Sa, 18:41 Uhr
07.05.2011
Nicht nur sieben Jahre Batavia...
In der vergangenen Woche war es wieder einmal soweit. Das Heimattheater Schrankenlos lud zur Begegnung ein. Dazu Anmerkungen von Peter Kube in Ihrer nnz...
Das Thema: Die Begegnung mit Menschen aus Indonesien.... Sie bereiteten uns ein Fest der Sinne, denn "weit unten im Osten, wo die Sonne aufgeht, breitet sich von Horizont zu Horizont das Zauberreich der tausend Inseln aus...Sie seien ein smaragdenes Halsband. Das eitle Meer hat es aus den Tiefen hervorgeholt."
Diese Einladung und seine poetische Umschreibung des Landes aus über 17.000 Inseln setzte sich am Abend fort. Wir hatten uns für Märchen entschieden. Sie wurden von Dramaturgin Anja Eisner für die zweisprachige Lesung konzipiert. Augustina, Dio, Sasmia, Kuat, Egha, Johan und andere Studienkollegiaten aus Indonesien trugen mit ihr und Peter Kube die Märchen vor.
Von Tages- und Jahresschlangen, von einem greisen Weisen und von mutigen Kindern Nani, Tuti und Maman erzählte die Rahmenhandlung. Sie erfahren, wie aufmerksam die Wege im Dschungel zu wählen sind. Und dass man die Puppen des (traditionellen) Schattentheaters Wayang nicht am Tage wecken darf...
Das erste Märchen beschrieb, was ein Mensch wie die kleine zarte Schwester 'Vergißmeinnicht' erleiden muss und trotzdem zur Kraft der Verzeihung geführt wird. Über allem Unrecht wächst Gras, hör und bedenke das. Grausam ist, verzeihst du nicht, vergiss und verzeih, Vergissmeinnicht, sagte die Stimme getöteten Gefährten Leungli, die aus dem Gedächtnisstrauch und seinen goldenen Schuppen raunte. Ihr Verzeihen brachte die bösartigen Schwestern zu reuevollem Weinen und wie in (fast) jedem Märchen letztlich zu Eintracht und Frieden.
Im zweiten Märchen kämpfte ein mutiger Jüngling um seine Liebe zur Tochter des Himmelsfürsten Muntu-untu. Seine Liebe führt ihn in das Reich Muntu-untus, seinen Sohn Mondschein führte die Liebe zurück auf die Erde und er fand mit ihr die Gabe, seinem Volk den Segen der Natur zur Nutzung und Bewahrung nahe zu bringen.
Der Rahmen schließt sich um diese Märchen mit dem Bild von dem zum Himmelsrand schreitenden, in die untergehende Sonne entschwindenden Alten. Er lässt in den Kindern seinen Wunsch zur Versöhnung und Dankbarkeit lebendig bleiben.
Das sagt viel zu kurz und knapp etwas über die Kulturtradition, aus der die Studierenden kommen. Die Sprache der Speisen ist anders. Ein vegetarischer Salat Gado-gado von der Insel Java oder scharf gewürzte Pastel und Sate Ayam (Hähnchen-Satai) luden mit den Worten Selamat Makan (Guten Appetit) zum Essen, Genießen und dabei Plaudern ein. Wenige Gäste hatten viel davon und wurden mehr als satt... aber nicht müde genug.
Nach dem Essen saßen wir in einer Runde zusammen. Über eine Stunde noch erfuhren wir, was Dio, Augustina, Kuat und Sasmia erzählen konnten. Wie schwer es den Eltern fällt und wie sie doch froh sind, wenn ihre Kinder an den mit besten Hochschulen in Deutschland studieren können. Wie gut es ist, dass in dem viert-bevölkerungsreichsten Land der Erde wohl jeder sich für eine Religion entschieden muss, aber laut Verfassung keine Unterschiede in der Rangfolge gemacht werden.
Sie wissen auch um die große Spannung zwischen arm und reich, zwischen ökonomischem Fortschritt und Naturzerstörung. Sie sagen, welche persönlichen Hoffnungen sie haben, was sie erreichen wollen. Und einigen fehlen die Freunde sehr, die nicht die Chance haben, wie sie selbst in ein anderes Land zu gehen für ihre Ausbildung.
Dass am gleichen Tag ein Abkommen zwischen Deutschland und Indonesien geschlossen wurde, dass für Deutschland nur die Abnahme von Holz aus genehmigter, also kontrollierter und nachhaltiger Regenwaldwirtschaft erlaubt, das ist die andere Ebene des globalen Zusammenlebens.
Regenwaldmodells, das Kinder der Regelschule bauten
Sie spielte keine so große Rolle, aber mit dem Studienkolleg und dem Verein Schrankenlos und dem Theater wurde eine menschliche Brücke der Verständigung über solche und andere Herausforderungen vorbereitet. Die Brücke hat Namen und Gesichter und schöne Begegnungen wie an diesem Abend.
Am 17.5. gibt es eine ungarischen Abend und die Reihe mit dem Theater wird im September in den interkulturellen Wochen fortgesetzt.
Peter Kube
Autor: nnzDas Thema: Die Begegnung mit Menschen aus Indonesien.... Sie bereiteten uns ein Fest der Sinne, denn "weit unten im Osten, wo die Sonne aufgeht, breitet sich von Horizont zu Horizont das Zauberreich der tausend Inseln aus...Sie seien ein smaragdenes Halsband. Das eitle Meer hat es aus den Tiefen hervorgeholt."
Diese Einladung und seine poetische Umschreibung des Landes aus über 17.000 Inseln setzte sich am Abend fort. Wir hatten uns für Märchen entschieden. Sie wurden von Dramaturgin Anja Eisner für die zweisprachige Lesung konzipiert. Augustina, Dio, Sasmia, Kuat, Egha, Johan und andere Studienkollegiaten aus Indonesien trugen mit ihr und Peter Kube die Märchen vor.
Von Tages- und Jahresschlangen, von einem greisen Weisen und von mutigen Kindern Nani, Tuti und Maman erzählte die Rahmenhandlung. Sie erfahren, wie aufmerksam die Wege im Dschungel zu wählen sind. Und dass man die Puppen des (traditionellen) Schattentheaters Wayang nicht am Tage wecken darf...
Das erste Märchen beschrieb, was ein Mensch wie die kleine zarte Schwester 'Vergißmeinnicht' erleiden muss und trotzdem zur Kraft der Verzeihung geführt wird. Über allem Unrecht wächst Gras, hör und bedenke das. Grausam ist, verzeihst du nicht, vergiss und verzeih, Vergissmeinnicht, sagte die Stimme getöteten Gefährten Leungli, die aus dem Gedächtnisstrauch und seinen goldenen Schuppen raunte. Ihr Verzeihen brachte die bösartigen Schwestern zu reuevollem Weinen und wie in (fast) jedem Märchen letztlich zu Eintracht und Frieden.
Im zweiten Märchen kämpfte ein mutiger Jüngling um seine Liebe zur Tochter des Himmelsfürsten Muntu-untu. Seine Liebe führt ihn in das Reich Muntu-untus, seinen Sohn Mondschein führte die Liebe zurück auf die Erde und er fand mit ihr die Gabe, seinem Volk den Segen der Natur zur Nutzung und Bewahrung nahe zu bringen.
Der Rahmen schließt sich um diese Märchen mit dem Bild von dem zum Himmelsrand schreitenden, in die untergehende Sonne entschwindenden Alten. Er lässt in den Kindern seinen Wunsch zur Versöhnung und Dankbarkeit lebendig bleiben.
Das sagt viel zu kurz und knapp etwas über die Kulturtradition, aus der die Studierenden kommen. Die Sprache der Speisen ist anders. Ein vegetarischer Salat Gado-gado von der Insel Java oder scharf gewürzte Pastel und Sate Ayam (Hähnchen-Satai) luden mit den Worten Selamat Makan (Guten Appetit) zum Essen, Genießen und dabei Plaudern ein. Wenige Gäste hatten viel davon und wurden mehr als satt... aber nicht müde genug.
Nach dem Essen saßen wir in einer Runde zusammen. Über eine Stunde noch erfuhren wir, was Dio, Augustina, Kuat und Sasmia erzählen konnten. Wie schwer es den Eltern fällt und wie sie doch froh sind, wenn ihre Kinder an den mit besten Hochschulen in Deutschland studieren können. Wie gut es ist, dass in dem viert-bevölkerungsreichsten Land der Erde wohl jeder sich für eine Religion entschieden muss, aber laut Verfassung keine Unterschiede in der Rangfolge gemacht werden.
Sie wissen auch um die große Spannung zwischen arm und reich, zwischen ökonomischem Fortschritt und Naturzerstörung. Sie sagen, welche persönlichen Hoffnungen sie haben, was sie erreichen wollen. Und einigen fehlen die Freunde sehr, die nicht die Chance haben, wie sie selbst in ein anderes Land zu gehen für ihre Ausbildung.
Dass am gleichen Tag ein Abkommen zwischen Deutschland und Indonesien geschlossen wurde, dass für Deutschland nur die Abnahme von Holz aus genehmigter, also kontrollierter und nachhaltiger Regenwaldwirtschaft erlaubt, das ist die andere Ebene des globalen Zusammenlebens.
Regenwaldmodells, das Kinder der Regelschule bauten
Sie spielte keine so große Rolle, aber mit dem Studienkolleg und dem Verein Schrankenlos und dem Theater wurde eine menschliche Brücke der Verständigung über solche und andere Herausforderungen vorbereitet. Die Brücke hat Namen und Gesichter und schöne Begegnungen wie an diesem Abend.
Am 17.5. gibt es eine ungarischen Abend und die Reihe mit dem Theater wird im September in den interkulturellen Wochen fortgesetzt.
Peter Kube








