Fr, 17:35 Uhr
13.06.2003
Die „dekorierte“ OB
Nordhausen (nnz). Das 35. Nordhäuser Rolandsfest ist vor zwei Stunden eröffnet worden. Da gibt es seit 35 Jahren gewisse Rituale. Doch in diesem Jahr war alles ein bisschen anders. Die nnz war bei einer außergewöhnlichen Dekoration mit dabei.
Bevor der Roland und sein Gefolge den Rathausschlüssel und damit die Regierungsgewalt für drei Tage übernehmen konnten, hatten die Nordthüringer Handwerker auf der Bühne das Sagen. Da Handwerker für ihren Einfallsreichtum bekannt sind, hatten die sich was ausgedacht:
Seit 1945 ist die Amtskette für den Nordhäuser Bürger- oder Oberbürgermeister verschollen. US-Soldaten sollen sie in den Wirren der ersten Nachkriegstage mitgenommen haben. Seit dem fehlt einer Stadt wie Nordhausen dieses Statussymbol. Also setzten sich die Handwerker des Landkreises zusammen und beauftragten eine frischgebackene Goldschmiedemeisterin aus dem Eichsfeld mit diesem Meisterstück.
Christiane Mühlhaus heißt die Meisterin und sie fertigte aus 480 Gramm reinem Silber das Meisterstück, das der Hauptgeschäftsführer des Nordthüringer Handwerks, Dr. Bernhard Senft, heute Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) um den Hals hängte. Rinke war sichtlich berührt, denn nun könne sie die Stadt bei feierlichen Anlässen - wie ihre Amtskollegen anderer Städte – gebührend repräsentieren. Initiiert wurde die Anfertigung unter anderem durch den Geschäftsführer der Autohaus Peter GmbH, Helmuth Peter.
Doch dann schlug die Stunde der Rolandsgruppe. Sie nahmen Barbara Rinke den Schlüssel ab, bedankten sich artig und meinten scherzhaft, unsere Oberbürgermeisterin sei meisterlich dekoriert worden. Obwohl das Rolandsfest im Sprachgebrauch des städtischen Kulturamtes eigentlich nicht vorkomme, hätten sich jedoch mehr als 1.000 Nordhäuser zur Eröffnung auf dem Rathausplatz eingefunden, so der Roland. Ein Platz übrigens, der im Gegensatz zu den beiden anderen sehr gelungen sei.
Im Repertoire von Roland, der Hexe, Prof. Zwanziger und dem Ewersberg kam natürlich die Landesgartenschau ebenso vor wie die vielen Straßensperrungen, die Lösung des WC-Problems und das unsägliche Graffiti-Sprühen. Doch die Vier meckerten nicht nur, sie hoben auch die vielen positiven Veränderungen hervor, die Nordhausen in den zurückliegenden zwölf Monaten erfahren hat. Nach einigen Hängern im Text, die übrigens mit herzlichem Beifall bedacht wurden, dankte das Quartett den Nordhäusern für ihre Geduld mit den Baustellen.
Nun ist es also eröffnet – das 35. Rolandsfest. Drei Tage lang wird auf drei Bühnen, auf Volleyballplätzen, auf einer improvisierten Kartbahn und auf dem August-Bebel-Platz all das geboten, was des Volkes Volksfest-Herz höher schlagen lassen könnte.
Autor: nnz
Bevor der Roland und sein Gefolge den Rathausschlüssel und damit die Regierungsgewalt für drei Tage übernehmen konnten, hatten die Nordthüringer Handwerker auf der Bühne das Sagen. Da Handwerker für ihren Einfallsreichtum bekannt sind, hatten die sich was ausgedacht: Seit 1945 ist die Amtskette für den Nordhäuser Bürger- oder Oberbürgermeister verschollen. US-Soldaten sollen sie in den Wirren der ersten Nachkriegstage mitgenommen haben. Seit dem fehlt einer Stadt wie Nordhausen dieses Statussymbol. Also setzten sich die Handwerker des Landkreises zusammen und beauftragten eine frischgebackene Goldschmiedemeisterin aus dem Eichsfeld mit diesem Meisterstück.
Christiane Mühlhaus heißt die Meisterin und sie fertigte aus 480 Gramm reinem Silber das Meisterstück, das der Hauptgeschäftsführer des Nordthüringer Handwerks, Dr. Bernhard Senft, heute Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) um den Hals hängte. Rinke war sichtlich berührt, denn nun könne sie die Stadt bei feierlichen Anlässen - wie ihre Amtskollegen anderer Städte – gebührend repräsentieren. Initiiert wurde die Anfertigung unter anderem durch den Geschäftsführer der Autohaus Peter GmbH, Helmuth Peter.
Doch dann schlug die Stunde der Rolandsgruppe. Sie nahmen Barbara Rinke den Schlüssel ab, bedankten sich artig und meinten scherzhaft, unsere Oberbürgermeisterin sei meisterlich dekoriert worden. Obwohl das Rolandsfest im Sprachgebrauch des städtischen Kulturamtes eigentlich nicht vorkomme, hätten sich jedoch mehr als 1.000 Nordhäuser zur Eröffnung auf dem Rathausplatz eingefunden, so der Roland. Ein Platz übrigens, der im Gegensatz zu den beiden anderen sehr gelungen sei.Im Repertoire von Roland, der Hexe, Prof. Zwanziger und dem Ewersberg kam natürlich die Landesgartenschau ebenso vor wie die vielen Straßensperrungen, die Lösung des WC-Problems und das unsägliche Graffiti-Sprühen. Doch die Vier meckerten nicht nur, sie hoben auch die vielen positiven Veränderungen hervor, die Nordhausen in den zurückliegenden zwölf Monaten erfahren hat. Nach einigen Hängern im Text, die übrigens mit herzlichem Beifall bedacht wurden, dankte das Quartett den Nordhäusern für ihre Geduld mit den Baustellen.
Nun ist es also eröffnet – das 35. Rolandsfest. Drei Tage lang wird auf drei Bühnen, auf Volleyballplätzen, auf einer improvisierten Kartbahn und auf dem August-Bebel-Platz all das geboten, was des Volkes Volksfest-Herz höher schlagen lassen könnte.

