eic kyf msh nnz uhz tv nt
Do, 09:53 Uhr
07.04.2011

Ansatz-Suche

Auf der Suche nach neuen Ansätzen für die Bildungsarbeit in Kommunen war jetzt eine kleine Delegation aus Nordhausen auf Einladung des Kultusministeriums Baden- Württemberg im Schulamtsbereich Göppingen unterwegs. Was die Nordhuäser da erlebten, das hat die nnz erfahren...

Besucht (Foto: privat) Besucht (Foto: privat)
Die Nordhäuser Delegation mit ihren schwäbischen Gastgebern

Stadträtin Elke Falley (LINKE), Vorsitzende des Stadtrats-Ausschusses für Bildung, Jugend und Soziales, Praktikerinnen aus Kita und Grundschule sowie Verwaltungsvertreterinnen aus Stadt und Landkreis wollten sich die praktische Umsetzung vor Ort ansehen. Am ersten Tag stellte die Leiterin des Schulamtes Göppingen das seit 2007 wissenschaftlich begleitete und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierte Modellprojekt „Bildungshaus 3 -10“ vor. Über einen Zeitraum von sieben Jahren arbeiten Kita und Grundschule intensiv zusammen. Im Laufe der Modellphase soll diese Zusammenarbeit so eng werden, dass eine durchgängige Bildungseinrichtung für Drei- bis Zehnjährige entsteht. Gemeinsame Lern- und Spielzeiten in institutions- und jahrgangsübergreifenden Gruppen sind zentrale Strukturelemente.

Danach stellte ein Bildungshaus die erfolgreiche Umsetzung in der Praxis vor. Auch Stolpersteine wurden nicht verschwiegen. „In der folgenden Diskussion konnten die Nordhäuser viele Gemeinsamkeiten, wie z.B. dem Bildungsplan von 0-10, die flexible Schuleingangsphase und der Zusammenarbeit beim Übergang zur Schule feststellen. Allerdings unterscheiden sich die Kindergärten und Grundschulen in den neuen Bundesländern durch das selbstverständliche Ganztagesbetreuungsangebot. In den alten Bundesländern ist die Mittagsschließung der Kita immer noch üblich und Horte eher eine Ausnahme“, sagte Frau Falley.

Am zweiten Tag zeigten die Grundschule „Ostschule“ und der Städtische Kindergarten „Humboldtstraße“ in Heidenheim einen Praxistag im Bildungshaus. In Gruppenarbeit wurde das Thema „Gänseblümchen“ sprachlich, naturwissenschaftlich, musisch und künstlerisch umgesetzt. Die „Großen“ lasen den „Kleinen“ vor. Ein Kindergartenkind half einem Erstklässler beim Aufkleben. Die Abschlusssportstunde mit Spielen für „Draußen“ haben die Viertklässler selbst vorbereitet. Sie leiteten die Jüngeren an. Jede Woche treffen sich die Kinder bis zu dreimal zur „Bildungshausarbeit“.

„Das bedeutet viel Teamarbeit, hohe Motivation und persönliches Engagement für alle Beteiligten! In einem abschließenden Plenum machten die Leiter und Kollegen beider Einrichtungen auf notwendige Voraussetzungen zum Gelingen aufmerksam. Sie passen ganz aktuell zur Diskussion in Thüringen über Gemeinsamen Unterricht und die neue Schulordnung. Neue Konzepte müssen freiwillig, mit langer Vorbereitung und Begleitung wachsen. Stadt, Schulamt und Ministerium scheinen eine gute Arbeit zu leisten: Das Land gibt Zusatzstunden frei, die Stadt hilft nicht nur materiell, sondern auch mit fortgebildeten Hilfskräften“, so die Stadträtin weiter.

„Unser Fazit: Bildungshausarbeit basiert grundsätzlich auf den Erfordernissen der jeweiligen Umgebung sowie aus den individuellen Bedürfnissen aller Beteiligten. Der Aufbau eines Bildungshauses kann konzeptionell nicht vorgegeben werden, sondern muss sich als Prozess entwickeln! Im Übrigen: Die Göppinger interessieren sich sehr für die Arbeit im geplanten „Kinderhaus Ost“ in Nordhausen. Eine Gegeneinladung ist vorgesehen.“
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)