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Fr, 09:35 Uhr
25.03.2011

Durch den Harz (2)

Für den 15. Juli 2011 wird im Kunsthaus Meyenburg in Nordhausen eine Ausstellung vorbereitet, die den Titel „Künstlerinnen und Künstler um Caspar David Friedrich“ trägt, des wohl bekanntesten deutschen Malers und Zeichners der Frühromantik, der vor allem von Dresden aus wirkte. Dazu eine Beitragsreihe der Kuratorin Heidelore Kneffel in der nnz...


Im Jahr 1815 siedelte sich Caroline Bardua mit ihrer Schwester in Halle an. Dort hatten sie besonders enge Verbindung zu der Familie August Hermann Niemeyers, dem Urenkel August Hermann Franckes. Er war seit 1785 Mitdirektor und seit 1799 Direktor der Franckeschen Stiftung. Als die Schwestern in der Saalestadt wohnten, war er auch Rektor und Kanzler der Universität. 1807, als Napoleon die Universität schließen ließ, wurde er von der französischen Besatzung zeitweilig deportiert. Er machte sich dann verdient um die Wiedereröffnung der Universität. Dieser hochgeschätzte Mann wurde 1816 von Caroline im offiziellen Auftrag als Kniestück porträtiert und dieses repräsentative Ölgemälde brachte ihr hohe Anerkennung.

Ein weiterer Auftrag wurde ihr von dem mit Niemeyer befreundeten und bei der Studentenschaft sehr beliebte Professor Wilhelm Gesenius erteilt, dessen Wahlspruch „Die Wahrheit mit Liebe sagen“ lautete.

Geboren wurde er am 3.2.1786 in Nordhausen, gestorben ist er am 23.10.1842 in Halle. Zeitlebens blieb er seiner Geburtsstadt verbunden, war oft zu Besuch und schenkte dem Gymnasium zahlreiche Bücher. Bei Wilhelmine heißt es in der Rückschau auf diesen Lebensabschnitt: „Zu gleicher Zeit bestellte auch der berühmte Prof. Gesenius, nach dessen Hebräischer Grammatik noch heute alle Theologen studieren, größere Bilder von sich und seiner Frau.“ Diese trug den Vornamen Henriette.

Als „Der Gesenius“ wird bis heute sein Herbräisch-deutsches Handwörterbuch über die Schriften des Alten Testamentes bezeichnet, das vor allem jeder Theologie Studierende benutzt, wenn er Hebräisch erlernt. Dieses Werk erfährt bis heute Neuauflagen. Der erste Halbband erschien 1810, als der Autor Lehrer am Pädagogikum in Helmstedt war und kurz vor seiner Berufung an die Universität in Halle stand. Nach der Arbeit am Buch befragt, äußerte er, er habe sich ihm „nach vorangegangenen Vorbereitungsarbeiten seit viereinhalb Jahren ... fast ausschließlich und mit dem ausgezeichneten Interesse gewidmet.“

Seine Erfolge in der Lehre waren in aller Munde, er hatte bis zu 500 Hörer. Einer seiner Studenten berichtete: „Mit welcher Frische und Fröhlichkeit wird die Sache angegriffen, welche Lebendigkeit durchdringt den ganzen Vortrag ... Jede Operation gelingt: so richtig und geschickt werden alle Griffe getan ... Wir sind bald so sehr in den Gegenstand hineingeführt, so ganz für ihn interessiert, daß uns der Stundenschlag viel zu früh kömmt.“ Es ist überliefert, dass er immer jünger aussah, als sein wirkliches Alter es besagte.

Jahre später, Mitte März 1827, bekamen die Schwestern in Berlin Besuch. „Am Montagabend war der Kanzler Niemeyer bei uns und brachte den Prof. Gesenius mit, den wir schon von Halle her kennen. Der Abend versetzte mich lebhaft in die schöne alte Zeit zurück.“ An Gesenius begeisterte sie wiederum „die geistreiche Art des Scherzens und die Munterkeit ...“ Die von der Bardua geschaffenen Gemälde sind bis heute nicht aufgetaucht.

Auf dem Stadtgottesacker in Halle befindet sich das Familiengrab. Dieser Friedhof, 1557 nach italienischem Vorbild als Santo Campo entstanden, ist in seiner Geschlossenheit die bedeutendste Anlage dieser Art nördlich der Alpen und jetzt wieder in einem ansprechendem Zustand.

Auf dem Gesenius-Grabmal liegen immer kleine Steine. Das Andenken an den Mann ist also nach so langer Zeit in der Universitätsstadt erhalten geblieben.

Grabmal von Gesenius (Foto: privat) Grabmal von Gesenius (Foto: privat)
Familiengrab der Familie Gesenius auf dem Stadtgottesacker in Halle (Vordergrund)

Im Hauptgebäude der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die zur Zeit der Lehrtätigkeit von Wilhelm Gesenius Friedrichs-Universität (Friedrich I., König von Preußen, d. A.) hieß, stehen im oberen Wandelgang, von kannelierten Säulen umstanden, Marmorbüsten bedeutender Gelehrter der Universität, darunter auch die von Wilhelm Gesenius. Geschaffen wurde diese 1849 von dem Mitbegründer der Dresdner Bildhauerschule der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, Ernst Friedrich August Rietschel, in Nordhausen durch sein bildhauerisches Erstlingswerk, den Neptun, nicht unbekannt.

Bereits im Dezember 1849 schenkte die Witwe der Geburtsstadt Nordhausen, speziell dem Gymnasium, diese von Rietschel geschaffene Büste in einer Gipsausführung, die zuerst an der Wand des dortigen Bibliothekszimmers angebracht wurde, später im Festsaal. Sie ist in der Zwischenzeit nicht mehr aufzufinden. Wird fortgesetzt
Autor: nnz

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