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Mo, 16:17 Uhr
05.02.2001

"Rund um das Schaf" im Sundhäuser Scheunenhof

Nordhausen/Sundhausen (nnz). Vor etwa einer Million Jahren entwickelten sich die Schafe als selbständige Gattung. Die Menschen in der Jungsteinzeit haben mit der Züchtung von Wildschafen und dem Anbau von Pflanzen bedeutungsvolle kulturhistorische Leistungen vollbracht. Unsere heutigen Hausschafe stammen aus Vorderasien. Nach Mitteleuropa wurden Hausschafe zwischen 4500 und 3500 v. u. Z. eingeführt. Sie dienten zuerst zur Fleisch-, Fell- und Milchgewinnung. Nachdem der Mensch die Nutzung der Wolle erlernt hatte, entstand durch Züchtung in langen Zeiträumen die Population der Wollschafe. Die Feinwollzucht erlebte beginnend um das Jahr 50 v.u.Z. in Spanien eine besondere Blüte. Bis zum 18. Jahrhundert besaß Spanien das Monopol für diese Zuchtrichtung. Die Fleischschafrassen sind zu Beginn des 19. Jahrhunderts vor allem in England entstanden. Von dort haben sie eine weite Verbreitung in der Welt gefunden.
Die Entwicklung der Schafzucht ist eng mit der gesellschaftlichen Entwicklung verbunden. Die beginnende Industrialisierung führte im 18. Jahrhundert zur Intensivierung der Landwirtschaft und schuf damit die Voraussetzung zur Züchtung anspruchsvoller, aber auch bedeutend leistungsfähiger Schafrassen. Auf Grund der Hauptnutzungsrichtung unterscheidet man Wollrassen, Fleischrassen, Milch- und Pelzrassen.
In früheren Zeiten gehörte das Schaf im ländlichen Raum zu jeder Familie. Es war pflegeleicht und stellte kaum Anforderungen an das Futter. Es wurde an Wegesrändern gehalten, auf weniger guten Wiesen und Weiden. Das Schaf lieferte Wolle, Milch und Fleisch für die ganze Familie. Der relativ anspruchslose wollige Vierbeiner hat in den letzten Jahrzehnten bedauerlicherweise viel von seinem Stellenwert eingebüßt. Fallende Wollpreise infolge zunehmender Konkurrenz durch Textilfasern, überseeische Wolle, Baumwolle und Kunstfasern ließen den Schafbestand in Deutschland weit zurückgehen.
Der "Bioland-Betrieb" Klostergut Volkenroda ist am Freitag mit einem Stand im Bauernmarkt vertreten und bietet Schafmilchprodukte an. Bei einer Verkostung können sich die Kunden von der ausgezeichneten Qualität der Produkte überzeugen. Komplettiert wird das Angebot des "Bioland-Betriebes" mit diverse Schafwollartikel. Interessierten Kunden stehen die Anbieter für Anfragen über die Erzeugnisspalette und über das Schaf gern zur Verfügung. Auch Korbmacher Kühlemund hält ein reichhaltiges Sortiment an Schafwollprodukten bereit. An seinem Stand demonstrieren fünf Spinnerinnen das alte ländliche Handwerk. Auf einer Informationstafel wird der Hoflieferant Wippertaler Agrar Produktion vorgestellt, zudem vermittelt sie Wissenswertes zum Thema "Schaf".
Herzhafte Lammspezialitäten bieten die Hoffleischerei und das Wirtshaus "Zur Scheune" an. Die Tiere stammen vom Hoflieferanten Wippetaler Agrar Produktion GmbH Wolkramshausen und sind nicht älter als vier bis sechs Monate. Die artgerechte Haltung und bestes betriebseigenes Futter im Winter und Weidehaltung auf 300 ha garantieren beste Qualität des Fleisches.
Beim Konsum von Lammfleisch ist in den letzten Jahren wieder ein Anstieg zu verzeichnen. Vor allem jüngere Generationen wenden sich vorbehaltlos Lammgerichten zu. Das frische, zarte Fleisch ist nicht nur eine Delikatesse, sondern ist auch sehr gesund und leicht bekömmlich. Die Bielener Firma Schindela lädt an diesem Tag die Kunden zu einer Verkostung seines "Speckschnitzer"-Sortimentes ein und die Anbieter des Fischstandes werben mit einem Verkaufssortiment für die Wiedereröffnung am 15. Februar. Ausgewiesene Mitarbeiter des Kreisbauernverbandes führen eine Kundenbefragung zum Thema Bioladen und Bioprodukten im Bauernmarkt durch.
Autor: rh

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