Do, 13:51 Uhr
05.06.2003
Original-Zustand für das Theater
Nordhausen (nnz). Fassade, Dach, Fenster, Natursteinarbeiten - im Juli beginnt die Erneuerung des Nordhäuser Theatergebäudes. Bis September soll alles fertig sein. Das hat Nordhausens Bauamtsleiter Jens Kohlhause angekündigt. Mehr Infos und Detail mit dem bekannten Klick.
Das Dach wird komplett neu gedeckt – bis auf die Südseite, die vor einigen Jahren bereits repariert wurde, und 80 Prozent der Fenster werden gegen neue ausgetauscht, erklärte Kohlhause. Weiterhin würden Gesimse, Säulen und Bruchstellen im Gemäuer ausgebessert, bevor man den alten Putz entferne, neuen aufbringe und die Fassade streiche.
Weiß und zwei helle Grautöne – in diesen Farben werden sich die Fassaden des Theaters künftig präsentieren, sagte Kunsthistorikerin Susanne Hinsching, die das Gutachten für die Farb-Gestaltung erstellte. Das Theater-Gebäude ist ein wichtiges Einzeldenkmal Nordhausens. Wenn eine Restaurierung ansteht, dann muss sie – auch aufgrund der Denkmalschutz-Gesetze - originalgetreu, also entsprechend der sogenannten 'Historischen Befunde', erfolgen.
Diese Befunde dokumentierten zum Beispiel kolorierte Aufnahmen des Original-Theater-Gebäudes, aber auch Farbproben, die sich in Resten unter dem aktuellen Farbanstrich fanden.
Susanne Hinsching erklärt, wie es zu den Original-Farben für das Theatergebäude kam: Der Begriff des 'Musentempels' für das Theater wurde noch in der Periode des Neoklassizismus - der Bauzeit des Theaters - wörtlich genommen. Und man ging damals davon aus, dass der griechische Tempel - was sich später als falsch herausstellte - aus weißem bzw. hellgrauen Marmor geschaffen wurde. Entsprechend war die Original-Farbe des Nordhäuser Theaters, die wir jetzt wiederherstellen. Prägende Grundfarbe für das Gebäude werde ein sehr heller Grauton sein. Die Säulen am Eingang werden vom jetzigen Anstrich befreit. Lässt es der Zustand des Stein-Untergrundes zu, wird keine neue Farbe aufgetragen. Ist der Untergrund schadhaft, werden die Säulen in einem mittleren Grauton gestrichen, sagte die Kunsthistorikerin.
Alle erhabenen Ornamente am Theatergebäude, zum Beispiel das Motiv der Lyra am Architrav über dem Eingang, müssten in einem dunklen Grauton gehalten werden, wie auch sämtliche Gesimse und der Sockel des Gebäudes, damit der bauzeitliche Schmuckdekor wieder besser zur Geltung komme. Alle Fenster würden wieder weiß gestrichen, wie in den Jahren von 1913 bis 1917, als das Theater gebaut wurde.
Autor: nnzDas Dach wird komplett neu gedeckt – bis auf die Südseite, die vor einigen Jahren bereits repariert wurde, und 80 Prozent der Fenster werden gegen neue ausgetauscht, erklärte Kohlhause. Weiterhin würden Gesimse, Säulen und Bruchstellen im Gemäuer ausgebessert, bevor man den alten Putz entferne, neuen aufbringe und die Fassade streiche.
Weiß und zwei helle Grautöne – in diesen Farben werden sich die Fassaden des Theaters künftig präsentieren, sagte Kunsthistorikerin Susanne Hinsching, die das Gutachten für die Farb-Gestaltung erstellte. Das Theater-Gebäude ist ein wichtiges Einzeldenkmal Nordhausens. Wenn eine Restaurierung ansteht, dann muss sie – auch aufgrund der Denkmalschutz-Gesetze - originalgetreu, also entsprechend der sogenannten 'Historischen Befunde', erfolgen.
Diese Befunde dokumentierten zum Beispiel kolorierte Aufnahmen des Original-Theater-Gebäudes, aber auch Farbproben, die sich in Resten unter dem aktuellen Farbanstrich fanden.
Susanne Hinsching erklärt, wie es zu den Original-Farben für das Theatergebäude kam: Der Begriff des 'Musentempels' für das Theater wurde noch in der Periode des Neoklassizismus - der Bauzeit des Theaters - wörtlich genommen. Und man ging damals davon aus, dass der griechische Tempel - was sich später als falsch herausstellte - aus weißem bzw. hellgrauen Marmor geschaffen wurde. Entsprechend war die Original-Farbe des Nordhäuser Theaters, die wir jetzt wiederherstellen. Prägende Grundfarbe für das Gebäude werde ein sehr heller Grauton sein. Die Säulen am Eingang werden vom jetzigen Anstrich befreit. Lässt es der Zustand des Stein-Untergrundes zu, wird keine neue Farbe aufgetragen. Ist der Untergrund schadhaft, werden die Säulen in einem mittleren Grauton gestrichen, sagte die Kunsthistorikerin.
Alle erhabenen Ornamente am Theatergebäude, zum Beispiel das Motiv der Lyra am Architrav über dem Eingang, müssten in einem dunklen Grauton gehalten werden, wie auch sämtliche Gesimse und der Sockel des Gebäudes, damit der bauzeitliche Schmuckdekor wieder besser zur Geltung komme. Alle Fenster würden wieder weiß gestrichen, wie in den Jahren von 1913 bis 1917, als das Theater gebaut wurde.

