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Fr, 10:30 Uhr
04.07.2003

Längst keine Unbekannte

Nordhausen (nnz). Petra Albrecht ist den Kunstinteressierten im Landkreis Nordhausen längst keine Unbekannte mehr. So erhielt die Weimarerin unter anderem den erste Glock-Grabe-Grafik-Preis. Heidelore Kneffel stellt Petra Albrecht und ihr Wirken für die Leser der nnz etwas näher vor.


Kunst auf der Leine Petra Albrecht, als freischaffende Künstlerin in Weimar lebend, schuf vom Januar bis Juni 2003 einen farbigen Holzschnittzyklus, angeregt von der Lyrik Sarah Kirschs. Als letztere sich im März in Thüringen aufhielt, besuchten Mitglieder des Fördervereins der Dichterstätte mit ihr Petra Albrecht in ihrem Atelier hoch oben unterm Dach. An mehreren Stricken waren größere und kleinere Holzschnitte mit Holzklammern befestigt, so dass sofort eine vielstimmige Farb- und Formsinfonie durch den Raum strömte. Das Rot leuchtete besonders intensiv, dann setzte sich in Verhaltenheit so mancher Blau-, Grau- und Grünton durch.

Petra Albrecht ist in Nordhausen seit ihrem Gewinn des 1. Ilsetraut-Glock-Grabe-Graphikpreises 1999 bekannt. Zum Jahresende wird sie in der Galerie der Kreissparkasse Nordhausen eine Einzelausstellung haben. Aber vorher, zu den 6. Limlingeröder Diskursen, zeigte sie am 29. Juni erstmals einige Zeichnungen und 16 Farbholzschnitte zum Werk Sarah Kirschs in der Langen Reihe 11 der Öffentlichkeit im Beisein der Schriftstellerin Elke Erb, des Schriftstellers Norbert Hummelt, der Literaturkritikerin Cornelia Jentzsch, des Mitarbeiters des Literaturhauses Köln, Thomas Böhm und der Fotografin Helga Paris. Die Ausstellung ist während der Veranstaltungen in der Dichterstätte oder nach Vereinbarung bis zum 12. September 2003 zu besichtigten. Es sind alles Holzschnitte der verlorenen Form, mit der Hand abgezogen, in sehr kleiner Auflage, in den Größen 110 x 80 cm, 46 x 61 cm und 34 x 41 cm.

In dem fünften „Brief von Lange Reihe 11“, den Petra Albrecht für die neue Publikationsreihe des Fördervereins schrieb, sagt sie über die Entstehung ihrer farbigen Holzschnitte: „Zunächst begann ich auf Pergamentpapier mit Feder und Tusche zu zeichnen. Diese Zeichnungen waren für mich Einstieg in Sarah Kirschs Texte. Ich las immer wieder neu, immer mit anderen Gefühlen und unter wechselnden Alltagseindrücken ... Aus ihnen formen sich Vorstufen der Bilder, die ich dann als Holzschnitte auszuführen versuche. Das bedeutet, dass ich keine vorgefassten Bilder im Kopf habe. Sie würden mich zu sehr festlegen ... Ich möchte Zufälle bei der Gestaltung nicht völlig ausschließen, weil sie das spielerische Moment fördern, sie aber auch nicht ganz dem Eigenlauf überlassen ...“

Als Sarah Kirsch nach dem Atelierbesuch von einem Rundfunkjournalisten nach ihrem schönsten Erlebnis während ihrer Thüringentournee gefragt wurde, sagte sie: “Das war der Besuch bei der Holzschneiderin Petra Albrecht. Hoch oben, gleich unter dem weißblauen Himmel, den wir durchs oberlichtige große Atelierfenster sahen, öffnete sich die Zauberwelt der Farben vor uns. Die Holzschnitte und die Holzschneiderin selbst haben mich sehr beeindruckt. Ich bin gespannt darauf, wie die Serie insgesamt wirkt, wenn sie in Limlingerode ausgestellt wird.“
Heidelore Kneffel
Autor: nnz

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