Fr, 19:08 Uhr
13.06.2003
Gedenken der besonderen Art
Nordhausen (nnz). Ende April starb Deutschlands bekannteste Theologin Dorothee Sölle an einem Herzinfarkt. Der Nordhäuser Friedenskreis will mit einer ganz besonderen Veranstaltung an das Leben dieser Frau erinnern. Mehr dazu mit einem Klick auf MEHR.
Im Friedenskreis wurde diese Idee geboren. 9. Juli 2003 um 20.00, im Eine-Welt-Laden Nordhausen, Barfüßerstraße 32 wollen wir uns treffen, erläutert Pfarrer Peter Kube gegenüber der nnz. Es soll ein Gedenken sein, dass die vielen persönlichen Ausblicke und Einsichten zusammenführt, die aus Sölles Nachdenken, Schreiben und Reden gewonnen werden. Jede/r kann kann (das ist natürlich keine Bedingung) Texte mitbringen, die einen persönlichen Zugang geben. Es soll keine perfekte, sondern eine lebendige, eine vom Leben kündende, eine aus Liebe und Hoffnung, aus Wahrhaftigkeit, Poesie und Weisheit gefügte Veranstaltung werden.
Peter Kube erinnert sich: Als wir erfuhren, dass die bekannteste Theologin Deutschlands gestorben war, da sah ich sie vor mir, in der Blasii-Kirche in Nordhausen, wie sie da stand im Kreis der Musiker von Grupo Sal. Sie waren zusammen auf Reise, Dorothee Sölle las aus ihren Texten, die Musik der Gruppe baute eine Brücke zum südamerikanischen Kontinent, dem sie sich so verbunden fühlte - nicht zuletzt durch die engagierte Arbeit ihrer Tochter dort.
Seit dieser Nachricht von ihrem Tode haben sich viele voller Dankbarkeit für ihr Leben an sie erinnert. Sie ermutigte so viele Menschen, den Widerstand gegen Todesmaschinerien und die Liebe zu allem Geschöpflichen als einen Zusammenhang zu sehen, zu spüren, zu leben.
Ich dein baum
Nicht du sollst meine probleme lösen
sondern ich deine gott der asylanten
nicht du sollst die hungrigen satt machen
sondern ich soll deine kinder behüten
vor dem terror der banken und militärs
nicht du sollst den flüchtlingen raum geben
sondern ich soll dich aufnehmen
schlecht versteckter gott der elenden
Du hast mich geträumt gott
wie ich den aufrechten gang übe
und niederknien lerne
schöner als ich jetzt bin
glücklicher als ich mich traue
freier als bei uns erlaubt
Hör nicht auf mich zu träumen gott
ich will nicht aufhören mich zu erinnern
dass ich dein baum bin
gepflanzt an den wasserbächen
des lebens.
In: Loben ohne lügen, Dorothee Sölle, Berlin 2000, S. 12
Autor: nnzIm Friedenskreis wurde diese Idee geboren. 9. Juli 2003 um 20.00, im Eine-Welt-Laden Nordhausen, Barfüßerstraße 32 wollen wir uns treffen, erläutert Pfarrer Peter Kube gegenüber der nnz. Es soll ein Gedenken sein, dass die vielen persönlichen Ausblicke und Einsichten zusammenführt, die aus Sölles Nachdenken, Schreiben und Reden gewonnen werden. Jede/r kann kann (das ist natürlich keine Bedingung) Texte mitbringen, die einen persönlichen Zugang geben. Es soll keine perfekte, sondern eine lebendige, eine vom Leben kündende, eine aus Liebe und Hoffnung, aus Wahrhaftigkeit, Poesie und Weisheit gefügte Veranstaltung werden.
Peter Kube erinnert sich: Als wir erfuhren, dass die bekannteste Theologin Deutschlands gestorben war, da sah ich sie vor mir, in der Blasii-Kirche in Nordhausen, wie sie da stand im Kreis der Musiker von Grupo Sal. Sie waren zusammen auf Reise, Dorothee Sölle las aus ihren Texten, die Musik der Gruppe baute eine Brücke zum südamerikanischen Kontinent, dem sie sich so verbunden fühlte - nicht zuletzt durch die engagierte Arbeit ihrer Tochter dort.
Seit dieser Nachricht von ihrem Tode haben sich viele voller Dankbarkeit für ihr Leben an sie erinnert. Sie ermutigte so viele Menschen, den Widerstand gegen Todesmaschinerien und die Liebe zu allem Geschöpflichen als einen Zusammenhang zu sehen, zu spüren, zu leben.
Ich dein baum
Nicht du sollst meine probleme lösen
sondern ich deine gott der asylanten
nicht du sollst die hungrigen satt machen
sondern ich soll deine kinder behüten
vor dem terror der banken und militärs
nicht du sollst den flüchtlingen raum geben
sondern ich soll dich aufnehmen
schlecht versteckter gott der elenden
Du hast mich geträumt gott
wie ich den aufrechten gang übe
und niederknien lerne
schöner als ich jetzt bin
glücklicher als ich mich traue
freier als bei uns erlaubt
Hör nicht auf mich zu träumen gott
ich will nicht aufhören mich zu erinnern
dass ich dein baum bin
gepflanzt an den wasserbächen
des lebens.
In: Loben ohne lügen, Dorothee Sölle, Berlin 2000, S. 12

