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Mo, 15:29 Uhr
16.06.2003

Glückwünsche und Wünsche

Nordhausen (nnz). Empfänge haben einen besonderen Charme. Sie dienen als Möglichkeit der Aufwartung, als Moment des Händeschüttelns, man kann sehen und wird gesehen. All das traf am heutigen Nachmittag nur bedingt zu, auch wenn es um den Empfang für einen Minister ging.


Gesungen Dr. Klaus Zeh ist seit einigen Tagen Minister in diesem Freistaat, Minister für Soziales, Familie und Gesundheit um genau zu sein. Ihm zu Ehren zelebrierte der CDU-Kreisverband einen Empfang. Das muß sein, auch wenn sich der Mann im Mittelpunkt nicht sonderlich wohl dabei fühlte. Er will nicht unbedingt mitten im Kreis stehen, der Nordhäuser, doch der neue Job bringt es mit sich. Zweite Reihe ist nicht mehr angesagt. All das wusste er, bevor er Dieter Althaus „Ja“ sagte. Er kannte es auch aus seiner ministeriellen Zeit in der ersten Legislatur.

Welche Aufmerksamkeit ein Mensch, nicht ein Minister genießt, lässt sich am besten während der Basisarbeit messen. Klaus Zeh schüttelte viele Hände, nahm Grüße oder Blumen entgegen und hörte zu. Letzteres dem kleinen Chor des ökumenischen Kindergartens. Die Knirpse überraschten mit einem Ständchen und hatten einen Wunsch: Er möge doch die Einrichtung einmal besuchen. Diesen Wunsch haben vermutlich alle Kindereinrichtungen von Nordhausen bis Sonneberg. Doch die Karten für den Norden scheinen besser gemischt. Es darf ja auch ein privater Besuch sein – als Nordhäuser.

Geredet Nordhäuser wird der Neu-Minister auch bleiben. Und dem Südharz-Krankenhaus wird er auf jeden Fall einen Besuch abstatten. Eine Einladung wird rausgeschickt, sagte dessen Geschäftsführer Antonius Pille. Aber erst nach 100 Tagen Amtszeit. Zum Empfang war heute so ziemlich alles gekommen, was in der Nordhäuser Politik und Wirtschaft Rang und Namen hat. Gekommen waren aber auch die Mitstreiter aus den CDU-Ortsverbänden, für sie war und bleibt Dr. Klaus Zeh nicht der „da oben“, sondern einer von ihnen: „Unser Klaus.“

Vermutlich wird es Zeh wieder schaffen, er wird nicht abheben, dafür ist er nicht gemacht. Doch er wird sich auch durchsetzen müssen, da in der Landeshauptstadt, das hat er zwischen 1994 und 2003 vermutlich gelernt. Die Unbekümmertheit, mit welcher der Empfang quasi „auf der Straße“ stattfand, ist Ausdruck dessen, was Klaus Zeh ausmacht: Er ist einfach nicht überdreht. Schlecht muß so was nicht sein, nicht mal für das Image eines Ministers.
Autor: nnz

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