Was haben Nordhausen und Paris gemeinsam?
Beide Städte haben mit den Problemen des zunehmenden motorisierenden Individualverkehrs zu kämpfen, da der Wunsch und die Notwendigkeit nach verstärkter Mobilität der Bürger immer noch steigt.
Unterwegs in Frankreich (Foto: L. Burkhardt)
Der ÖPNV kann den Erfordernissen häufig nicht gerecht werden. Natürlich ist Paris viel größer, die Probleme allerdings auch. Zum Beispiel setzt das Pariser Rathaus auf die Nutzung des Fahrrads. Neben der Einrichtung von Radverkehrsanlagen (Radspuren, Radwegen, Verkehrsberuhigung etc.) wurde ein Fahrrad-Mietsystem eingeführt. 25.000 Fahrräder stehen an 1.800 Stationen zur Verfügung.
Dies ist nicht wenig. Umgerechnet auf Nordhausen wären das mindestens 100 Mieträder mit den entsprechenden Stationen. Die Räder können über Bankenchip freigeschaltet werden (die erste halbe Stunde ist dabei kostenlos). Davon und den Erlebnissen bei unserer Radreise von Paris nach Straßburg berichte ich im Rahmen einer Veranstaltung des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs.
Unterwegs in Frankreich (Foto: L. Burkhardt)
Der Beamervortrag findet am Frei. 25.2. ab 19Uhr im Thomas-Mann-Vereinshaus statt. Interessierte sind willkommen. Der Eintritt ist kostenlos. Weitere Infos gibt es
HIER.
Lothar Burkhardt
Autor: nnz
Kommentare
alf-gordon
23.02.2011, 20:41 Uhr
..Leute .. die lage
..Ja auch die Lage der beiden Städte ist Ähnlich , dies hat auch Victor Hugo erkannt..( is n schriftsteller )
TeeEff
23.02.2011, 21:02 Uhr
Kostenloser ÖPNV?
Nur mal so als Vorschlag?
Mit geeigneten 5 minütigem Straßenbahntakt z.B.?
Was das wirklich kosten würde könnte man ja mal ausrechnen.
eMobil-Ladestationen?
Aber allein bei der kreativen "Verkehrsberuhigung" durch nicht existente Grüne Wellen sieht man, dass man hier überfordert ist.
Paulinchen
24.02.2011, 18:01 Uhr
Gestaten Sie bitte, ich bin im Bunde (Nordhausen und Paris) die Dritte. Mein Name ist Wien.
Wien, bekanntlich die Hauptstadt der Alpenrepublik Österreich. Was macht Wien anders, was Nordhausen plant? In Wien miete ich mir ein Fahrrad am "Prater" für die Dauer von einer Stunde. (kostenlos, da eine Stunde nichts kostet) Ich will zum Schloss "Schönbrunn". Nun ist Wien auch größer als Nordhausen und so strample ich so lange, bis ich wieder eine Stunde unterwegs bin. Dann tausche ich wieder (wenn nötig) das Rad an der nächsten Mietstation und erreiche dann mein Ziel.
Das ist durchaus möglich und die Stadt weiß auch, dass mit dem Fahrradmieten keine Tausende von Euro eingenommen werden. Der Stadtverwaltung von Wien ist es wichtig, dass nur weniger Autos im Kern der Stadt unterwegs sind. Zugegeben, in der Hochsaison kann man auch mal Pech haben, wenn man eine Tauschmöglichkeit verpasst hat, dann ist das Geld (2,-€) eben weg. Schafft man aber auf der Tour immer rechtzeitig den Radwechsel, so spuckt der Automat am Ziel die 2,-€ wieder aus und es reicht für zwei Kugeln Eis.
Nur ist sich die Stadtverwaltung von Nordhausen auch bewusst, dass unsere Heimatstadt geographisch gesehen, an drei "Etagen" liegt? Da wird es schon spannend zu sehen, wenn die Radler sich den Taschenberg, den Geiersberg, oder den Stresemann-Ring (ohne Radwege) hoch quälen. Es ist ganz sicher davon auzugehen, dass die Fahrradmieter mehr als nur eine halbe Stunde von einer zur anderen Ausleihstelle benötigen. Somit verdient sich die Stadt "ne goldene Nase". Sei es drum, unsere Straßenbahn ist für eine Familie mit drei Köpfen im Bezug auf den Fahrpreis, keine Alternative zum privaten PKW. Der Preis in der Tarifzone 1 ist eben zu hoch und motiviert nicht zum Verzicht auf das Auto. Das meint Paulinchen und Sie?
Peppone
24.02.2011, 19:04 Uhr
Yepp,
so ist es Paulinchen. Das hier: "unsere Straßenbahn ist für eine Familie mit drei Köpfen im Bezug auf den Fahrpreis, keine Alternative zum privaten PKW. Der Preis in der Tarifzone 1 ist eben zu hoch und motiviert nicht zum Verzicht auf das Auto." unterschreibe ich. Ich würde es sogar ergänzen: er demotiviert und ist in keinster Weise wettbewerbsfähig!
Nichts gegen die Idee mit den Fahrrädern, ich find die Idee persönlich Klasse, aber bei unseren demographischen Prognosen dürfte ein Radeln in die Oberstadt wohl eher eine Herausforderung als eine Alternative sein. Paris und Wien spielen da ganz einfach in einer anderen Liga.
Es klang im Kommentar aber schon mehrfach an, die Preise im öffentlichen Nahverkehr müssen ganz einfach runter!
sandlatscher
24.02.2011, 19:46 Uhr
ÖPNV zu teuer?
Dann fahren sie mal in anderen Städten in so einer Zone da werden sie sich auf den H... setzen. Eine 4-Fahrtenkarte kostet in Erfurt 6,20 Euro.... Ein Verwandter von mir wundert sich sogar das hier die Fahrpreise so niedrig sind.(Herkunft: Zwickau)
Zumal der Fahrpreis nicht von der Stadtverwaltung direkt festgelegt wird! Also mal ganz langsam mit dem gefährlichen Halbwissen. Aber so sind sie die Bürger. Neuste ÖPNV Technik haben wollen zum Beispiel neue Busse und Strabas aber kaum was bezahlen wollen.....
Peppone
25.02.2011, 07:05 Uhr
Moin sandlatscher,
sie vertreten doch sonst die Meinung, dass der im Vorteil ist, der lesen kann. Das ist für mich gefährliches Halbwissen, denn richtig muss es heißen, im Vorteil ist, wer lesen und verstehen kann.
Von ÖPNV steht in meinem Kommentar nichts, sondern nur allgemein etwas von öffentlicher Nahverkehr. Ihren Vergleich mit Erfurt hätten Sie sich sparen können, die spielen eh in einer anderen Liga, genau wie Paris und Wien.
Sie müssen auch nicht das Pawlowsche Hündchen fürs Rathaus spielen, ums Rathaus gings mir überhaupt nicht. Nochmal, die Preise im öffentlichen Nahverkehr müssen runter, damit es eine Alternative zum Auto gibt!
Retupmoc
25.02.2011, 08:08 Uhr
Keine Angst
Die Preise des ÖPNV sind noch sehr günstig, warten Sie mal noch zwei Jahre, dann kostet der Liter Super 2,50 Euro, E 10 2,20 Euro und das neue von der Bundesregierung empfohlene E 90 1,90 Euro. Dann steigen Sie schon freiwillig auf den ÖVN um.
Die Aktion beginnt schon, schauen Sie sich die Spritpreise mal an bei Jet und co.
Und mal davon abgesehen, wer es sich sportlich noch leisten kann, sind die Zweiräder schon nicht schlecht!
Wolfi65
25.02.2011, 09:49 Uhr
Seit wann...
ist Nordhausen für das Fahren mit dem Fahrrad geeignet? Mit dem Drahtesel in der Unterstadt vielleicht noch, aber wer z.B. von Salza zum Krankenhaus will, oder von der Hallischen in die Oberstadt, wird bald an die Grenzen seiner Kräfte stoßen.
Nordhausen ist an einem Südhang des Harzvorlandes gebaut worden und somit sind einige Meter Höhenunterschied zu bewältigen.
Wenn ich richtig informiert bin, liegen Paris und Wien in einer Ebene. Zu den Fahrpreisen des ÖPNV kann ich nur schreiben, dass diese mit steigenden Energie- und Rohstoffpreisen auch synchron in die Höhe gehen werden.
Pe_rle
25.02.2011, 10:00 Uhr
NDH-PARIS ÖPNV
nah Nordhausen mit Paris oder Wien zu vergleichen ist ansich schon ein Witz. Wien und Paris sind lebende Metropolen was man von Nordhausen nicht sagen kann.
Wenn ich die Rautenstrasse sehe mit vielen Dienstleistern und wenig Atraktiven Geschäften ist das das zb keine Shoppingmeile,was ich aber auch fairerweise nicht von der Altstadt sagen kann.
Wenn ich die Straßenbahn sehe fällt mir nur ein, immer wieder anhalten wegen dem Groschendampfer. Und preislich gesehen,na 4,20€ für 4 Fahrten und das in einer Kleinstadt, das sind bitteschön 8,40 Mark.
Und wenn ich mich zurück erinnere war das zu DDR Zeiten eine Monatskarte.
Da zieh ich doch das Fahrrad vor,und die zwei Berge in Nordhausen kann ich zur Not schieben.Und selbst mit dem Auto komme ich nicht auf so einen Preis.
Ich bin in den letzten 20 Jahren vieleicht 3 mal mit der Straßenbahn gefahren
rwe 62 warten wir mal 2 Jahre ab,dann werden wir sehen was uns der ÖPNV noch für Preise anbieten wird.
sandlatscher
25.02.2011, 12:05 Uhr
Verlustgeschäft
Sie wissen aber schon das es sich bei dem angebotenem ÖPNV um ein geplantes Verlustgeschäft handelt und dieser in großem Stil subventioniert wird. Also werden die Preise vom Subventionsgeber bestimmt. In diesem Fall reguliert vom Landesverwaltungsamt...
Ich glaube die Führung der VBN etc bemühen sich die Preise stabil zu halten aber es ist wie immer wenn Druck von ganz oben kommt.....
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.