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Di, 15:31 Uhr
03.06.2003

Doch überschuldet?

Bleicherode (nnz). Die Deusa International GmbH bemüht sich um Imagepflege. In der vergangenen Woche stellte das Unternehmen eine Salz-Paste für Wildtiere vor. Trotzdem gibt es da immer noch eine Anzeige wegen Insolvenzverschleppung bei der Mühlhäuser Staatsanwaltschaft...


Der nnz-Redaktion liegen weitere Informationen zum Inhalt der Anzeige vor. Kern der Ausführungen in der Anzeige ist die Behauptung, dass die Deusa International GmbH bereits zum Zeitpunkt ihrer Gründung überschuldet gewesen sein soll. „Gegenstand des notariellen Vertrages vom 27. April 2001 war unter anderem ein Schuldbeitritt der Deusa International GmbH hinsichtlich der Verbindlichkeiten der insolventen Vorgängergesellschaft in Höhe von 12 Millionen DM (6,1 Millionen Euro) gegenüber der Hauptgläubigerin, der Deutschen Verkehrsbank AG. Neben diesem Schuldbeitritt in Höhe von 6,1 Millionen Euro hatte die Deusa International GmbH zusätzlich einen Kaufpreis für die Übernahme des Geschäftsbetriebes sowie des Anlage- und Umlaufvermögens in Höhe von 1,25 Millionen Euro an die Hauptgläubigerin der Vorgängergesellschaft zu entrichten“, heißt es in der Anzeige.

Daraus summieren sich die Verbindlichkeiten auf einen Betrag von 7,3 Millionen Euro, schlussfolgert der Anzeigenerstatter und hält dagegen, dass zum Zeitpunkt der Gründung lediglich ein gezeichnetes Stammkapital von 25.000 Euro vorgelegen habe. Im August 2001 soll das Stammkapital zwar per Gesellschafterbeschluß auf drei Millionen Euro erhöht worden sein, doch dies sei auf Druck des Thüringer Wirtschaftsministeriums erfolgt. Im Antrag für 1,9 Millionen Euro SAM-Mittel könne man nachlesen: „Auf Forderung des Wirtschaftsministeriums war der Investor bereit, sein Stammkapital auf 3 Millionen Euro zu erhöhen“. In der Anzeige sind nach nnz-Informationen weitere Belege für einen Informationsaustausch zwischen Thüringer Behörden, der Deutschen Verkehrsbank AG und der Deusa International-Gesellschafterin, Siem Industries Inc. vorhaben.

Kenner der Szene meinen, ein Stammkapital in Höhe von zehn Millionen Euro wäre angemessen. Eine Größenordnung, die auch durch eine weitere Erhöhung auf 4,6 Millionen Euro im Dezember 2002 nicht erreicht wurde.

In der Anzeige ist denn auch zu lesen, dass die wirtschaftliche Situation des Unternehmens Ende 2002 noch dramatischer gewesen sein soll. Der Verlust soll sich damals auf insgesamt 3,8 Millionen Euro belaufen haben. Die Anzeigenerstatter belegen dies unter anderem mit dem Schreiben einer Nordhäuser Rechtsanwältin, die Deusa International bei Arbeitsgerichtsverfahren vertrat. Darin ist zu lesen: „...beruft sich die Beklagte insbesondere auf den Umstand, dass das Geschäftsjahr 2002 Verluste in Höhe von 3,9 Millionen Euro ausweist.“

Letztlich kommt der Anzeigenerstatter zum Schluß, dass die Überschuldung des Unternehmens zum Ende des Jahres 2002 bei drei Millionen Euro gelegen haben muß. Seitens der Geschäftsleitung in Bleicherode wurde in der vergangenen Woche gegenüber nnz verlautet, dass diese Anzeige eine Verleumdung sei mit dem Ziel, das Unternehmen zu schädigen. Nun sind die Staatsanwälte in Mühlhausen am Zuge. Sie müssen ermitteln, was an den Vorwürfen in der Anzeige dran ist. Doch gerade bei Ermittlungen im Wirtschaftsbereich kann sich so etwas in die Länge ziehen.
Autor: nnz

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