Mi, 09:05 Uhr
11.05.2011
nnz-Betrachtung: Verkehr und mehr
Ich hatte an dieser Stellen schon mehrfach über die Altstadt, deren Ist-Zustand und deren Zukunft meine Meinung gesagt. All das ist in der nnz nachzulesen. Seit gestern ist nicht viel hinzugekommen...
Es ist diese Gemengelage aus Lebensqualität und Gewinnstreben, die langfristig nicht aufgehen wird. Bei dieser Meinung bleibe ich auch nach dem gestern Gehörten. Da berichtet ein Planer, der fern jeder Subjektivität zur Nordhäuser Altstadt anzusiedeln ist, von diesem kleinen Teil des Gesamten. In seinen Nebensätzen wird deutlich, dass eine Verkehrslösung wie auch immer, die Probleme mit der Altstadt nicht wirklich lösen wird. Dieser Bereich ist einfach abgehängt.
Nicht politisch, sondern aus seiner Historie und der allgemeinen Entwicklung heraus. Wenn sich die führenden Politiker und Verwalter dieser Stadt mal um die so genannte Unterstadt kümmern würden, wie sie das in den zurückliegenden Jahrzehnten in punkto Altstadt getan haben, dann wären viele Menschen heute in diesen Nordhäuser Arealen zufriedener.
Der Fachmann namens Dr. Lothar Bondzio erläuterte den Sachstand und leitete zwölf Maßnahmen ab, die den Verkehr in der Nordhäuser Altstadt nur unwesentlich beeinflussen werden. Zwölf Maßnahmen, die zusammen einen hohen zweistelligen Millionen-Betrag erfordern würden. Und bereits da müssen sich die Fans der Altstadt keinen Hoffnungen hingeben, denn nach den verschiedentlichen Blicken von Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) in die Zukunft, werden sich die Thüringer Kommunen ab den Jahren 2013/2014 sowieso nichts mehr leisten können. Dann kann nur noch verwaltet werden. Auch das Drama der Altstadt, das in kleinen Ansätzen gestern wieder deutlich spürbar war.
Beispiel Poller: Die einen wollen Poller zwischen 22 Uhr und 6 Uhr. Die anderen die Poller zwischen 1 oder 2 Uhr und 6 Uhr. Die einen wollen eine verkehrsarme Altstadt, die anderen möglichst viele kleine Parkflächen in (möglichst) unmittelbarer Nähe zu Geschäft oder Gaststätte. Und bei dieser Melange sind noch nicht einmal die "einfachen" Bewohner der Altstadt berücksichtigt. Die einzigen Beiträge zur Diskussion am gestrigen Abend waren die Bekanntgabe eines Gaststättenbetreibers, dass er mit Bürgermeister Matthias Jendricke eine Pollerzeit zwischen 2 Uhr und 6 Uhr ausgemacht habe und die Bemerkung eines Juweliers, dass den ganzen Tag über die Autos genau dieser Gaststättenbetreiber die Parkplätze seiner potentiellen Kunden blockieren würden. Mal von den Sorgen der Damen mit ihren Schuhen auf dem Pflaster abgesehen.
Da kommt doch Freude auf. Wie soll da ein Konzept nicht nur umgesetzt, sondern überhaupt den "Betroffenen" schmackhaft gemacht werden? Von Umsetzung und Finanzierung ist da noch überhaupt keine Rede.
Abschließend noch ein Wort zu einer Randbemerkung des Planers: Der meinte, dass ein Einkaufszentrum am Nordhäuser Pferdemarkt kaum einen spürbaren Anstieg des Fahrzeugaufkommens in der Nordhäuser Innenstadt nach sich ziehen würde. Ein solches Einkaufszentrum, so Dr. Bondzio, würde kaum neue Kunden nach Nordhausen locken, es käme eher zu einer Umverteilung der Kunden- und Verkehrsströme.
Das wiederum bedeutet, dass eventuell Kunden der Südharz-Galerie verstärkt zum Pferdemarkt fahren werden. Das bedeutet aber auch, dass - aus meiner Sicht - ein solches Einkaufszentrum in der Innenstadt nicht wirklich Sinn macht oder ein Tor zur Altstadt sei und dass jetzt Überlegungen in Gang kommen sollten, was mit dieser Grundstücksperle alternativ passieren könnte.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzEs ist diese Gemengelage aus Lebensqualität und Gewinnstreben, die langfristig nicht aufgehen wird. Bei dieser Meinung bleibe ich auch nach dem gestern Gehörten. Da berichtet ein Planer, der fern jeder Subjektivität zur Nordhäuser Altstadt anzusiedeln ist, von diesem kleinen Teil des Gesamten. In seinen Nebensätzen wird deutlich, dass eine Verkehrslösung wie auch immer, die Probleme mit der Altstadt nicht wirklich lösen wird. Dieser Bereich ist einfach abgehängt.
Nicht politisch, sondern aus seiner Historie und der allgemeinen Entwicklung heraus. Wenn sich die führenden Politiker und Verwalter dieser Stadt mal um die so genannte Unterstadt kümmern würden, wie sie das in den zurückliegenden Jahrzehnten in punkto Altstadt getan haben, dann wären viele Menschen heute in diesen Nordhäuser Arealen zufriedener.
Der Fachmann namens Dr. Lothar Bondzio erläuterte den Sachstand und leitete zwölf Maßnahmen ab, die den Verkehr in der Nordhäuser Altstadt nur unwesentlich beeinflussen werden. Zwölf Maßnahmen, die zusammen einen hohen zweistelligen Millionen-Betrag erfordern würden. Und bereits da müssen sich die Fans der Altstadt keinen Hoffnungen hingeben, denn nach den verschiedentlichen Blicken von Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) in die Zukunft, werden sich die Thüringer Kommunen ab den Jahren 2013/2014 sowieso nichts mehr leisten können. Dann kann nur noch verwaltet werden. Auch das Drama der Altstadt, das in kleinen Ansätzen gestern wieder deutlich spürbar war.
Beispiel Poller: Die einen wollen Poller zwischen 22 Uhr und 6 Uhr. Die anderen die Poller zwischen 1 oder 2 Uhr und 6 Uhr. Die einen wollen eine verkehrsarme Altstadt, die anderen möglichst viele kleine Parkflächen in (möglichst) unmittelbarer Nähe zu Geschäft oder Gaststätte. Und bei dieser Melange sind noch nicht einmal die "einfachen" Bewohner der Altstadt berücksichtigt. Die einzigen Beiträge zur Diskussion am gestrigen Abend waren die Bekanntgabe eines Gaststättenbetreibers, dass er mit Bürgermeister Matthias Jendricke eine Pollerzeit zwischen 2 Uhr und 6 Uhr ausgemacht habe und die Bemerkung eines Juweliers, dass den ganzen Tag über die Autos genau dieser Gaststättenbetreiber die Parkplätze seiner potentiellen Kunden blockieren würden. Mal von den Sorgen der Damen mit ihren Schuhen auf dem Pflaster abgesehen.
Da kommt doch Freude auf. Wie soll da ein Konzept nicht nur umgesetzt, sondern überhaupt den "Betroffenen" schmackhaft gemacht werden? Von Umsetzung und Finanzierung ist da noch überhaupt keine Rede.
Abschließend noch ein Wort zu einer Randbemerkung des Planers: Der meinte, dass ein Einkaufszentrum am Nordhäuser Pferdemarkt kaum einen spürbaren Anstieg des Fahrzeugaufkommens in der Nordhäuser Innenstadt nach sich ziehen würde. Ein solches Einkaufszentrum, so Dr. Bondzio, würde kaum neue Kunden nach Nordhausen locken, es käme eher zu einer Umverteilung der Kunden- und Verkehrsströme.
Das wiederum bedeutet, dass eventuell Kunden der Südharz-Galerie verstärkt zum Pferdemarkt fahren werden. Das bedeutet aber auch, dass - aus meiner Sicht - ein solches Einkaufszentrum in der Innenstadt nicht wirklich Sinn macht oder ein Tor zur Altstadt sei und dass jetzt Überlegungen in Gang kommen sollten, was mit dieser Grundstücksperle alternativ passieren könnte.
Peter-Stefan Greiner

