Fr, 15:53 Uhr
30.05.2003
Die A 38 kommt! Auch bei Sollstedt?
Sollstedt (nnz). Im Jahr 2005 soll die Autobahn 38 irgendwann fertig sein. Vermutlich vielleicht auch erst Anfang 2006 werden die Sollstedter davon profitieren. Die erhielten jetzt Post aus Bonn, von einem Herrn Trill.
Nun ist dieser Herr Trill nicht etwa der Erfinder des bekannten Vogelfutters, sondern ein Mitarbeiter im Ministerium des Manfred Stolpe. Und das kümmert sich neben anderen wichtigen Sachen auch um den Bau der Autobahnen in Deutschland, Thüringen und in der Region um Sollstedt. In Bonn kümmert man sich so intensiv um die Bauarbeiten, dass man mehr als zwei Monate Zeit brauchte, um zwei Briefe aus Sollstedt (17. und 21. März) zu beantworten.
Die Sollstedter wollten damals wissen, wann es endlich in ihrem Bereich mit dem Autobahnbau losgehen und die B 80 entlastet werde. Und nun musste dieser Herr Trill herhalten, um den Sollstedtern ein paar Gemeinplätze zu schreiben, die unverbindlicher nicht hätten sein können. Sätze wie die Bauvorbereitungen werden mit Nachdruck vorangetrieben stehen dem Sollstedter Bürgermeister eigentlich bis Oberkante-Unterlippe. Jürgen Hohberg ist zwar kein Autobahnbauer, doch als Kalikumpel weiß er um die geologischen Besonderheiten bei Sollstedt.
Daß es sich bei unseren Kilometern um den schwierigsten Abschnitt der 180 Kilometer langen Trasse handelt, das war bereits im Jahr 1992 bekannt, so Hohberg im Gespräch mit der nnz. Für ihn ist bis heute unklar, warum man nicht mit diesem schwierigen Teil der Route begonnen habe? Die Antwort fällt eigentlich leicht: es musste schnell gehen. Autobahnen sind Bundessache, eine Regierung wird nur alle vier Jahre gewählt und braucht vorzeigbare Erfolge. Und so wurden erst jene Abschnitte angefangen und beendet, die sich relativ leicht errichten ließen. So einfach kann politische Logik in Schwarz, aber auch in Rot sein.
Für die Sollstedter bedeutet derart Logik, dass sie zu den temporären Verlierern der A 38 gehören werden. Erweist sich die Autobahntrasse als nahezu fertig, wird sie vom Durchgangsverkehr aber auch von den regionalen Kraftfahrern immer mehr angenommen. Bleibt das Nadelöhr Sollstedt. Dort, so befürchten die Bewohner, wird sich bis Ende 2005 oder etwas später, der gesamte A 38-Verkehr durchschlängeln müssen. Und selbst die Maut für Lkw wird wenig helfen. Die Speditionen, die sich den teuren Transport-Aufschlag nicht leisten können, die werden auch weiterhin auf der B 80 fahren.
Doch noch mal schnell zurück zu Herrn Trill und seinen ministerialen Plattitüden. Das Planfeststellungsverfahren wird in Kürze eingeleitet, es kann aber keine exakte Zusage über den Zeitbedarf gemacht werden, wissen jetzt die Sollstedter. Und dann hängt sich der Angestellte doch reichlich weit aus dem Fenster: Im Herbst 2004, wenn es keine Widerstände gegen die Planungen gebe, könne mit dem Bau begonnen werden. Lieber Herr Trill, wenn das mal ihr Minister wüsste! Dem ist es vermutlich egal, wann in oder um Sollstedt die Autobahn fertig ist. Hauptsache, noch vor dem Herbst 2006, solange ist Manfred Stolpe erst einmal Minister.
Autor: nnzNun ist dieser Herr Trill nicht etwa der Erfinder des bekannten Vogelfutters, sondern ein Mitarbeiter im Ministerium des Manfred Stolpe. Und das kümmert sich neben anderen wichtigen Sachen auch um den Bau der Autobahnen in Deutschland, Thüringen und in der Region um Sollstedt. In Bonn kümmert man sich so intensiv um die Bauarbeiten, dass man mehr als zwei Monate Zeit brauchte, um zwei Briefe aus Sollstedt (17. und 21. März) zu beantworten.
Die Sollstedter wollten damals wissen, wann es endlich in ihrem Bereich mit dem Autobahnbau losgehen und die B 80 entlastet werde. Und nun musste dieser Herr Trill herhalten, um den Sollstedtern ein paar Gemeinplätze zu schreiben, die unverbindlicher nicht hätten sein können. Sätze wie die Bauvorbereitungen werden mit Nachdruck vorangetrieben stehen dem Sollstedter Bürgermeister eigentlich bis Oberkante-Unterlippe. Jürgen Hohberg ist zwar kein Autobahnbauer, doch als Kalikumpel weiß er um die geologischen Besonderheiten bei Sollstedt.
Daß es sich bei unseren Kilometern um den schwierigsten Abschnitt der 180 Kilometer langen Trasse handelt, das war bereits im Jahr 1992 bekannt, so Hohberg im Gespräch mit der nnz. Für ihn ist bis heute unklar, warum man nicht mit diesem schwierigen Teil der Route begonnen habe? Die Antwort fällt eigentlich leicht: es musste schnell gehen. Autobahnen sind Bundessache, eine Regierung wird nur alle vier Jahre gewählt und braucht vorzeigbare Erfolge. Und so wurden erst jene Abschnitte angefangen und beendet, die sich relativ leicht errichten ließen. So einfach kann politische Logik in Schwarz, aber auch in Rot sein.
Für die Sollstedter bedeutet derart Logik, dass sie zu den temporären Verlierern der A 38 gehören werden. Erweist sich die Autobahntrasse als nahezu fertig, wird sie vom Durchgangsverkehr aber auch von den regionalen Kraftfahrern immer mehr angenommen. Bleibt das Nadelöhr Sollstedt. Dort, so befürchten die Bewohner, wird sich bis Ende 2005 oder etwas später, der gesamte A 38-Verkehr durchschlängeln müssen. Und selbst die Maut für Lkw wird wenig helfen. Die Speditionen, die sich den teuren Transport-Aufschlag nicht leisten können, die werden auch weiterhin auf der B 80 fahren.
Doch noch mal schnell zurück zu Herrn Trill und seinen ministerialen Plattitüden. Das Planfeststellungsverfahren wird in Kürze eingeleitet, es kann aber keine exakte Zusage über den Zeitbedarf gemacht werden, wissen jetzt die Sollstedter. Und dann hängt sich der Angestellte doch reichlich weit aus dem Fenster: Im Herbst 2004, wenn es keine Widerstände gegen die Planungen gebe, könne mit dem Bau begonnen werden. Lieber Herr Trill, wenn das mal ihr Minister wüsste! Dem ist es vermutlich egal, wann in oder um Sollstedt die Autobahn fertig ist. Hauptsache, noch vor dem Herbst 2006, solange ist Manfred Stolpe erst einmal Minister.

