So, 13:41 Uhr
22.06.2003
Wer hätte das gedacht?
Nordhausen (nnz). Flügelkämpfe sind in den etablierten Parteien in Deutschland an der Tagesordnung. So auch bei der SPD in Thüringen. Hier ging es während des gestrigen Parteitages vor allem darum, die richtigen Geschütze in die richtige Position für den kommenden Wahlkampf zu bringen. Aus Nordthüringer Sicht scheint das gelungen...
Nur den Landeschef nicht verärgern, nur nicht nach außen demonstrieren, dass man mit Christoph Matschie und seinen Gastspielen in Thüringen nicht einverstanden sei. Und so erhielt Matschie denn auch rund 80 Prozent der Stimmen. Punkt. Auch der Austritt von DGB-Landeschef Frank Spieth aus der SPD war schnell vergessen. Der Schock wird ab morgen aufgearbeitet. Punkt.
Interessanter war da doch eine Person, Richard Dewes. Der gehört immer noch, von der Parteistruktur her, dem Nordhäuser Kreisverband an. Wer also wird Beisitzer im Landesvorstand? 18 Plätze galt es unter 37 Bewerbern zu verteilen. Und das, was kaum einer für möglich gehalten hatten, das trat ein. Die Nordthüringer Front erklomm die beisitzende Spitze: Hans-Jürgen Döring auf Platz 1 mit 164 Stimmen, Eckhard Ohl, Dagmar Becker und Richard Dewes bekamen so viele Stimmen, dass es für die ersten vier Plätze reichte.
Diese Beisitzerwahl ist denn auch ein Spiegelbild dafür, dass es in der Thüringer SPD ein Comeback für Richard Dewes geben soll. Die Sozialdemokraten auf den ersten Plätzen verhehlen kaum ihre Sympathie für den Saarländer. Dieses Ergebnis kam selbst für uns überraschend, kommentierte Dagmar Becker das Abstimmungsergebnis. Becker selbst ist mit 121 Stimmen die beste Frau im Landesvorstand. Das Gremium ist vor allen im Hinblick auf die kommende Landtagswahl von entscheidender Bedeutung. Der LV schlägt mit einer Liste seine Favoriten für die Landtagswahl 2004 vor und da geht es um die guten Platzierungen.
Bei aller Freude über das Abschneiden der Nordthüringer Dewes-Front - Ein Opfer gibt es dennoch: Matthias Jendricke hatte mit 56 Stimmen keine Chance auf die Verlängerung seiner Sitzgelegenheit im Landesvorstand. Doch das lag kaum an den politischen Qualitäten des Mannes aus Nordhausen. Denn erstens gibt es bei den Genossen für den LV eine Frauenquote. Und zweitens mit Becker, Dewes und Jendricke gleich drei Sozis aus dem Kreisverband Nordhausen zu wählen, das ging dann selbst befreundeten Delegierten vermutlich zu weit. Vielleicht tröstet Jendricke der Umstand, dass nicht einmal der sozialdemokratische Shooting-Star aus Erfurt, Carsten Schneider, den Hauch einer Chance hatte.
Autor: nnzNur den Landeschef nicht verärgern, nur nicht nach außen demonstrieren, dass man mit Christoph Matschie und seinen Gastspielen in Thüringen nicht einverstanden sei. Und so erhielt Matschie denn auch rund 80 Prozent der Stimmen. Punkt. Auch der Austritt von DGB-Landeschef Frank Spieth aus der SPD war schnell vergessen. Der Schock wird ab morgen aufgearbeitet. Punkt.
Interessanter war da doch eine Person, Richard Dewes. Der gehört immer noch, von der Parteistruktur her, dem Nordhäuser Kreisverband an. Wer also wird Beisitzer im Landesvorstand? 18 Plätze galt es unter 37 Bewerbern zu verteilen. Und das, was kaum einer für möglich gehalten hatten, das trat ein. Die Nordthüringer Front erklomm die beisitzende Spitze: Hans-Jürgen Döring auf Platz 1 mit 164 Stimmen, Eckhard Ohl, Dagmar Becker und Richard Dewes bekamen so viele Stimmen, dass es für die ersten vier Plätze reichte.
Diese Beisitzerwahl ist denn auch ein Spiegelbild dafür, dass es in der Thüringer SPD ein Comeback für Richard Dewes geben soll. Die Sozialdemokraten auf den ersten Plätzen verhehlen kaum ihre Sympathie für den Saarländer. Dieses Ergebnis kam selbst für uns überraschend, kommentierte Dagmar Becker das Abstimmungsergebnis. Becker selbst ist mit 121 Stimmen die beste Frau im Landesvorstand. Das Gremium ist vor allen im Hinblick auf die kommende Landtagswahl von entscheidender Bedeutung. Der LV schlägt mit einer Liste seine Favoriten für die Landtagswahl 2004 vor und da geht es um die guten Platzierungen.
Bei aller Freude über das Abschneiden der Nordthüringer Dewes-Front - Ein Opfer gibt es dennoch: Matthias Jendricke hatte mit 56 Stimmen keine Chance auf die Verlängerung seiner Sitzgelegenheit im Landesvorstand. Doch das lag kaum an den politischen Qualitäten des Mannes aus Nordhausen. Denn erstens gibt es bei den Genossen für den LV eine Frauenquote. Und zweitens mit Becker, Dewes und Jendricke gleich drei Sozis aus dem Kreisverband Nordhausen zu wählen, das ging dann selbst befreundeten Delegierten vermutlich zu weit. Vielleicht tröstet Jendricke der Umstand, dass nicht einmal der sozialdemokratische Shooting-Star aus Erfurt, Carsten Schneider, den Hauch einer Chance hatte.

