die Zahl der Meldungen nach einer betrieblichen Ausbildung lag um das Dreifache höher. Aus einer Erwerbstätigkeit kamen 1.700 Personen, 1.230 davon hatten ein Arbeitsverhältnis in Wirtschaftsunternehmen, 357 Arbeitnehmer davon beendeten Beschäftigungen auf dem zweiten Arbeitsmarkt, und weitere 121 Meldungen erfolgten nach einer Selbstständigkeit oder nach dem Wehr- und Zivildienst. Im Juni des Vorjahres beendeten dagegen 1.500 Personen eine Beschäftigung, 1.070 davon im ersten Arbeitsmarkt.
Aus dem Baugewerbe mündeten 320 Arbeitskräfte in die Arbeitslosigkeit ein, so viele wie im Vormonat und rund 40 mehr als im Vorjahresmonat. Die Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes setzten 200 Arbeitnehmer frei, 40 mehr als im Vormonat und auch fast 30 mehr als vor einem Jahr. Aus dem Handel meldeten sich 180 Personen arbeitslos, zwar etwas weniger als im Vormonat, aber mehr als vor zwölf Monaten. Betriebe, die Dienstleistungen für Unternehmen erbringen, haben im Juni 120 Frauen und Männer entlassen. Hier ist ein
leichter Anstieg gegenüber dem Vor- und Vorjahresmonat eingetreten. Nach einer Ausbildung gingen erst einmal 570 Frauen und Männer in die Arbeitslosigkeit, weil kein Arbeitsplatz in unmittelbarem Anschluss gefunden werden konnte.
Aus einer schulischen Ausbildung kamen davon 407 Absolventen, über 70 mehr als im Vormonat, und aus einer betrieblichen oder außerbetrieblichen Ausbildung meldeten sich 159 junge Leute, 36 davon ohne ein Abschlusszeugnis. Vor einem Jahr wurden im Juni 470 Jugendliche nach einer Erstausbildung in das Vermittlungsgeschehen aufgenommen. In diesem Jahr sind die Prüfungstermine wegen dem späteren Ferienbeginn in den meisten Fällen im Juli, so dass dann erfahrungsgemäß mit mehr solcher Meldungen zu rechnen ist.
Mehr Meldungen als im Mai wurden aus der Nichterwerbstätigkeit entgegen genommen. Von den insgesamt 1.320 neu oder wieder Arbeitslosen haben sich über 700 nach längerer Arbeitsunfähigkeit der Vermittlung zur Verfügung gestellt, 50 mehr als im Mai. Über 100 Personen, so viele wie im Vormonat, gaben wieder ein Bewerberangebot ab, nachdem sie wegen Meldeversäumnis aus den Vermittlungsaktivitäten heraus genommen wurden. Fast 80 Frauen und Männer streben nach Erziehungs- und Pflegezeiten wieder einen Job an.
Mehr Arbeitslosmeldungen im ersten Halbjahr aber auch mehr Austritte
Seit Januar meldeten sich im Arbeitsamt 25.370 Personen arbeitslos, das waren 1.940 mehr als im ersten Halbjahr 2002. Die Meldungen erfolgten in 14.427 Fällen nach einer Erwerbstätigkeit, das waren 1.850 mehr als im gleichen Zeitraum 2002. Aus einer Ausbildung mündeten 2.715 seit Jahresanfang in die Arbeitslosigkeit, 310 weniger als im ersten Halbjahr 2002. Ursache dafür sind weniger auslaufende Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung in diesem Jahr und spätere Prüfungstermine in der beruflichen Erstausbildung.
Aus der Arbeitslosigkeit gingen im ersten Halbjahr dieses Jahres 25.030 Frauen und Männer, das waren 1.260 mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Wegen der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beendeten 13.820 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 320 mehr als von Januar bis Juni des Vorjahres. Davon erfolgten 11.970 dieser Abmeldungen wegen einer Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt, das waren fast 770 mehr als im Vorjahreszeitraum. Dagegen ist die Zahl der Eintritte in Beschäftigung schaffende Maßnahmen im gleichen Zeitraum um rund 450 zurückgegangen.
Bis Juni gingen 3.270 Arbeitslose aus verschiedenen Gründen aus der Arbeitslosigkeit ohne Aufnahme einer Erwerbstätigkeit, im ersten Halbjahr 2002 waren das noch 2.110 Arbeitslose. Die Ursache liegt in mehr Abmeldungen wegen Arbeitsunfähigkeit und in der konsequenten Prüfung der Verfügbarkeit sowie der Meldepflicht. Außerdem wurden die Informationsveranstaltungen für ältere Arbeitslose kontinuierlich weitergeführt, so dass im ersten Halbjahr 2003 mehr ältere Frauen und Männer die Möglichkeit eines erleichterten Bezuges von Arbeitslosengeld oder Arbeitslosenhilfe in Anspruch genommen haben als im Vorjahr.
Mehr Abmeldungen als im Juni des Vorjahres
Für rund 3.940 Personen endete im Juni die Arbeitslosigkeit, für über 500 mehr als im Juni des Vorjahres. Im Vergleich zum Vormonat gab es aber für 600 Frauen und Männer weniger Möglichkeiten der Arbeitsaufnahme im ersten und zweiten Arbeitsmarkt. Insgesamt mündeten 2.050 Arbeitnehmer in eine Erwerbstätigkeit, über 170 in den zweiten Arbeitsmarkt. Von den neuen Arbeitsverhältnissen kamen über 400 ohne finanzielle Hilfen des Arbeitsamtes zustande. Fast 130 Arbeitsuchende konnten mit Eingliederungszuschüssen in Unternehmen eine neue Chance erhalten.
860 neue Arbeitsverhältnisse erfolgten nach Selbstsuche, besonders durch Nutzung des Stelleninformationsservices des Arbeitsamtes. Vom vorherigen Arbeitgeber wurden 330 Arbeitnehmer wieder eingestellt, und über 100 Arbeitslose wagten den Schritt in die Selbstständigkeit. Rund 110 Arbeitslose begannen vor allem im Rahmen der beruflichen Weiterbildung eine betriebliche oder schulische Ausbildung oder setzten einen Schulbesuch oder ein Studium fort. Wegen Arbeitsunfähigkeit sind die Bewerbungen von über 900 Personen aus den Vermittlungsaktivitäten herausgelöst, und 230 Arbeitslose, die keine finanziellen Leistungen vom Arbeitsamt erhalten, erneuerten im Juni nicht ihr Arbeitsgesuch.
Aktive Förderleistungen zur Integration in den Arbeitsprozess
Die Integration von Arbeitslosen in Beschäftigungsverhältnisse in der Wirtschaft ist das Anliegen aller Aktivitäten der Vermittlungsfachkräfte. Die Ergebnisse der letzten Jahre haben gezeigt, dass Förderleistungen für Arbeitsaufnahmen in der Wirtschaft in den meisten Fällen zu dauerhaften Wiedereingliederungen führten. Fast 7.150 Frauen und Männer konnten finanzielle Hilfen bei der Arbeitsberatung und Arbeitsvermittlung seit Jahresanfang in Anspruch nehmen. Die Anzahl stieg zum Vorjahreszeitraum um 1.860 an. Bei dieser Förderleistung handelt es sich um Bewerbungs- und Reisekosten.
Zu den aktiven Förderleistungen zählen weiterhin Mobilitätshilfen, die die Aufnahme einer Beschäftigung begleiten. Diese Förderung beanspruchten seit Beginn des Jahres 1.645 Frauen und Männer, über 720 mehr als im ersten Halbjahr 2002. Die Existenzgründung unterstützt das Arbeitsamt wie auch in den Vorjahren durch Überbrückungsgeld, das bis zu sechs Monaten nach Aufnahme der Selbständigkeit gewährt werden kann. Seit Januar wurden 372 Existenzgründern diese Leistungen gewährt, das waren fast 40 mehr als im Vorjahr. Ende Juni erhielten noch 512 Personen Überbrückungsgeld, über 190 mehr als vor einem Jahr.
Mit Inkrafttreten des 1. und 2. Gesetzes zur Verbesserung der Dienstleistungen am Arbeitsmarkt kann durch einen Existenzgründerzuschuss die Gründung der Ich-AG erleichtert werden. Seit Jahresanfang haben über 100 Arbeitslose den Schritt in die Selbständigkeit gewagt. Über Eingliederungszuschüsse des Arbeitsamtes wurde seit Januar die Einstellung von 1.150 Arbeitnehmern in Unternehmen der Region unterstützt. Ende Juni zahlte das Arbeitsamt für die Beschäftigung von 1.520 Frauen und Männern diese Förderleistung, für fast 400 mehr als vor einem Jahr. Junge Unternehmen konnten Ende Juni über die Gewährung von Eingliederungszuschüssen nach Betriebsgründungen 146 Arbeitnehmer beschäftigen, vor einem Jahr wurden so 63 Personen weniger gefördert.
Aus den bewilligten Maßnahmen der Vorjahre nach dem Programm der Bundesregierung zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit werden Unternehmen für 295 Arbeitsverhältnisse Beschäftigungshilfen gezahlt. In Strukturanpassungsmaßnahmen Ost für Wirtschaftsunternehmen befanden sich am Monatsende noch 250 Arbeitnehmer, bis zum Jahresende laufen alle Maßnahmen aus dem Jahr 2002 dann endgültig aus. Insgesamt erhielten Ende Juni 2.850 Frauen und Männer eine direkte Förderung in regulären Beschäftigungen in Unternehmen der Region. Gegenüber dem Vorjahr hat sich damit die Zahl dieser Förderfälle um 360 erhöht.
Beschäftigung schaffende Maßnahmen
In Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen befanden sich am Monatsende 1.474 Frauen und Männer, 208 weniger als im Mai und 600 weniger als vor einem Jahr. Innerhalb Thüringens fördert das Arbeitsamt Nordhausen die meisten Arbeitnehmer in diesen Maßnahmen, obwohl vor einem Jahr die Beschäftigtenzahl durchaus in einigen Regionen höher war.
Auch in Strukturanpassungsmaßnahmen im zweiten Arbeitsmarkt werden in Nordthüringen mit die meisten Frauen und Männer beschäftigt, nur in der Region um Erfurt und Suhl sind die Beschäftigtenzahlen geringfügig höher. Insgesamt arbeiteten Ende des Halbjahres 1.036 Personen in Strukturanpassungsmaßnahmen, fast genau so viele wie Ende Mai, aber ein Drittel weniger als vor einem Jahr. Beschäftigung schaffende Infrastrukturmaßnahmen haben seit Jahresbeginn rund 60 Arbeitslose in befristete Arbeitsverhältnisse des ersten Arbeitsmarktes gebracht. Ende Juni hatten so noch 57 Personen einen Job.
Berufliche Weiterbildung
Mit 76 Eintritten in berufliche Weiterbildungsmaßnahmen qualifizierten sich am Monatsende 2.159 Arbeitsuchende, das sind 294 weniger als im Vormonat und rund 800 weniger als vor einem Jahr. 1.063 Frauen und Männer lernen mit dem Ziel, einen Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf zu erreichen. 261 der Teilnehmer waren vor Beginn der Maßnahme ohne Berufsausbildung und 256 jünger als 25 Jahre. Für 758 ehemals Langzeitarbeitslose sollen sich durch die Qualifizierung die Chancen für eine Anstellung im ersten Arbeitsmarkt verbessern. Seit Jahresbeginn nahmen 922 Arbeitsuchende eine betriebliche oder schulische Ausbildung im Rahmen der Erwachsenenqualifizierung auf, 1.040 weniger als im ersten Halbjahr 2002.
Freie Förderung
Im Juni förderte das Arbeitsamt aus Mitteln der Freien Förderung nach § 10 SGB III 950 Frauen und Männer. Das sind rund 45 mehr als im Mai und so viele wie vor einem Jahr. Über diese Förderart erhalten somit 550 Existenzgründer eine zusätzliche finanzielle Hilfe. Gleichzeitig wird für 135 Jugendliche die berufliche Ausbildung über die Freie Förderung finanziert. 150 Frauen und Männer erhielten im Juni einen Lohnkostenzuschuss während der Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt.
Entlastung des Arbeitsmarktes
Über die Beschäftigung im zweiten Arbeitsmarkt und die Teilnahme an beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen wurde der Arbeitsmarkt um insgesamt 4.670 Personen entlastet. Gegenüber dem Vorjahr ist die Entlastung des Arbeitsmarktes um 1.915, rund 29 Prozent, zurückgegangen. Dagegen ist die Arbeitslosenzahl, wie bereits genannt, im Vergleich zum Vorjahr nur um 540 angestiegen.
Kurzarbeit
Im Monat Juni zeigten 65 Unternehmen Nordthüringens für 939 Arbeitnehmer Kurzarbeit an. Damit hat sich die Kurzarbeiterzahl gegenüber dem Vormonat um 56 und gegenüber Juni 2002 um 137 erhöht. Nach wie vor ist das Baugewerbe am stärksten von Kurzarbeit betroffen, hier stieg die Zahl von 147 im Mai auf 259 im Juni, und gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres ist sie um 66 höher. Ebenfalls gestiegen gegenüber dem Vormonat ist die Zahl der von Kurzarbeit betroffenen Arbeitnehmer aus dem verarbeitenden Gewerbe. Aus dieser Wirtschaftsabteilung arbeiteten im Juni 122 Arbeitnehmer kurz.
Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit besonderer Personengruppen
Ende Juni waren 3.260 aller Arbeitslosen jünger als 25 Jahre, 30 mehr als Ende Mai. Bedingt durch weniger Meldungen nach betrieblichen Ausbildungen als im Juni des Vorjahres und durch gezielte Aktivitäten der Vermittlungsfachkräfte waren am Monatsende über 840 junge Frauen und Männer weniger arbeitslos als vor einem Jahr.
Ende Juni waren 3.287 Arbeitslose 55 Jahre und älter. Damit hat sich die Zahl in dieser Altersgruppe um 125 gegenüber Mai und um 140 gegenüber Juni 2002 verringert. Das resultiert auch aus einer höheren Inanspruchnahme der Regelung zum Erhalt von Arbeitslosengeld bzw. -hilfe unter erleichterten Bedingungen für Arbeitslose, die das 58. Lebensjahr überschritten haben.
Die Entwicklung der regionalen Arbeitsmärkte
Im Landkreis Eichsfeld ist die Arbeitslosenzahl deutlich und im Kyffhäuserkreis leicht gegenüber dem Vormonat zurückgegangen. Im Landkreis Nordhausen verblieb die Arbeitslosigkeit auf dem Vormonatsniveau. Innerhalb der Geschäftsstellen des Arbeitsamtsbezirkes sind nach wie vor die Unterschiede auf dem Arbeitsmarkt sehr auffällig. So wird in der Geschäftsstelle Heiligenstadt eine Arbeitslosenquote in Höhe von 12,9 Prozent ausgewiesen, fast doppelt so hoch errechnet sich die Quote in der Geschäftsstelle Artern.
Im Landkreis Nordhausen waren am Monatsende 9.676 Personen arbeitslos, 20 mehr als zum Ende des Vormonats. Die Arbeitslosenquote auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen veränderte sich damit leicht von 19,7 Prozent Ende Mai auf 19,8 Prozent Ende Juni. Im Vergleich zum Vorjahr wurden in der Region 270 Arbeitslose mehr festgestellt, allerdings betrug der Abstand Ende Mai sogar 385. Im Monatsverlauf meldeten sich 1.210 Frauen und Männer arbeitslos, 250 mehr als im Mai. In keiner anderen Dienststelle des Arbeitsamtes Nordhausen ist ein so hoher Anstieg bei den Arbeitslosmeldungen erfolgt. Allerdings gingen im Vergleich zum Juni des Vorjahres nur rund 50 Personen mehr in die Arbeitslosigkeit.
1.190 Arbeitslose meldeten sich im Monat Juni aus der Arbeitslosigkeit ab, 625 wegen Aufnahme einer Erwerbstätigkeit. Seit Jahresanfang gingen aus dem Landkreis 6.970 aus der Arbeitslosigkeit, davon 4.055 in eine Beschäftigung. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres fanden aber 170 mehr einen Arbeitsplatz. Im ersten Halbjahr meldeten sich dagegen aus Beschäftigungen fast 680 Frauen und Männer mehr arbeitslos als im Vorjahreszeitraum, insgesamt 4.470.
Die Arbeitslosenzahl hat sich im Kyffhäuserkreis, mit den Geschäftsstellen Artern und Sondershausen, gegenüber dem Vormonat um 153 verringert. Insgesamt waren damit 10.629 Frauen und Männer des Landkreises arbeitslos. Die Arbeitslosenquote liegt mit 22,9 Prozent um 0,3 Prozentpunkte niedriger als vor vier Wochen. Vor einem Jahr waren im Landkreis 64 Personen mehr arbeitslos. Das ist die geringste Zunahme innerhalb der Landkreise Nordthüringens gegenüber dem Vorjahr.
Ende des Monats gab es in der Geschäftsstelle Artern 5.610 Arbeitslose, 75 weniger als am Vormonatsende. Dadurch errechnet sich bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen eine Arbeitslosenquote in Höhe von 25 Prozent, gegenüber 25,4 Prozent im Mai. Vor einem Jahr registrierten die Mitarbeiter im Arbeitsamt Artern 150 Arbeitslose weniger, damals ergab sich eine Quote von 23,8 Prozent. Im Verlauf des Juni meldeten sich mit 720 Personen so viele wie im Vormonat arbeitslos. Im gleichen Zeitraum konnten fast 800 ihre Arbeitslosigkeit beenden.
Seit Jahresbeginn wurden insgesamt 5.010 Frauen und Männer der Region arbeitslos, über 2.600 davon gingen vorher einer Erwerbstätigkeit nach. Das bedeutet im Vergleich zum Vorjahreszeitraum insgesamt einen Anstieg der Meldungen um 1.000, wobei 680 davon aus mehr beendeten Beschäftigungsverhältnissen resultierten. Demgegenüber beendeten insgesamt im ersten Halbjahr 4.600 Personen ihre Arbeitslosigkeit, über 440 mehr als im Vergleichszeitraum 2002. Von diesen abgemeldeten Arbeitnehmern mündeten 2.160 in eine Beschäftigung des ersten und zweiten Arbeitsmarktes, rund 85 mehr als von Januar bis Juni des Vorjahres.
Die Geschäftsstelle Sondershausen weist am Monatsende eine Arbeitslosenquote von 20,9 Prozent aus, das bedeutet eine Minderung um 0,3 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat. Obwohl in der Region der Geschäftsstelle die Situation am Arbeitsmarkt sehr angespannt ist, liegt die Arbeitslosenzahl um 87 unter dem Wert des Vorjahres. In keinem anderen Geschäftsstellenbezirk ist sonst eine Verringerung der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Damit liegt die Arbeitslosenquote sogar um 0,1 Prozent unter der Höhe des Vorjahres. Während des Monats mussten sich fast 540 Arbeitnehmer in der Dienststelle melden, 30 mehr als im Mai. Im Juni des Vorjahres wurden fast 600 Meldungen festgestellt. Die Arbeitslosigkeit konnten wieder 615 Frauen und Männer beenden, über 310 fanden eine Arbeit im ersten oder zweiten Arbeitsmarkt.
Seit Jahresbeginn wurden 4.190 Personen neu oder wieder in das Vermittlungsgeschehen aufgenommen. Mehr als die Hälfte der Arbeitslosmeldungen, das sind 2.100, kamen aus einer Erwerbstätigkeit. Im gleichen Zeitraum sind auch wieder 4.190 aus der Arbeitslosigkeit gegangen, 2.295 wegen eines neuen Beschäftigungsverhältnisses.
Im Landkreis Eichsfeld, mit den Geschäftsstellen Heiligenstadt und Leinefelde, ist die Arbeitslosenzahl gegenüber Mai um 213 auf 8.552 zurückgegangen. Die Arbeitslosenzahl ist damit um 210 höher als vor einem Jahr. Erst im Juni führten die Abmeldungen zu einer allmählichen Annäherung des Niveaus der Arbeitslosigkeit zum Vorjahr, nachdem Ende Mai immer noch 750 Eichsfelder mehr arbeitslos waren als 12 Monate vorher.
Die Geschäftsstelle Heiligenstadt registrierte Ende Juni 2.809 Arbeitslose. Damit ist gegenüber Mai ein Abbau der Arbeitslosenzahl um 74 erfolgt. Im Vergleich zum Vorjahr waren damit über 40 Personen mehr arbeitslos. Die Arbeitslosenquote errechnete sich Ende Juni in Höhe von 12,9 Prozent, gegenüber 12,7 Prozent vor einem Jahr. In der ersten Jahreshälfte mussten sich über 3.120 Frauen und Männer arbeitslos melden, 171 mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Anstieg resultiert zum größten Teil aus mehr beendeten Arbeitsverhältnissen. Aus der Arbeitslosigkeit gingen im ersten Halbjahr fast 3.190 Betroffene, über 260 mehr als im Vergleichszeitraum 2002. Von den Austritten resultierten 1.930 aus Arbeitsaufnahmen, das waren fast 190 mehr als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres.
Das Arbeitsamt Leinefelde wies am Monatsende 5.743 Arbeitslose aus, fast 140 weniger als vier Wochen vorher. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet die Arbeitslosenzahl noch einen Anstieg um 3 Prozent, das ist immer noch der höchste innerhalb der Geschäftsstellen des Arbeitsamtsbezirkes. Insgesamt gab es Ende Juni 167 Arbeitslose mehr als vor zwölf Monaten. Die günstige Entwicklung im Juni führte aber dazu, dass der Abstand zum Vorjahr, der noch im Mai 485 betrug, sich um mehr als 300 verringerte.
Während des Juni wurden nur geringfügig mehr Arbeitslosmeldungen als im Mai registriert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind die 730 Zugänge aber um fast 320 niedriger. Insgesamt sind seit Jahresbeginn 6.095 Personen neu oder wieder arbeitslos gemeldet, 250 mehr als im ersten Halbjahr 2002. Besonders wegen mehr Entlassungen aus der Wirtschaft mussten 3.430 Arbeitnehmer aus Beschäftigungsverhältnissen in die Arbeitslosigkeit gehen, über 370 mehr als von Januar bis Juni 2002.
Die Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit sind im ersten Halbjahr dieses Jahres um 330 höher ausgefallen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dieser Anstieg betrifft aber in 96 Fällen mehr Arbeitsaufnahmen in der Wirtschaft. Zugenommen haben vor allem Abmeldungen in die Nichterwerbstätigkeit. Insgesamt beendeten 6.080 Personen, die in der Geschäftsstelle registriert waren, ihre Arbeitslosigkeit.
Autor: nnzDer Arbeitsmarkt entwickelte sich im Juni in Nordthüringen spürbar günstiger als im Vorjahresmonat. Vor einem Jahr führten eine verhaltene Nachfrage und überdurchschnittlich hohe Arbeitslosmeldungen am Monatsende zu einem Anstieg arbeitsloser Personen. Im Jahr 2003 fielen die Eintritte in die Arbeitslosigkeit dagegen bei gleichzeitig mehr Abmeldungen niedriger aus. Diese stärkere Bewegung auf dem Arbeitsmarkt reduzierte die Arbeitslosenzahl erst am Ende des ersten Halbjahres spürbar. Nachdem bis Ende Mai dieses Jahres die schwierige Lage auf dem Arbeitsmarkt die Arbeitslosenzahl um 1.500 gegenüber dem Vorjahr ansteigen ließ, wurde dieser Abstand mit der Entwicklung im Juni auf 540 spürbar gesenkt.
Arbeitslosenzahl weiter zurückgegangen
Ende Juni suchten 28.857 Nordthüringer einen Arbeitsplatz, 350 weniger als Ende Mai. Erstmals in diesem Jahr liegt die Arbeitslosenzahl damit unter 29.000. Die Arbeitslosenquote errechnet sich Ende Juni in Höhe von 18,7 Prozent und ist 0,3 Prozentpunkte niedriger als vor vier Wochen. Vor Jahresfrist war diese Quote einen halben Prozentpunkt niedriger.
Während des Monats mussten sich zwar fast 2.000 Männer neu oder wieder im Arbeitsamt melden, gleichzeitig beendeten rund 2.500 ihre Arbeitslosigkeit. Dadurch verringerte sich bis Monatsende die Zahl arbeitsloser Männer um 500 auf 13.583. Die Arbeitslosenquote für die Männer bezogen auf alle abhängigen zivilen Erwerbspersonen ging somit um 0,6 Prozentpunkte gegenüber Mai auf 18,1 Prozent zurück. Vor einem Jahr betrug diese Quote noch 17,6 Prozent. Damals waren 310 Männer weniger arbeitslos.
Die Zahl der Arbeitslosmeldungen von Frauen fiel im Juni nicht so hoch wie bei den Männern aus. Im Monatsverlauf konnten insgesamt weniger Frauen die Arbeitslosigkeit beenden als neu registriert wurden. Nach dem Anstieg der Frauenarbeitslosigkeit im Mai setzte sich dieser Trend auch im Berichtsmonat fort. 15.274 Frauen suchten Ende Juni eine Arbeit, 153 mehr als im Mai und 233 mehr als vor einem Jahr. Diese Entwicklung verursachte einen Anstieg der Arbeitslosenquote von 22,2 Prozent Ende Mai auf 22,4 Prozent Ende Juni. Vor einem Jahr war die Quote um einen halben Prozentpunkt niedriger.
Fast 3.600 Arbeitslosmeldungen eingegangen
Die Mitarbeiter des Arbeitsamtes nahmen im Juni 3.592 Arbeitslosmeldungen entgegen, 300 mehr als im Vormonat. Im Juni des Vorjahres erfolgten über 440 Eintritte mehr. Damals meldeten sich zwar wegen Kündigungen weniger arbeitslos als in diesem Jahr, aber die Zahl der Meldungen nach einer betrieblichen Ausbildung lag um das Dreifache höher. Aus einer Erwerbstätigkeit kamen 1.700 Personen, 1.230 davon hatten ein Arbeitsverhältnis in Wirtschaftsunternehmen, 357 Arbeitnehmer davon beendeten Beschäftigungen auf dem zweiten Arbeitsmarkt, und weitere 121 Meldungen erfolgten nach einer Selbstständigkeit oder nach dem Wehr- und Zivildienst. Im Juni des Vorjahres beendeten dagegen 1.500 Personen eine Beschäftigung, 1.070 davon im ersten Arbeitsmarkt.
Aus dem Baugewerbe mündeten 320 Arbeitskräfte in die Arbeitslosigkeit ein, so viele wie im Vormonat und rund 40 mehr als im Vorjahresmonat. Die Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes setzten 200 Arbeitnehmer frei, 40 mehr als im Vormonat und auch fast 30 mehr als vor einem Jahr. Aus dem Handel meldeten sich 180 Personen arbeitslos, zwar etwas weniger als im Vormonat, aber mehr als vor zwölf Monaten. Betriebe, die Dienstleistungen für Unternehmen erbringen, haben im Juni 120 Frauen und Männer entlassen. Hier ist ein
leichter Anstieg gegenüber dem Vor- und Vorjahresmonat eingetreten. Nach einer Ausbildung gingen erst einmal 570 Frauen und Männer in die Arbeitslosigkeit, weil kein Arbeitsplatz in unmittelbarem Anschluss gefunden werden konnte.
Aus einer schulischen Ausbildung kamen davon 407 Absolventen, über 70 mehr als im Vormonat, und aus einer betrieblichen oder außerbetrieblichen Ausbildung meldeten sich 159 junge Leute, 36 davon ohne ein Abschlusszeugnis. Vor einem Jahr wurden im Juni 470 Jugendliche nach einer Erstausbildung in das Vermittlungsgeschehen aufgenommen. In diesem Jahr sind die Prüfungstermine wegen dem späteren Ferienbeginn in den meisten Fällen im Juli, so dass dann erfahrungsgemäß mit mehr solcher Meldungen zu rechnen ist.
Mehr Meldungen als im Mai wurden aus der Nichterwerbstätigkeit entgegen genommen. Von den insgesamt 1.320 neu oder wieder Arbeitslosen haben sich über 700 nach längerer Arbeitsunfähigkeit der Vermittlung zur Verfügung gestellt, 50 mehr als im Mai. Über 100 Personen, so viele wie im Vormonat, gaben wieder ein Bewerberangebot ab, nachdem sie wegen Meldeversäumnis aus den Vermittlungsaktivitäten heraus genommen wurden. Fast 80 Frauen und Männer streben nach Erziehungs- und Pflegezeiten wieder einen Job an.
Mehr Arbeitslosmeldungen im ersten Halbjahr aber auch mehr Austritte
Seit Januar meldeten sich im Arbeitsamt 25.370 Personen arbeitslos, das waren 1.940 mehr als im ersten Halbjahr 2002. Die Meldungen erfolgten in 14.427 Fällen nach einer Erwerbstätigkeit, das waren 1.850 mehr als im gleichen Zeitraum 2002. Aus einer Ausbildung mündeten 2.715 seit Jahresanfang in die Arbeitslosigkeit, 310 weniger als im ersten Halbjahr 2002. Ursache dafür sind weniger auslaufende Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung in diesem Jahr und spätere Prüfungstermine in der beruflichen Erstausbildung.
Aus der Arbeitslosigkeit gingen im ersten Halbjahr dieses Jahres 25.030 Frauen und Männer, das waren 1.260 mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Wegen der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beendeten 13.820 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 320 mehr als von Januar bis Juni des Vorjahres. Davon erfolgten 11.970 dieser Abmeldungen wegen einer Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt, das waren fast 770 mehr als im Vorjahreszeitraum. Dagegen ist die Zahl der Eintritte in Beschäftigung schaffende Maßnahmen im gleichen Zeitraum um rund 450 zurückgegangen.
Bis Juni gingen 3.270 Arbeitslose aus verschiedenen Gründen aus der Arbeitslosigkeit ohne Aufnahme einer Erwerbstätigkeit, im ersten Halbjahr 2002 waren das noch 2.110 Arbeitslose. Die Ursache liegt in mehr Abmeldungen wegen Arbeitsunfähigkeit und in der konsequenten Prüfung der Verfügbarkeit sowie der Meldepflicht. Außerdem wurden die Informationsveranstaltungen für ältere Arbeitslose kontinuierlich weitergeführt, so dass im ersten Halbjahr 2003 mehr ältere Frauen und Männer die Möglichkeit eines erleichterten Bezuges von Arbeitslosengeld oder Arbeitslosenhilfe in Anspruch genommen haben als im Vorjahr.
Mehr Abmeldungen als im Juni des Vorjahres
Für rund 3.940 Personen endete im Juni die Arbeitslosigkeit, für über 500 mehr als im Juni des Vorjahres. Im Vergleich zum Vormonat gab es aber für 600 Frauen und Männer weniger Möglichkeiten der Arbeitsaufnahme im ersten und zweiten Arbeitsmarkt. Insgesamt mündeten 2.050 Arbeitnehmer in eine Erwerbstätigkeit, über 170 in den zweiten Arbeitsmarkt. Von den neuen Arbeitsverhältnissen kamen über 400 ohne finanzielle Hilfen des Arbeitsamtes zustande. Fast 130 Arbeitsuchende konnten mit Eingliederungszuschüssen in Unternehmen eine neue Chance erhalten.
860 neue Arbeitsverhältnisse erfolgten nach Selbstsuche, besonders durch Nutzung des Stelleninformationsservices des Arbeitsamtes. Vom vorherigen Arbeitgeber wurden 330 Arbeitnehmer wieder eingestellt, und über 100 Arbeitslose wagten den Schritt in die Selbstständigkeit. Rund 110 Arbeitslose begannen vor allem im Rahmen der beruflichen Weiterbildung eine betriebliche oder schulische Ausbildung oder setzten einen Schulbesuch oder ein Studium fort. Wegen Arbeitsunfähigkeit sind die Bewerbungen von über 900 Personen aus den Vermittlungsaktivitäten herausgelöst, und 230 Arbeitslose, die keine finanziellen Leistungen vom Arbeitsamt erhalten, erneuerten im Juni nicht ihr Arbeitsgesuch.
Aktive Förderleistungen zur Integration in den Arbeitsprozess
Die Integration von Arbeitslosen in Beschäftigungsverhältnisse in der Wirtschaft ist das Anliegen aller Aktivitäten der Vermittlungsfachkräfte. Die Ergebnisse der letzten Jahre haben gezeigt, dass Förderleistungen für Arbeitsaufnahmen in der Wirtschaft in den meisten Fällen zu dauerhaften Wiedereingliederungen führten. Fast 7.150 Frauen und Männer konnten finanzielle Hilfen bei der Arbeitsberatung und Arbeitsvermittlung seit Jahresanfang in Anspruch nehmen. Die Anzahl stieg zum Vorjahreszeitraum um 1.860 an. Bei dieser Förderleistung handelt es sich um Bewerbungs- und Reisekosten.
Zu den aktiven Förderleistungen zählen weiterhin Mobilitätshilfen, die die Aufnahme einer Beschäftigung begleiten. Diese Förderung beanspruchten seit Beginn des Jahres 1.645 Frauen und Männer, über 720 mehr als im ersten Halbjahr 2002. Die Existenzgründung unterstützt das Arbeitsamt wie auch in den Vorjahren durch Überbrückungsgeld, das bis zu sechs Monaten nach Aufnahme der Selbständigkeit gewährt werden kann. Seit Januar wurden 372 Existenzgründern diese Leistungen gewährt, das waren fast 40 mehr als im Vorjahr. Ende Juni erhielten noch 512 Personen Überbrückungsgeld, über 190 mehr als vor einem Jahr.
Mit Inkrafttreten des 1. und 2. Gesetzes zur Verbesserung der Dienstleistungen am Arbeitsmarkt kann durch einen Existenzgründerzuschuss die Gründung der Ich-AG erleichtert werden. Seit Jahresanfang haben über 100 Arbeitslose den Schritt in die Selbständigkeit gewagt. Über Eingliederungszuschüsse des Arbeitsamtes wurde seit Januar die Einstellung von 1.150 Arbeitnehmern in Unternehmen der Region unterstützt. Ende Juni zahlte das Arbeitsamt für die Beschäftigung von 1.520 Frauen und Männern diese Förderleistung, für fast 400 mehr als vor einem Jahr. Junge Unternehmen konnten Ende Juni über die Gewährung von Eingliederungszuschüssen nach Betriebsgründungen 146 Arbeitnehmer beschäftigen, vor einem Jahr wurden so 63 Personen weniger gefördert.
Aus den bewilligten Maßnahmen der Vorjahre nach dem Programm der Bundesregierung zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit werden Unternehmen für 295 Arbeitsverhältnisse Beschäftigungshilfen gezahlt. In Strukturanpassungsmaßnahmen Ost für Wirtschaftsunternehmen befanden sich am Monatsende noch 250 Arbeitnehmer, bis zum Jahresende laufen alle Maßnahmen aus dem Jahr 2002 dann endgültig aus. Insgesamt erhielten Ende Juni 2.850 Frauen und Männer eine direkte Förderung in regulären Beschäftigungen in Unternehmen der Region. Gegenüber dem Vorjahr hat sich damit die Zahl dieser Förderfälle um 360 erhöht.
Beschäftigung schaffende Maßnahmen
In Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen befanden sich am Monatsende 1.474 Frauen und Männer, 208 weniger als im Mai und 600 weniger als vor einem Jahr. Innerhalb Thüringens fördert das Arbeitsamt Nordhausen die meisten Arbeitnehmer in diesen Maßnahmen, obwohl vor einem Jahr die Beschäftigtenzahl durchaus in einigen Regionen höher war.
Auch in Strukturanpassungsmaßnahmen im zweiten Arbeitsmarkt werden in Nordthüringen mit die meisten Frauen und Männer beschäftigt, nur in der Region um Erfurt und Suhl sind die Beschäftigtenzahlen geringfügig höher. Insgesamt arbeiteten Ende des Halbjahres 1.036 Personen in Strukturanpassungsmaßnahmen, fast genau so viele wie Ende Mai, aber ein Drittel weniger als vor einem Jahr. Beschäftigung schaffende Infrastrukturmaßnahmen haben seit Jahresbeginn rund 60 Arbeitslose in befristete Arbeitsverhältnisse des ersten Arbeitsmarktes gebracht. Ende Juni hatten so noch 57 Personen einen Job.
Berufliche Weiterbildung
Mit 76 Eintritten in berufliche Weiterbildungsmaßnahmen qualifizierten sich am Monatsende 2.159 Arbeitsuchende, das sind 294 weniger als im Vormonat und rund 800 weniger als vor einem Jahr. 1.063 Frauen und Männer lernen mit dem Ziel, einen Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf zu erreichen. 261 der Teilnehmer waren vor Beginn der Maßnahme ohne Berufsausbildung und 256 jünger als 25 Jahre. Für 758 ehemals Langzeitarbeitslose sollen sich durch die Qualifizierung die Chancen für eine Anstellung im ersten Arbeitsmarkt verbessern. Seit Jahresbeginn nahmen 922 Arbeitsuchende eine betriebliche oder schulische Ausbildung im Rahmen der Erwachsenenqualifizierung auf, 1.040 weniger als im ersten Halbjahr 2002.
Freie Förderung
Im Juni förderte das Arbeitsamt aus Mitteln der Freien Förderung nach § 10 SGB III 950 Frauen und Männer. Das sind rund 45 mehr als im Mai und so viele wie vor einem Jahr. Über diese Förderart erhalten somit 550 Existenzgründer eine zusätzliche finanzielle Hilfe. Gleichzeitig wird für 135 Jugendliche die berufliche Ausbildung über die Freie Förderung finanziert. 150 Frauen und Männer erhielten im Juni einen Lohnkostenzuschuss während der Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt.
Entlastung des Arbeitsmarktes
Über die Beschäftigung im zweiten Arbeitsmarkt und die Teilnahme an beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen wurde der Arbeitsmarkt um insgesamt 4.670 Personen entlastet. Gegenüber dem Vorjahr ist die Entlastung des Arbeitsmarktes um 1.915, rund 29 Prozent, zurückgegangen. Dagegen ist die Arbeitslosenzahl, wie bereits genannt, im Vergleich zum Vorjahr nur um 540 angestiegen.
Kurzarbeit
Im Monat Juni zeigten 65 Unternehmen Nordthüringens für 939 Arbeitnehmer Kurzarbeit an. Damit hat sich die Kurzarbeiterzahl gegenüber dem Vormonat um 56 und gegenüber Juni 2002 um 137 erhöht. Nach wie vor ist das Baugewerbe am stärksten von Kurzarbeit betroffen, hier stieg die Zahl von 147 im Mai auf 259 im Juni, und gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres ist sie um 66 höher. Ebenfalls gestiegen gegenüber dem Vormonat ist die Zahl der von Kurzarbeit betroffenen Arbeitnehmer aus dem verarbeitenden Gewerbe. Aus dieser Wirtschaftsabteilung arbeiteten im Juni 122 Arbeitnehmer kurz.
Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit besonderer Personengruppen
Ende Juni waren 3.260 aller Arbeitslosen jünger als 25 Jahre, 30 mehr als Ende Mai. Bedingt durch weniger Meldungen nach betrieblichen Ausbildungen als im Juni des Vorjahres und durch gezielte Aktivitäten der Vermittlungsfachkräfte waren am Monatsende über 840 junge Frauen und Männer weniger arbeitslos als vor einem Jahr.
Ende Juni waren 3.287 Arbeitslose 55 Jahre und älter. Damit hat sich die Zahl in dieser Altersgruppe um 125 gegenüber Mai und um 140 gegenüber Juni 2002 verringert. Das resultiert auch aus einer höheren Inanspruchnahme der Regelung zum Erhalt von Arbeitslosengeld bzw. -hilfe unter erleichterten Bedingungen für Arbeitslose, die das 58. Lebensjahr überschritten haben.
Die Entwicklung der regionalen Arbeitsmärkte
Im Landkreis Eichsfeld ist die Arbeitslosenzahl deutlich und im Kyffhäuserkreis leicht gegenüber dem Vormonat zurückgegangen. Im Landkreis Nordhausen verblieb die Arbeitslosigkeit auf dem Vormonatsniveau. Innerhalb der Geschäftsstellen des Arbeitsamtsbezirkes sind nach wie vor die Unterschiede auf dem Arbeitsmarkt sehr auffällig. So wird in der Geschäftsstelle Heiligenstadt eine Arbeitslosenquote in Höhe von 12,9 Prozent ausgewiesen, fast doppelt so hoch errechnet sich die Quote in der Geschäftsstelle Artern.
Im Landkreis Nordhausen waren am Monatsende 9.676 Personen arbeitslos, 20 mehr als zum Ende des Vormonats. Die Arbeitslosenquote auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen veränderte sich damit leicht von 19,7 Prozent Ende Mai auf 19,8 Prozent Ende Juni. Im Vergleich zum Vorjahr wurden in der Region 270 Arbeitslose mehr festgestellt, allerdings betrug der Abstand Ende Mai sogar 385. Im Monatsverlauf meldeten sich 1.210 Frauen und Männer arbeitslos, 250 mehr als im Mai. In keiner anderen Dienststelle des Arbeitsamtes Nordhausen ist ein so hoher Anstieg bei den Arbeitslosmeldungen erfolgt. Allerdings gingen im Vergleich zum Juni des Vorjahres nur rund 50 Personen mehr in die Arbeitslosigkeit.
1.190 Arbeitslose meldeten sich im Monat Juni aus der Arbeitslosigkeit ab, 625 wegen Aufnahme einer Erwerbstätigkeit. Seit Jahresanfang gingen aus dem Landkreis 6.970 aus der Arbeitslosigkeit, davon 4.055 in eine Beschäftigung. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres fanden aber 170 mehr einen Arbeitsplatz. Im ersten Halbjahr meldeten sich dagegen aus Beschäftigungen fast 680 Frauen und Männer mehr arbeitslos als im Vorjahreszeitraum, insgesamt 4.470.
Die Arbeitslosenzahl hat sich im Kyffhäuserkreis, mit den Geschäftsstellen Artern und Sondershausen, gegenüber dem Vormonat um 153 verringert. Insgesamt waren damit 10.629 Frauen und Männer des Landkreises arbeitslos. Die Arbeitslosenquote liegt mit 22,9 Prozent um 0,3 Prozentpunkte niedriger als vor vier Wochen. Vor einem Jahr waren im Landkreis 64 Personen mehr arbeitslos. Das ist die geringste Zunahme innerhalb der Landkreise Nordthüringens gegenüber dem Vorjahr.
Ende des Monats gab es in der Geschäftsstelle Artern 5.610 Arbeitslose, 75 weniger als am Vormonatsende. Dadurch errechnet sich bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen eine Arbeitslosenquote in Höhe von 25 Prozent, gegenüber 25,4 Prozent im Mai. Vor einem Jahr registrierten die Mitarbeiter im Arbeitsamt Artern 150 Arbeitslose weniger, damals ergab sich eine Quote von 23,8 Prozent. Im Verlauf des Juni meldeten sich mit 720 Personen so viele wie im Vormonat arbeitslos. Im gleichen Zeitraum konnten fast 800 ihre Arbeitslosigkeit beenden.
Seit Jahresbeginn wurden insgesamt 5.010 Frauen und Männer der Region arbeitslos, über 2.600 davon gingen vorher einer Erwerbstätigkeit nach. Das bedeutet im Vergleich zum Vorjahreszeitraum insgesamt einen Anstieg der Meldungen um 1.000, wobei 680 davon aus mehr beendeten Beschäftigungsverhältnissen resultierten. Demgegenüber beendeten insgesamt im ersten Halbjahr 4.600 Personen ihre Arbeitslosigkeit, über 440 mehr als im Vergleichszeitraum 2002. Von diesen abgemeldeten Arbeitnehmern mündeten 2.160 in eine Beschäftigung des ersten und zweiten Arbeitsmarktes, rund 85 mehr als von Januar bis Juni des Vorjahres.
Die Geschäftsstelle Sondershausen weist am Monatsende eine Arbeitslosenquote von 20,9 Prozent aus, das bedeutet eine Minderung um 0,3 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat. Obwohl in der Region der Geschäftsstelle die Situation am Arbeitsmarkt sehr angespannt ist, liegt die Arbeitslosenzahl um 87 unter dem Wert des Vorjahres. In keinem anderen Geschäftsstellenbezirk ist sonst eine Verringerung der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Damit liegt die Arbeitslosenquote sogar um 0,1 Prozent unter der Höhe des Vorjahres. Während des Monats mussten sich fast 540 Arbeitnehmer in der Dienststelle melden, 30 mehr als im Mai. Im Juni des Vorjahres wurden fast 600 Meldungen festgestellt. Die Arbeitslosigkeit konnten wieder 615 Frauen und Männer beenden, über 310 fanden eine Arbeit im ersten oder zweiten Arbeitsmarkt.
Seit Jahresbeginn wurden 4.190 Personen neu oder wieder in das Vermittlungsgeschehen aufgenommen. Mehr als die Hälfte der Arbeitslosmeldungen, das sind 2.100, kamen aus einer Erwerbstätigkeit. Im gleichen Zeitraum sind auch wieder 4.190 aus der Arbeitslosigkeit gegangen, 2.295 wegen eines neuen Beschäftigungsverhältnisses.
Im Landkreis Eichsfeld, mit den Geschäftsstellen Heiligenstadt und Leinefelde, ist die Arbeitslosenzahl gegenüber Mai um 213 auf 8.552 zurückgegangen. Die Arbeitslosenzahl ist damit um 210 höher als vor einem Jahr. Erst im Juni führten die Abmeldungen zu einer allmählichen Annäherung des Niveaus der Arbeitslosigkeit zum Vorjahr, nachdem Ende Mai immer noch 750 Eichsfelder mehr arbeitslos waren als 12 Monate vorher.
Die Geschäftsstelle Heiligenstadt registrierte Ende Juni 2.809 Arbeitslose. Damit ist gegenüber Mai ein Abbau der Arbeitslosenzahl um 74 erfolgt. Im Vergleich zum Vorjahr waren damit über 40 Personen mehr arbeitslos. Die Arbeitslosenquote errechnete sich Ende Juni in Höhe von 12,9 Prozent, gegenüber 12,7 Prozent vor einem Jahr. In der ersten Jahreshälfte mussten sich über 3.120 Frauen und Männer arbeitslos melden, 171 mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Anstieg resultiert zum größten Teil aus mehr beendeten Arbeitsverhältnissen. Aus der Arbeitslosigkeit gingen im ersten Halbjahr fast 3.190 Betroffene, über 260 mehr als im Vergleichszeitraum 2002. Von den Austritten resultierten 1.930 aus Arbeitsaufnahmen, das waren fast 190 mehr als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres.
Das Arbeitsamt Leinefelde wies am Monatsende 5.743 Arbeitslose aus, fast 140 weniger als vier Wochen vorher. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet die Arbeitslosenzahl noch einen Anstieg um 3 Prozent, das ist immer noch der höchste innerhalb der Geschäftsstellen des Arbeitsamtsbezirkes. Insgesamt gab es Ende Juni 167 Arbeitslose mehr als vor zwölf Monaten. Die günstige Entwicklung im Juni führte aber dazu, dass der Abstand zum Vorjahr, der noch im Mai 485 betrug, sich um mehr als 300 verringerte.
Während des Juni wurden nur geringfügig mehr Arbeitslosmeldungen als im Mai registriert. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind die 730 Zugänge aber um fast 320 niedriger. Insgesamt sind seit Jahresbeginn 6.095 Personen neu oder wieder arbeitslos gemeldet, 250 mehr als im ersten Halbjahr 2002. Besonders wegen mehr Entlassungen aus der Wirtschaft mussten 3.430 Arbeitnehmer aus Beschäftigungsverhältnissen in die Arbeitslosigkeit gehen, über 370 mehr als von Januar bis Juni 2002.
Die Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit sind im ersten Halbjahr dieses Jahres um 330 höher ausgefallen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dieser Anstieg betrifft aber in 96 Fällen mehr Arbeitsaufnahmen in der Wirtschaft. Zugenommen haben vor allem Abmeldungen in die Nichterwerbstätigkeit. Insgesamt beendeten 6.080 Personen, die in der Geschäftsstelle registriert waren, ihre Arbeitslosigkeit.

