Mo, 08:18 Uhr
05.02.2001
Finanziert die Goldene Aue den Nordhäuser Petersberg?
Nordhausen (nnz). Die Planungen für das künftige und bislang immer noch umstrittene Industriegebiet in der Goldenen Aue sollen bereits fester Bestandteil der Finanzierung der Landesgartenschau in Nordhausen im Jahr 2004 sein. Das vermuten Mitglieder der Bürgerinitiative. Pikanterweise hat auf diese Tatsache eine Amtsleiterin der Nordhäuser Stadtverwaltung bereits Ende vergangenen Jahres während einer Bürgerversammlung im Nordhäuser Ortsteil Bielen aufmerksam gemacht.
Der kausale Hintergrund für diese Variante der Finanzierung könnte in den Modalitäten zum künftigen Bebauungsplan zu finden sein. Darin verlangt der Gesetzgeber, dass bei Ansiedlungen sogenannte Ausgleichsmaßnahmen für grüne Flächen vorgesehen seien. Für bebautes Grün wird also - an anderer Stelle - neues Grün geschaffen. Nun besagt die Gesetzgebung, dass diese sogenannten Ausgleichmaßnahmen nicht unbedingt an der Stelle realisiert werden müssen, an denen auch das satte Grün bebaut wurde. Und da die Stadt Nordhausen mit 50 Prozent am Planungsverband "Goldene Aue" beteiligt ist, könnte die Hälfte der Ausgleichsmaßnahmen natürlich auch in Nordhausen "untergebracht" werden. Nicht etwa am Stadtrand, sondern auf dem Petersberg, der Kernmaßnahme der Landesgartenschau, wie die Amtsleiterin für Wirtschaftsförderung der Stadtverwaltung, Dr. Sabine Riebel, der nnz bestätigte.
Für die Bürgerinitiative "Rettung der Goldenen Aue" ist das eine Ungeheuerlichkeit. Da wolle sich die Stadt Nordhausen mit dem Raubbau von Flächen in der Goldenen Aue den Petersberg zur Landesgartenschau "vergolden" lassen, so Vertreter der BI auf Anfrage der nnz. Noch ist das alles Zukunftsmusik, denn der erste Entwurf für einen Bebauungsplan, den gibt es noch nicht. Die Planungen seien wohl erst im Anfangsstadium, hört man aus dem Verband, und es werde natürlich auch in punkto Ausgleichsmaßnahmen alles mit allen zuständigen Behörden abgestimmt. Und trotzdem haben die Planungen für das in der Bevölkerung in der Kritik stehende Industriegebiet bereits eine runde Viertel Million Mark verschlungen.
Ein Wort in eigener Sache: Die nnz-Redaktion hält die Idee für ein größeres Industriegebiet, gerade in unserer Region, immer noch für richtig und wichtig. Egal, ob und wo es schließlich etabliert wird, es wird immer dem einen oder anderen nicht passen. Das ist auch beim Wohnungsbau so, siehe Kirschweg in Nordhausen. Und auch die Urbacher Initiatoren der Bürgerinitiative haben einst mit dem Bezug ihrer neuen schmucken Häuschen nicht den freien Blick in Richtung Westen verbrieft bekommen. Sie fechten ihre Ansichten und Vorstellungen zum Industriegebiet jedoch wesentlich professioneller aus, als das die Strategen des Planungsverbandes tun. Die tappen von einem Näppchen ins nächste, stets wird reagiert statt agiert. So wird nicht argumentiert, ein schnell in Druck gebrachter Argumentationszettel war bislang alles, was unters aufgebrachte Volk gestreut wurde. Die dort niedergeschriebenen Plattheiten wurden von den "Amateuren" der BI filigran seziert. Wenn es in diesem Planungsverband weiterhin an fachlich und populär aufgemachter Öffentlichkeitsarbeit mangelt, dann können sich die Planer wohl bald verabschieden. Oder man macht es wie unser großer Alt-Kanzler: Aussitzen!
Autor: psgDer kausale Hintergrund für diese Variante der Finanzierung könnte in den Modalitäten zum künftigen Bebauungsplan zu finden sein. Darin verlangt der Gesetzgeber, dass bei Ansiedlungen sogenannte Ausgleichsmaßnahmen für grüne Flächen vorgesehen seien. Für bebautes Grün wird also - an anderer Stelle - neues Grün geschaffen. Nun besagt die Gesetzgebung, dass diese sogenannten Ausgleichmaßnahmen nicht unbedingt an der Stelle realisiert werden müssen, an denen auch das satte Grün bebaut wurde. Und da die Stadt Nordhausen mit 50 Prozent am Planungsverband "Goldene Aue" beteiligt ist, könnte die Hälfte der Ausgleichsmaßnahmen natürlich auch in Nordhausen "untergebracht" werden. Nicht etwa am Stadtrand, sondern auf dem Petersberg, der Kernmaßnahme der Landesgartenschau, wie die Amtsleiterin für Wirtschaftsförderung der Stadtverwaltung, Dr. Sabine Riebel, der nnz bestätigte.
Für die Bürgerinitiative "Rettung der Goldenen Aue" ist das eine Ungeheuerlichkeit. Da wolle sich die Stadt Nordhausen mit dem Raubbau von Flächen in der Goldenen Aue den Petersberg zur Landesgartenschau "vergolden" lassen, so Vertreter der BI auf Anfrage der nnz. Noch ist das alles Zukunftsmusik, denn der erste Entwurf für einen Bebauungsplan, den gibt es noch nicht. Die Planungen seien wohl erst im Anfangsstadium, hört man aus dem Verband, und es werde natürlich auch in punkto Ausgleichsmaßnahmen alles mit allen zuständigen Behörden abgestimmt. Und trotzdem haben die Planungen für das in der Bevölkerung in der Kritik stehende Industriegebiet bereits eine runde Viertel Million Mark verschlungen.
Ein Wort in eigener Sache: Die nnz-Redaktion hält die Idee für ein größeres Industriegebiet, gerade in unserer Region, immer noch für richtig und wichtig. Egal, ob und wo es schließlich etabliert wird, es wird immer dem einen oder anderen nicht passen. Das ist auch beim Wohnungsbau so, siehe Kirschweg in Nordhausen. Und auch die Urbacher Initiatoren der Bürgerinitiative haben einst mit dem Bezug ihrer neuen schmucken Häuschen nicht den freien Blick in Richtung Westen verbrieft bekommen. Sie fechten ihre Ansichten und Vorstellungen zum Industriegebiet jedoch wesentlich professioneller aus, als das die Strategen des Planungsverbandes tun. Die tappen von einem Näppchen ins nächste, stets wird reagiert statt agiert. So wird nicht argumentiert, ein schnell in Druck gebrachter Argumentationszettel war bislang alles, was unters aufgebrachte Volk gestreut wurde. Die dort niedergeschriebenen Plattheiten wurden von den "Amateuren" der BI filigran seziert. Wenn es in diesem Planungsverband weiterhin an fachlich und populär aufgemachter Öffentlichkeitsarbeit mangelt, dann können sich die Planer wohl bald verabschieden. Oder man macht es wie unser großer Alt-Kanzler: Aussitzen!

