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Do, 17:23 Uhr
26.05.2011

Zwei Verliererinnen

Es ist Mitte des Jahres und die Sozialdemokratie aus der Stadt Nordhausen und die Sozialdemokratie aus dem Rest des Landkreises treffen sich im Tabakspeicher der Rolandstadt. Im Mittelpunkt stehen zwei Frauen die einst alles an politischer Macht verloren hatten, was erstrebenswert ist...

Jahresempfang der SPD (Foto: nnz) Jahresempfang der SPD (Foto: nnz)

Die eine, die eingeladen hat, ist Dagmar Becker, einstige Landtagsabegordnete und nun noch Kreisvorsitzende. Die andere, die eingeladen wurde, ist Andrea Ypsilanti, die einst Ministerpräsidentin von Hessen werden wollte und ist noch das, was Frau Becker einst war, Landtagsabgeordnete.

Was beide Frauen verbindet ist das Linkssein innerhalb der deutschen Sozialdemokratie. Beide wollten das Bündnis mit den Linken in einem Bundesland. Beide sind gescheitert. Wenigstens gelang Dagmar Becker die linke Vereinigung im Nordhäuser Kreistag.

Doch genug des Rückblicks in die Geschichte, der aber notwendig ist, wenn man fragt, warum zum Teufel nun gerade Andrea Ypsilanti die Starrednerin des heutigen Empfangs der SPD ist. Sie ist Mitbegründerin des Instituts für solidarische Moderne und unter diesem Aspekt stand denn auch die Rede der Frau aus Hessen.

Zuvor jedoch begrüßte Dagmar Becker die vielen Gäste, vor allem aber die, die besonders begrüßt werden müssen – wie immer. Becker und Ypsilanti lernten sich auf einem Parteitag kennen, auf dem die Sollstedter SPD mit einem Stand vertreten war, gemeinsam mit ihrer Partnergemeinde aus dem Odenwald – in Hessen.

Becker widmete sich dann dem Elterngeld des Herrn Althaus, das damals als Herdprämie seitens der Opposition verschrieen wurde. Und das mache die Thüringer SPD so einfach mit. Für die SPD-Kreisvorsitzende sei sichtbar geworden, dass die SPD mit der CDU nicht wirklich ihre Ziele erreichen könne.

Andrea Ypsilanti (Foto: nnz) Andrea Ypsilanti (Foto: nnz) Dann endlich, nach einem inhaltslosen Statement von Walter Pilger aus dem Unstrut-Hainch-Kreis, war der Gast an der Reihe. Andrea Ypsilanti markierte die mangelnde und fehlende Gerechtigkeit in der Gesellschaft als eine Gefahr für den sozialen Frieden. Ungerechtigkeit, die sich durch fast alle Sphären dieser Gesellschaft zu ziehen vermag. Und: Ein Ende dieser Ungerechtigkeit sei nicht in Sicht. Im Namen des Volkes müssen nun endlich an die Banker als Verursacher der Finanz- und Wirtschaftskrise die Rechnung gestellt werden, die schon wieder ihre Boni in die Tasche gesteckt bekommen.

Weitere Themenfelder von Frau Ypsilanti waren die fehlenden sozialversicherungspflichtigen Jobs, die Zeitarbeit, längeres gemeinsames Lernen, der Mindestlohn, die prekären Jobs, die einfach unter den Titel „Ausbeutung“ fallen Und das sollte man auch so benennen, meinte die Frau aus Hessen.

Und welche Lösung gibt es? Ein undifferenziertes, ungehemmtes Wachstum dürfe es nicht mehr geben. Die Frage des Wachstums müssen immer wieder gestellt werden, auch die der Verteilung der Arbeit. Es müsse also nachgedacht werden, bis hin zur Organisation der ehrenamtlichen Arbeit.

Das Finale, ja das Finale war der Atomenergie vorbehalten. Genauer gesagt, dem Abschied daraus. Das gehe nur, wenn die Energiekonzerne endlich entmachtet werden und der Blick auf die dezentrale Versorgung von Menschen und Wirtschaft vorangetrieben werde. Und überhaupt, die kommunale Daseinsvorsorge müsse in kommunaler Hand bleiben. Dann versagte die Batterie im Mikrofon ihren Dienst und plötzlich war selbst in den hinteren Reihen des Auditoriums endlich Ruhe.

Dann war Andrea Ypsilanti am Ende ihrer Rede, sie bekam ein Thüringer Kochbuch und eine obligatorische Flasche Nordhäuser Doppelkorn mit auf den Weg nach Hessen.
Autor: nnz

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Kommentare
H.Buntfuß
26.05.2011, 19:45 Uhr
Die Show ist nicht zu ertragen
Man muss sich wirklich fragen, was will die „SPD“ mit solchen populistischen Phrasen erreichen? Glauben die Nachfolger von Schröder und Fischer im Ernst daran, dass ihnen noch jemand über den Weg traut? War es nicht die „SPD“ und ihr Juniorpartner die „Grünen“, die den Grundstein für diese Ausuferung gelegt haben?

Heute will man von dem, was sie gemeinsam ich möchte fast sagen verbrochen haben, nichts mehr wissen. Die Damen und Herren schwingen große Reden und denken, sie können das Volk damit blenden. Die „SPD“dreht ihre Fahnen immer so, dass sie im Wind hängen. Aber auch sie werden für den Populismus den sie betreiben, bei der nächsten Bundestagswahl, ihre Rechnung bekommen.
pumpnC
26.05.2011, 23:59 Uhr
Und...
genau das gleiche kann man für die CDU unterschreiben, die unser Land gerade in den Untergang reitet. Ich denke wenn man schon von "verbrochen" redet, dann sollte man natürlich auch über die jetzige Situation nachdenken. Wir leben in einem Billiglohnland was obendrein sehr Kinderfeindlich ist. Auf deutsch: Wir schaffen uns gerade ab, ob mit SPD oder CDU oder den Grünen, den Linken, den Rechten einfach mit allen.
Herr Taft
27.05.2011, 15:06 Uhr
@ pumpnC: und wen wählen Sie ?
Wenn alles Mist ist - in Ihren Augen alle unfähig sind, dann ist es doch an der Zeit sich zu fragen, ob das eigene Weltbild villeicht nicht stimmt.
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