Do, 15:08 Uhr
22.05.2003
Noch vor der Sommerpause
Nordhausen (nnz). Ab der kommenden Spielzeit soll es im Nordhäuser Theater keinen Intendant mehr geben. Darüber zerreißen sich die Kulturkritiker in dieser Republik die publizistischen Mäuler. Doch so unlukrativ scheint der künftige Job als Geschäftsführer in Nordhausen nicht zu sein...
49 Bewerbungen sind auf die Ausschreibung eingegangen, davon habe der Aufsichtsrat in den zurückliegenden Tagen 15 Frauen und Männer ausgesucht, die so zusagen in die engere Wahl kommen sollen. Wie der Aufsichtsratsvorsitzende der GmbH, Klaus Wahlbuhl, der nnz sagte, gebe es in den kommenden Tagen weitere Gespräche bei den Gesellschaftern und mit Beratern auf Sondershäuser und Nordhäuser Seite.
Geplant seien letztlich persönliche Gespräche mit sechs bis acht Bewerbern, vermutlich werden die Namen auf der nächsten Sitzung des Aufsichtsrates festgelegt. Wahlbuhl will dann auf eine Entscheidung noch vor der Sommerpause drängen.
Doch noch einmal zurück zum Wirbel um Klaus Wahlbuhl. Wir wollen es klarstellen, das soll hier kein Wahlbuhl-Plädoyer sein. Doch letztlich setzte er das um, was im Aufsichtsrat in punkto Ausschreibung beschlossen wurde. Mehr noch: Der größte Anteilseigner der GmbH, die Stadt Nordhausen ist durch ihren Stadtrat dazu beauftragt worden. Und das hatte Wahlbuhl umgesetzt. Wären alle Punkte des damaligen Beschlusses umgesetzt worden, dann wären vermutlich Anfang dieses Jahres die Fetzen im Theater und in der GmbH geflogen.
Es ist kaum vorstellbar, dass der Aufsichtsrat oder das die Gesellschafter sich ab der kommenden Spielzeit in die künstlerischen Belange des Hauses an der Promenade einmischen werden. Eine Situation, wie sie mit der Affäre Stangel allerdings entstanden war, die will man künftig verhindern. Und: Das Theater soll auch im Jahr 2004 und danach besucht werden. Hier ist er nämlich der Spagat in der künstlerischen Provinz. Kann es auf der einen Seite ein Mittelklasse-Theater auf Dauer aushalten, als Hort der Experimente landauf, landab gelobt zu werden, und bei der Zuschauer-Resonanz den finanziellen Bach runter zu gehen?
Man sollte den Nordhäusern ab dem kommenden Jahr ihr Theater machen lassen. Vielleicht könnte einer der Autoren von Zürich bis Hamburg ja mal im Spätherbst 2004 oder danach nach Nordhausen kommen. Vielleicht sollten sie auch vorher in Essen Station machen. Dort thront über den künstlerischen Leitern ein Geschäftsführer, ein Kulturmanager namens Otmar Herren. Vielleicht könnten sie dann auch mit Klaus Wahlbuhl sprechen, bevor sie über ihn schreiben. Bislang haben sie das nach Wahlbuhls Auskunft nicht getan. Schade!
Autor: nnz49 Bewerbungen sind auf die Ausschreibung eingegangen, davon habe der Aufsichtsrat in den zurückliegenden Tagen 15 Frauen und Männer ausgesucht, die so zusagen in die engere Wahl kommen sollen. Wie der Aufsichtsratsvorsitzende der GmbH, Klaus Wahlbuhl, der nnz sagte, gebe es in den kommenden Tagen weitere Gespräche bei den Gesellschaftern und mit Beratern auf Sondershäuser und Nordhäuser Seite.
Geplant seien letztlich persönliche Gespräche mit sechs bis acht Bewerbern, vermutlich werden die Namen auf der nächsten Sitzung des Aufsichtsrates festgelegt. Wahlbuhl will dann auf eine Entscheidung noch vor der Sommerpause drängen.
Doch noch einmal zurück zum Wirbel um Klaus Wahlbuhl. Wir wollen es klarstellen, das soll hier kein Wahlbuhl-Plädoyer sein. Doch letztlich setzte er das um, was im Aufsichtsrat in punkto Ausschreibung beschlossen wurde. Mehr noch: Der größte Anteilseigner der GmbH, die Stadt Nordhausen ist durch ihren Stadtrat dazu beauftragt worden. Und das hatte Wahlbuhl umgesetzt. Wären alle Punkte des damaligen Beschlusses umgesetzt worden, dann wären vermutlich Anfang dieses Jahres die Fetzen im Theater und in der GmbH geflogen.
Es ist kaum vorstellbar, dass der Aufsichtsrat oder das die Gesellschafter sich ab der kommenden Spielzeit in die künstlerischen Belange des Hauses an der Promenade einmischen werden. Eine Situation, wie sie mit der Affäre Stangel allerdings entstanden war, die will man künftig verhindern. Und: Das Theater soll auch im Jahr 2004 und danach besucht werden. Hier ist er nämlich der Spagat in der künstlerischen Provinz. Kann es auf der einen Seite ein Mittelklasse-Theater auf Dauer aushalten, als Hort der Experimente landauf, landab gelobt zu werden, und bei der Zuschauer-Resonanz den finanziellen Bach runter zu gehen?
Man sollte den Nordhäusern ab dem kommenden Jahr ihr Theater machen lassen. Vielleicht könnte einer der Autoren von Zürich bis Hamburg ja mal im Spätherbst 2004 oder danach nach Nordhausen kommen. Vielleicht sollten sie auch vorher in Essen Station machen. Dort thront über den künstlerischen Leitern ein Geschäftsführer, ein Kulturmanager namens Otmar Herren. Vielleicht könnten sie dann auch mit Klaus Wahlbuhl sprechen, bevor sie über ihn schreiben. Bislang haben sie das nach Wahlbuhls Auskunft nicht getan. Schade!

