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Fr, 08:22 Uhr
20.06.2003

Damals, heute und morgen

Südharz-KrankenhausNordhausen (nnz). Es ist der größte Arbeitgeber weit und breit: Das Südharz-Krankenhaus. 1.800 Menschen arbeiten im Norden der Rolandstadt. Über die Zeit des Neuanfangs, die 12 Jahre dazwischen aber auch über Siege und Niederlagen hat sich die nnz mit dem Geschäftsführer der gGmbH, Antonius Pille, unterhalten.


Seit mehr als 12 Jahren hat Antonius Pille seinen Arbeitsplatz im Verwaltungstrakt des Krankenhauses. Von dort aus lenkt und dirigiert er, trifft Entscheidungen, hat Erfolge verbucht und Fehler gemacht. All das gehört dazu, sagt Pille und möchte doch diesen Job in dieser Stadt nicht mehr missen. Seit erster Arbeitstag datierte auf den 1. Februar 1991. Damals lag die jährliche Verweildauer der Patienten bei rund 14 Tagen, jetzt sind es acht bis neun.

Allein aus dieser Verschiebung resultieren ungeheure Anforderungen an die Mitarbeiter. „Unsere Leute müssen richtig ran“, bilanziert der studierte Volkswirt, der vor zwölf Jahren eigentlich in einer Unternehmensberatung arbeiten sollte statt in Nordhausen. Doch er ist hier geblieben und hat sowohl für die Patienten als auch für seine Mitarbeiter „vernünftige“ Bedingungen geschaffen. Noch ein Vergleich: 1991 wurde 15.198 Patienten behandelt, in diesem Jahr werden es mehr als 26.000 sein.

Thüringenweit ist das Haus in der Koch-Straße gut aufgestellt, 13 erfolgreiche Jahre liegen hinter der Mannschaft, die größte Herausforderung und zugleich Voraussetzung für die gute Aufstellung waren die ständige Expansion und die Einführung der so genannten Fallpauschale Anfang diesen Jahres. „Eigentlich haben wir schon im vergangenen Jahr dafür die Voraussetzungen geschaffen, haben richtig rangeklotzt und konnten somit für dieses Jahr mit einer Budgeterhöhung von mehr als zwei Prozent arbeiten.“

Das Südharz-Krankenhaus versteht sich immer mehr als Dienstleister für die Menschen. „Ich sage den Kollegen immer, ihr müsst mit den Patienten so umgehen, wie ihr es selbst verlangen würdet!“ Gute Qualität in der medizinischen Arbeit leisten viele Häuser, doch das freundliche Wort, der gefühlvolle Beistand, das Menschliche, das sind die entscheidenden Faktoren, wenn sich der Patient ein Krankenhaus aussuchen kann.

Highlights gab es für Pille in den zurückliegenden Jahren viele. Die Übernahme der „Brücke“, des Landesfachkrankenhauses, die Sanierungen der Bettenhäuser, die Millionen DM und Euro, die auf Fördermittelbescheiden standen. Weitere sollen folgen, nicht alles auf einmal, aber: „Irgendwann bauen wir uns unsere neue Psychiatrie“, ist sich Pille sicher. Es muß weitergehen. Im Rückblick auf seinen Einstand in Nordhausen zieht der Verwaltungschef auch heute noch den Hut vor den Mitarbeitern. Für ihn als damaligen Wessi fast unverständlich, wie mit einem derartigen technischen Niveau die gesundheitliche Versorgung der Menschen aufrechterhalten werden konnte.

Die Veränderungen der letzten 12 Jahre haben geprägt, die Mitarbeiter und Pille auch. Er und seine Frau werden ihr Leben in Nordhausen verbringen. Lockt da nicht auch mal ein Angebot mit viel mehr Geld? Pille schüttelt den Kopf: „Es würde nur einen Umstand geben, der mich aus diesem Haus verdrängen könnte. Und zwar, wenn das Krankenhaus an einen privaten Betreiber verkauft wird.“

Pille liebt seinen Job, doch er beobachtet auch anderes. Zum Beispiel die vielen Veränderungen in und um Nordhausen. „Selbst wird man vielleicht ein bisschen betriebsblind, doch der Indikator sind unsere Besuche, die immer wieder angetan und überrascht sind. Vor allem vom Tempo der Veränderungen“, beschreibt er. Noch mal zurück zum Anfang. „Die ersten Jahre waren manchmal wirklich schlimm, doch ich möchte sie nicht vermissen, aber durchmachen möchte ich das auch nicht mehr. Und wenn ich einen Wunsch hätte, dann sollten die Menschen mehr aufeinander zugehen, nicht immer nur kritisieren, sondern vielleicht ab und zu auch vor der eigenen Tür kehren.“
Autor: nnz

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